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Lkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)

der 4./FschPzAbwBtl. 272, 1. LLDiv

von Hauke Ahrendt (1:35 Elite Models)

Lkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)

Mein Lieblingsgerät

„Seit Kindheit an“ ist der Kraka eins meiner Lieblingsgeräte. Daher ist der Bericht wohl auch etwas länger & ausführlicher geraten…

Das Fahrzeug stellt den Zustand der Serienfahrzeuge in den 70 und 80ern dar, die Zugehörigkeitszeichen weisen das Fahrzeug der 4./FschPzAbwBtl. 272, 1. LLDiv zu. Das war, allerdings später, in Wildeshausen die Einheit meines Grundwehrdienstes ;-)).

Lkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)

Allgemeines

Der Kraka ("Kraftkarren") war ein luftverladbarer Waffenträger der deutschen Bundeswehr. Das leichte und mit wenigen Handgriffen für den Lufttransport zusammenklappbare Fahrzeug hob die Beweglichkeit der Fallschirmjäger maßgeblich, die zuvor nur den alten 2-Takt-DKW „Munga“ als luftverlastbaren Waffenträger zur Verfügung hatten.

Lkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)

Entwicklung

Die Entwicklung begann Ende 1962, als von der Fa. Zweirad-Union AG in Nürnberg als Tochtergesellschaft der Faun-Werke ein geländegängiges und zusammenklappbares Kleinfahrzeug mit der Bezeichnung "Kraka" (Kraftkarren) vorgestellt wurde. Das Gerät war ursprünglich für den Einsatz in der Land- und Forstwirtschaft  und zivile Katastrophenschutz- und Hilfsdienste konzipiert. Ausgerüstet war dieses Fahrzeug mit einem dem Goggomobil entstammendem 16 PS-Zweitaktmotor mit 400 ccm Hubraum der Fa. Glas. Der Antrieb auf die Hinterräder erfolgte über Ketten. Die Räder entsprachen bei diesem Typ noch dem Lkw 0,25t Munga.

Lkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)

1965 wurde der Kraka mit Niederdruckreifen 22x12 Lypsoid ausgerüstet und ist so in einer Stückzahl von 50 Fahrzeugen zur Erprobung an die Luftlandeeinheiten  ausgeliefert worden.

1971 wurde durch die Fa. Faun, von nun an direkt in der Entwicklung des Krakas tätig, der Kraka-Antrieb modifiziert. Eingesetzt wurde jetzt der BMW 2-Zylinder-Viertakt-Boxermotor (Typ 427) mit 697 ccm und 26 PS (gedrosselt) samt Getriebe, was eine Höchstgeschwindigkeit von 55 km/h zuließ, die Reichweite lag bei 200 km. Das Fahrgestell zeigte sich in den vorangegangenen Erprobungen für die vorgesehene Nutzlast von 750 kg  bei einem Gesamtgewicht von 1.610 kg als zu schwach dimensioniert. Daher wurden unter anderem der Rahmen verstärkt und eine zusätzliche Blattfederlage an der Vorderachse montiert. Daneben wurden die Abdeckbleche über den Vorderrädern gegen geschlossene Staukästen getauscht, das Armaturenbrett wurde ebenfalls umgestaltet.

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Zwischen 1974-1975 wurden die so modifizierten Serien-Krakas  in einer Stückzahl von 862 an die Luftlandeeinheiten der Bundeswehr ausgeliefert.

Die Krakas waren 1.190 mm (über Lenkrad) hoch, hatten eine entfaltete Länge von 2.780 mm und eine Breite von 1.510 mm. Beim zusammengeklappten Fahrzeug reduzierte sich die Länge auf 1.850 mm. Krakas waren sowohl  fahrbereit als auch zusammengeklappt im CH-53G luftverlastbar. Außerdem konnten die Fahrzeuge am Fallschirm abgesetzt oder am UH-1D als Außenlast transportiert werden. Die Bedienung bestand in der Regel aus einem Fahrer uns 2 Soldaten, die auf  zwei aufklappbaren Sitzen hinter dem Fahrer saßen.

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Die Waffensysteme

Die als Rüstsatzträger konzipierten Kraka verfügten über eine enorme Robustheit. Die 1.400 mm x 1.400 mm große Ladefläche war somit zur Aufnahme verschiedener Rüstsätze vorbereitet, lediglich für die 20 mm Mk war eine spezielle Lafette mit Abstützung vorhanden. Neben der hier dargestellten Version mit 20 mm Mk zur Erd- und Flugzielbekämpfung gab es Fahrzeuge mit dem PzAbw-System Milan oder TOW nebst dazugehörenden  Mun-Transporter, dem 120 mm Mörser mit Mun-Transporter, Funkfahrzeuge oder behelfsmäßige Krankenkraftwagen (KrKw). Zu Anfang der Einsatzzeit wurden Krakas auch mit dem PzAbw-Leichtgeschütz 106 mm und der PAL 810-Cobra-Pz-Abw.-Rakete bewaffnet, diese Waffensysteme wurden dann ab 1975 durch die TOW ersetzt.

