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Raketenjagdpanzer 2

von Hauke Ahrendt (1:35 Revell)

Raketenjagdpanzer 2

Das Vorbild

Um Panzer auch über größere Distanzen (max. 3.000 m) wirksam bekämpfen zu können, wurde parallel zum in der Entwicklung befindlichen Kanonenjagdpanzer das französische Waffensystem SS11 beschafft. Als Trägerfahrzeug diente zunächst das HS30-Fahrgestell mit entsprechenden Modifikationen und wurde zwischen 1961 und '62 in der Truppe eingeführt. Diese Fahrzeuge wurden als Raketenjagdpanzer 1 bezeichnet. Da das Fahrgestell technisch nie befriedigen konnte, wurde früh nach einem Ersatz gesucht.

Sinnvollerweise wurde so parallel zum Kanonenjagdpanzer dessen Fahrgestell auch für den Raketenjagdpanzer 2 verwendet. Das Waffensystem blieb die SS11, jedoch technisch etwas modifiziert. Nach einigen Prototypen kamen die ersten der insgesamt 318 Fahrzeuge im Jahr 1967 zur Panzerjägertruppe.

Raketenjagdpanzer 2

Schon Ende der 60er genügte das Waffensystem SS11 des Raketenjagdpanzer 2 allerdings nicht mehr ganz den militärischen Ansprüchen. So wurde das Konzept für eine waffentechnische Umrüstung auf das ebenfalls französische System HOT (PzAbwLFK) entwickelt. Zwischen 1978 und -82 wurden alle vorhandenen Raketenjagdpanzer 2 derart modifiziert und von nun an als Raketenjagdpanzer 3 mit dem Suggestivnamen „Jaguar 1“ bezeichnet.

Raketenjagdpanzer 2

Das Modell

Endlich ist es geschafft. Nachdem der erste Versuch, diese Modellvariante zu fertigen, kläglich unfallmäßig und irreparabel in Form des Daches mit Frontblech unter meinem Bürostuhlrollen gescheitert ist (ja, so was blödes kann passieren!) und das Basismodell zum Beobachtungspanzer wurde, um zu retten was zu retten war, habe ich nach Abklang der Frustphase und parallel zu einigen Leo1-Varianten einen neuen Versuch unternommen.

Der Lösungsansatz war diesmal ein anderer:

Das Modell wurde aus einem Kanonenjagdpanzer und dem Jaguarmodell von Revell zusammengestrickt, um mir zumindest die Fertigung von Fahrer- und Kommandantenluke zu ersparen. Merkwürdiger Weise war die Breite des Daches vom Jaguar und die Breite der Frontplatte des KaJaPa an der Trennstelle nicht gleich. Das Dach musste in der Breite etwas angepasst und verspachtelt werden.

Das Dach wurde im Bereich der Waffenanlage modifiziert, die Schlitze für die Kanonenblende in der Frontplatte wurden verschlossen und das Bug-MG vom Jaguar montiert. Die Lukenverschlüsse von Fahrer- und Kommandantenluke habe ich den Fahrerluken von zwei übrig gebliebenen KaJaPa-Dächern entnommen. Das war notwendig, da diese deutlich größer waren als die an den Jaguarmodell-Luken. Die Luken selber sind klappbar ausgeführt. Die Abschusseinrichtung und die Rakete habe ich nach Fotos gefertigt. Wie ein scharfer Gefechtsraketenkopf bemalt und beschriftet war, weiß ich allerdings nicht genau. Schwarz oder grün? Mir gelber Schrift oder ohne? Fotos zeigen unterschiedlichste Varianten. Weil ich keine Übungsmunition zeigen will ist der blaue Kopf schon mal außen vor. Auch die Beschriftung EX scheidet aus, das waren glaube ich nur Raketen Attrappen. Dann zeigen Fotos aber noch schwarze und gelbolive mit heller Spitze (weiß oder gelb??)

Ich habe es nicht recherchieren können und mich dann an der Farbgebung des Raketenjagdpanzer 2 in Munster orientiert, obwohl ich weiß, dass da auch nicht immer alles 100% richtig ist. So ist die Rakete gelboliv mit schwarzem Ring und ohne Schrift.

Raketenjagdpanzer 2

Geändert werden sollten wie immer die Ketten, also her mit dem Perfect Scale-Produkt, das ist sein Geld immer wert. Dann habe ich die Werkzeughalterungen etwas modifiziert. Die Nebelwerfer auf der abgeänderten Basis sind von Voyager. Dazu wie üblich die Steckschlüsselöffnungen an Motorklappe und anderen Deckeln ergänzt, das Abschleppseil und die runde Vertiefung links am Heckstaukorb. Der Korb musste sowieso etwas abgeändert werden. Fertig. Wegen dem Spachteln und Schnitzen hat es aber dann doch drei Wochen gedauert.

Dieses „Nebenbei-Vorhaben“ lief wie gesagt parallel zu meiner Leopard1-Aktion und hat die Wartezeiten auf die Ätzteile verkürzt ;-))

Weniger aufwendig als gedacht war dieser Umbau am Ende dann doch, und eine etwas andere Version des Panzers ist so in der Vitrine gelandet. Aber diese Variante muss man eben selber scratchen, denn auf Rückfrage plant Revell derzeit in absehbarer Zeit keine solche Fahrzeugversion, und auch Perfect Scale denkt nicht über ein solches Änderungs-Update nach. Also war Eigeninitiative gefragt.

So macht Modellbau Spaß, mir zumindest. Aber die Überlegung, nun auch noch einen Jaguar 2 zu bauen, habe ich dann aber erstmal über Bord geworfen, erstmal gibt es noch andere Fahrzeugtypen zur Abwechselung. Nächsten Winter vielleicht…

Lackierung: Airbrush mit Revell 42 Gelboliv, unter Beimengung von etwas 57 Grau und wenig 88 Ocker.

Decals: Revell und Grabbelkiste

Weitere Bilder

Raketenjagdpanzer 2Raketenjagdpanzer 2Raketenjagdpanzer 2Raketenjagdpanzer 2Raketenjagdpanzer 2Hier man mit geöffneter Luke für die Waffenanlage 2 - die ich aber nicht gebaut habeAlle Luken geschlossen außer Fahrer
Vergleich Raketenjagdpanzer 2 und 3Raketenjagdpanzer 2

Raketenjagdpanzer 2

 

Hauke Ahrendt

Publiziert am 13. April 2010

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