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M752 Lance

von Hauke Ahrendt (1:35 Perfect Scale Modellbau)

Dargestellt wird ein Fahrzeug der Flensburger 2./RakArtBtl. 650 der 6. PzGrenDiv. ca. 1977.
Dargestellt wird ein Fahrzeug der Flensburger 2./RakArtBtl. 650 der 6. PzGrenDiv. ca. 1977.

Geschichte und Technik

Von 1962 an wurde durch die amerikanische Rüstungsindustrie ein Nachfolgewaffensystem für das auch bei der BW eingeführte und langsam veraltete Raketensystem Honest John entwickelt. Das neue System „Lance" bestand aus einem Trägerfahrzeug für die Abschussanlage mit Gefechtsbestückung mit einer Rakete. Dazu kam ein baugleiches Fahrzeug M668, welches über einen Ladekran verfügte und zwei weitere Raketen als Bereitschaftsmunition transportieren konnte. Dazu gehörte noch ein Einachshänger mit entsprechender Zugmaschine für die zusätzliche Ausrüstung. Beide Fahrzeug basierten unverkennbar auf dem Laufwerk des M113, der Aufbau ist dabei ein modifizierter M667 und im Wesentlichen bei beiden Fahrzeugen gleich. Eine der Modifikationen war eine zu sperrende Laufwerkfederung, um Nickbewegungen beim Feuern oder beim Laden mit dem Kran weitgehend unterbinden zu können.

M752 Lance

Bei einem Gefechtsgewicht des Werferfahrzeugs von 9,1 t ergab sich eine Reichweite von 450 km, die Höchstgeschwindigkeit lag bei fast 65 km/h. Das Fahrzeug konnte auch waten und hatte eine Geschwindigkeit von ca. 5 km/h im Wasser.

Die Rakete hatte eine Wirkungsweite bis zu 130 km. Die einstufige Artillerierakete war ca. 6,4 m lang, hatte einen Durchmesser von 560 mm und konnte Sprengladungen bis 454 kg transportieren. Es konnte auch nukleare Munition verwendet werden. Das Startgewicht des Fugkörpers MGM 52 "Lance" betrug 1,53 t, die Geschwindigkeit lag im Überschallbereich. Nach dem Erstflug 1965 und weiteren Entwicklungen wurde die Rakete bei den US-Kräften 1973 eingeführt, drei Jahre früher als bei der BW.

M752 Lance

Einsatz bei der Bundeswehr

Das Waffensystem Lance wurde ab 1976 in einer Stückzahl von 26 bei der Bundeswehr verwendet. Der Einsatz erfolgte in den Raketenartilleriebataillonen auf Korpsebene, außerdem noch bei der 6. PzGrenDiv, so wie das hier dargestellte Fahrzeug. Je Bataillon wurden vier Systeme eingesetzt und lösten bei der BW die Honest John und Sergeant ab. Bis 1992 wurde das System „Lance" abgelöst, ein direkter Nachfolger ist vor allem wohl wegen der geänderten politischen Lage allerdings nicht angeschafft worden.

M752 Lance

Das Modell

Das Modell von Perfect Scale lässt den Bau einer US- oder BW-Variante zu. Klar, dass ich natürlich die Bundeswehr-Variante gebaut habe. Der Guss war gewohnt perfekt, einige Teile in den Gussästen wiesen wegen Gussfehlern Defekte auf, sind aber durch eine aufmerksame Qualitätskontrolle entdeckt worden. Durch gezielte Zugabe unbeschädigter Teile wurde die Lieferung ergänzt. Das ist richtig toll, kennt man nicht von jedem Hersteller so.

Der Bau an sich ist unproblematisch, die Anleitung bis auf wenige Ausnahmen verständlich und zeigt alles ganz genau, so dass man kaum nachdenken muss. Die angenehm flexible Kette stammt von AFV und kann mit üblichem Plastikkleber verbunden werden. Ganz der richtige BW-Typ scheint die Kette aber nicht zu sein. Ob sie für die US-Version korrekt ist, weiß ich nicht. Wegen der Kettenschürzen braucht man die Kette oben auch nicht auf den Rädern wegen des Kettendurchhangs zu fixieren, man sieht es später nicht. Aber als Tipp: Man sollte das Kettentriebrad zusammen mit der Kette montieren. Ich glaube nicht, dass man die Kette später über das vorher eingeklebte Kettenrad „würgen" kann, der Platz zwischen Rad und Aufbau ist einfach zu klein.

M752 Lance

Ohne weitere Mühe kann die Waffenanlage seitlich und höhenbeweglich gebaut werden. Ergänzt habe ich nur die T-Haken. Weiterhin ist ein wenig Kupferseil notwendig für das Abschleppseil, das liegt nicht bei. Doch so einen kleinen Rest hat wohl fast jeder in der Grabbelkiste noch liegen.

Schade ist nur, dass zu den beiliegenden Decals keine Hinweise zu der Anbringung gesagt werden, praktisch muss man sich aus dem Netz Vorbildfotos besorgen. Nicht so einfach, es waren nicht so viele Bilder zu finden. Bei den Wartungs- und Betriebshinweisen war ich auf Vermutungen angewiesen.

Lackierung: Airbrush mit Revell 42 Gelboliv, unter Beimengung von etwas 57 Grau und wenig 88 Ocker.

Weitere Bilder

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Hauke Ahrendt

Publiziert am 06. Mai 2010

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