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Einsatz bei der Bundeswehr

Die Krakas blieben bei den Luftlandeeinheiten von Anfang der 70er bis Mitte der 90er Jahre im Dienst. Als Ersatz des Waffenträgers Kraka der Luftlandetruppen entwickelte die Bundeswehr ab 1977 eines kleines gepanzertes Kettenfahrzeug, später Wiesel genannt, das den Kraka in allen Varianten ab Mitte der 90er ersetzte.

 

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Das Modell

Der Resinbausatz ist von Elite ist am Anfang out of the box gebaut, doch das hat sich schnell geändert. Verzug gab es nicht und das Resin ist bei der Bearbeitung gutmütig, Geringe, unproblematische Blasen lassen einen schnellen Bau zu. Notwendigkeit zu Spachtelarbeiten gab es nicht. 2-3 kleine Fehlteile habe ich schnell eben selber nachgebaut, nach meiner persönlichen Erfahrung mit der (Nicht-)Reaktion auf Reklamation bei Elite wäre ich sonst vermutlich heute noch nicht fertig geworden. Die Details des Fahrzeuges sind ausreichend gut, so dass Nacharbeiten im Wesentlichen nicht nötig sind. Es liegt ein 20mm-Mk-Rohr von Schatton bei. Eine gute Idee, doch leider ist es nicht das richtige Rohr, sondern ein Rheinmetall HS 820, also eher für die alten Waffen z. B. beim HS 30 und Hotchkiss geeignet. Ich habe es trotzdem erst mal genommen, da das ebenfalls beiliegende und richtiger aussehende Resinrohr durch Blasen leider unbrauchbar war. Später habe ich die gesamte Flak ausgetauscht, dazu später mehr.

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Feintuning

Die eigentlich nur aus Gitterstruktur bestehende Fußraumebene des Fahrerplatzes und Fußauftritte für die  hinteren beiden Soldaten bestehen beim Modell aus je einer durchgängigen Platte, die jedoch die Gitterstruktur zeigt. Ein Neubau erschien mir aber wenig sinnvoll, sieht man ja kaum. Aber ich habe es dann geschafft die Gitterstruktur freizulegen. Es empfiehlt sich insgesamt jedoch unbedingt Fotorecherche, da nicht alle Einbaupositionen der Teile wie Pedale exakt der Bauanleitung zu entnehmen ist, der Schalthebel ist sogar auf der falschen Seite angegeben. Und hier und da ergeben sich immer mal Kleinigkeiten, die man supern kann..... Ich habe daher die Aufstiegtritte und Haltegriffe für die 2 Soldaten auf der Ladefläche ergänzt, Benzinfilter, im Fahrerfußraum die oberen Rahmenrohre usw., außerdem die Plattformfläche mit Riffelblechen aus Ätzteilen neu belegt.

Man hätte man noch Zugseile mit Haken ergänzen müssen und einiges mehr, aber bei aller Liebe, genug ist genug.....

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Beweglichkeit

Dann habe ich noch den Klappmechanismus des Chassis hergestellt, denn das macht ja den Kraka aus! Dazu muss man nur die zusammen gegossenen Segmente trennen, die Drehachse aufbohren und mit einer Achse versehen. Die starren hinteren Schmutzfänger der Vorderräder verhindern allerdings ein vollständiges zusammenklappen, daher habe ich sie gegen flexibles Material ausgetauscht. Ganz vorbildgerecht ist das Zusammenklappen zwar immer noch nicht, denn die vorderen und hinteren Räder müssten sich fast berühren, aber das muss an den Einzelheiten der Modellproportionen liegen. Dann habe ich noch die 20 mm Mk beweglich gemacht, ebenso die Lafettenabstützung, die Rohrzurrung und Fahrer- und Kanoniersitze. Echt erstaunlich, was man an so einem kleinen Modell alles beweglich machen kann ;-)) Diese Umbauten haben etwas länger gedauert als der Bau des Krakas an sich in Anspruch genommen hat – das hätte man an einem Tag  schaffen können.

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Die Flak

Am Ende habe ich die 20mm Mk mit der von Y-Modelle verglichen und festgestellt, dass diese deutlich besser aussieht. Eine Aufwertung der Elite-Fk war mir nicht so einfach möglich, also habe ich die ganze Waffenanlage durch die von Y-Modell ersetzt. Das treibt die Kosten sehr nach oben, und ob das für so ein kleines Modell gerechtfertigt ist muss fraglich erscheinen. Aber mir war das egal, und optisch lohnte es. Kann man natürlich nur sehen, wenn man den direkten Vergleich hat.

Der Flakkanonier ist von Dolp. 

Die 20mm-Fk ist von Y-Modell
Die 20mm-Fk ist von Y-Modell

Lackierung:     

Airbrush mit Revell 42 Gelboliv, unter Beimengung von etwas 57 Grau und                 wenig 88 Ocker.

Decals:         

Tja, was würde man nur ohne TL machen! (leider liegen bekanntermaßen den Elite-Bausätzen keine Decals bei)

Weitere Bilder

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Detail Waffenlagerung und MotorabdeckungFahrgestell ohne Lafette in GefechtsstellungFahrgestell ohne Lafette in FahrstellungFahrgestell un unten, links auch die Gitterstruktur der FußräumeLkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)Lkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)

Lkw 0,75 t gl Typ 640 Kraftkarren (Kraka)

 

Hauke Ahrendt

Publiziert am 16. November 2009

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