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Supermarine Spitfire Mk.I

von Roland Sachsenhofer (1:48 Airfix)

Supermarine Spitfire Mk.I

Auf die zum Glück ungestellte Frage, ob denn „wirklich schon wieder eine Spitfire“ nötig sei, würde ich antworten: natürlich! Ein Grund dafür liegt für mich in der enormen Bandbreite dessen, was „Spitfire“ bedeuten kann, hat doch eine Mk.I mit einer, sagen wir, Mk. XIX oder gar einer Spitfire F.22 nur mehr wenig gemeinsam.

Supermarine Spitfire Mk.I

Nun gibt es aus dieser Vielfalt eine Variante, die ich schon immer gerne bauen wollte - und doch bis dato nicht bauen konnte: die Mk.Ia wurde einige Zeit nach Ihrer Einführung in die RAF mit einem nicht verstellbaren Zweiblatt-Holzpropeller geflogen. Dies resultierte in einer interessanten Silhouette, welche die zukunftsweisenden eleganten Formen der Spitfire mit den doch recht altertümlich wirkenden Konturen eines zweiflügeligen Holzpropellers kontrastierte.

Supermarine Spitfire Mk.I

Einige weitere Eigenheiten, die sich dem Kenner bei näherem Betrachten zeigen, kennzeichnen diese frühe Variante. Auch wenn vieles auf dem ersten Blick vertraut erscheint, so ist etwa der Antennenmast noch als schlichter drehrunder „Besenstiel“ ausgebildet, auch zeigt das Pitotrohr eine ungewohnte Form.

Supermarine Spitfire Mk.I

Die Modellvorlage gibt auch korrekt die Kabinenhaube in der ursprünglichen geraden, ungebauchten Form wieder. Ebenso richtig wird auch die Windschutzscheibe als durchgehende Verglasung, noch ohne jede kugelsichere Verstärkung, wiedergegeben.

Supermarine Spitfire Mk.I

Der Rahmen des Gewohnten  wird auch durch die Markierungen erweitert. Die Trikolore an der Heckfinne war 1938 noch nicht eingeführt, dafür zeigt die Unterseite schon die charakteristische symmetrische Aufteilung in eine weiße und eine schwarze Hälfte. Diese einfache Identifikationsmarkierung wurde bis nach Kriegsausbruch beibehalten. Belebt wird das Ganze damals  noch durch in Alu-Farbe gehaltenen Unterseiten aller vier Ruder an Tragflächen und Höhenleitwerk.

Supermarine Spitfire Mk.I

Mein Modell zeigt eine der ersten ausgelieferten Maschinen, wie sie im Sommer 1938 bei der No. 19(F) Squadron von der Basis Duxford aus eingesetzt wurde. Diese Einheit war der erste Verband, der mit der Spitfire ausgerüstet worden war.

Supermarine Spitfire Mk.I

Eingangs habe ich meine Vorliebe für diese frühen Spitfires schon erwähnt, meine Freude war also groß, als ich auf diesen 2015 erschienen Bausatz von Airfix gestoßen bin. Endlich eine stimmige Zweiblatt-Spit ohne Aufwand oder Umbau!

Supermarine Spitfire Mk.I

Die neue hohe Qualität zeitgenössischer Airfix-Bausätze ließ gediegene Ware erwarten, die stets auch ein schätzenswertes Quäntchen Exzentrik bereithält. Um es gleich vorweg zu nehmen: ich wurde nicht enttäuscht! Die Passgenauigkeit ist phänomenal, in manchen Baugruppen ähnelt sie schon einem Steckbausatz. Ich denke dabei etwa an das Heckrad oder auch an die Auspuffanlage. Hier wurde nichts geklebt, sondern mit sattem Sitz ineinander gesteckt.

Der Vergleich mit einer Hurricane ist ein prächtiger Anlass darüber nachzudenken...
Der Vergleich mit einer Hurricane ist ein prächtiger Anlass darüber nachzudenken...

Einzig die Kabinenhaube musste eingepasst werden. Hier hat vor allem der notwendig fließende Übergang der Windschutzscheibe zum Rumpf den Einsatz von Spachtelmasse notwendig gemacht.

....ob die Spitfire die Bezeichnung „elegant“ zu Recht verdient hat!
....ob die Spitfire die Bezeichnung „elegant“ zu Recht verdient hat!

Die Bauanleitung zeigt klar und übersichtlich, welche alternativen Teile für die sich jeweils in Details unterscheidenden drei Versionen zu verwenden sind. Diese Übersichtlichkeit ist gerade angesichts der Teilevielfalt ein hohes Gut und lässt den durchaus komplexen Bauprozess leicht von der Hand gehen.

Supermarine Spitfire Mk.I

Für die Markierungen meines Modells habe ich die Bausatz-Decals verwendet, die sich problemlos verarbeiten haben lassen. Allerdings gibt es auch hier die eine Ausnahme, die einen kleinen Kontrapunkt zu dem vielen Lob, dass diesem Bausatz zu spenden ist, setzt.

Die Detaildichte im Cockpitbereich finde ich persönlich recht angenehm. Ergänzt wurde hier mit einigen wenigen Ätzteilen von Eduard.
Die Detaildichte im Cockpitbereich finde ich persönlich recht angenehm. Ergänzt wurde hier mit einigen wenigen Ätzteilen von Eduard.

Ausgerechnet bei den charakteristisch zweifarbigen Rumpf-Kokarden meiner Vorkriegs-Version hat sich ein starker Farbversatz gezeigt: die roten Innenkreise waren zu klein geraten und haben so an der Grenze zum äußeren blauen Ring eine schmale weiße Sichel gezeigt. Eine Lösung fand ich sozusagen in der Verwendung von Bordmitteln, denn aus nicht verwendeten Kokarden des Decalsatzes konnte ich die roten Anteile genommen, sie passend rund anschneiden und so platzieren, dass sie das störende Weiß überdecken.

Supermarine Spitfire Mk.I

Das alles darf aber nicht den Eindruck trüben, dass Airfix mit dieser Ausgabe ein wunderschöner, sorgsam gestalteter und absolut komfortabel zu bauender Bausatz-Klassiker gelungen ist!

Supermarine Spitfire Mk.I

Nachdem am Anfang meiner Ausführung eine Frage gestanden ist, soll eine solche auch zum Abschluss führen: werde ich nach diesem Modellbauerlebnis noch weitere Spitfire bauen? Natürlich, mit Freuden- und ich werde auch ganz sicher wieder zu Airfix greifen!

Supermarine Spitfire Mk.I

Wenn Ihr Euch selbst ein Bild vom Bausatz und dem Bauprozess machen möchtet, kommt Ihr hier zu einem ausführlichen Baubericht auf „Scalemates“

Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro.sachsenhofer@gmx.at

Roland Sachsenhofer

Publiziert am 12. Februar 2020

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