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Gemini Space Capsule

von Bernd Heller (1:24 Revell)

Gemini Space Capsule

Die Geschichte:

Das „Space Race" der beiden Supermächte USA und UdSSR verlangte eine ständig voranschreitende Entwicklung der Raumfahrttechnik der beiden Nationen. Insbesondere von den USA, die nach dem Start des „Sputnik" und dem Flug von Juri Gagarin deutlich im Hintertreffen waren.

Als nationaler Kraftakt wurden in den USA verschiedene Programme aufgestellt, die aufeinander aufbauend das Ziel hatten, einen Menschen auf den Mond zu bringen. Mit der Landung der Landefähre „Eagle" am 21. Juli 1969 und den ersten Schritten von Astronaut Neil Armstrong im „Meer der Ruhe" wurde dieses Ziel erreicht.

Bis dahin musste jedoch ein langer Weg zurückgelegt werden, der durch so manche Rückschläge und auch den Verlust von Menschenleben gekennzeichnet war. Mit dem militärischen „Manhigh-Programm" wurden zwischen 1957 und 1958 bemannte Ballonfahrten in großer Höhe (etwa 31 Kilometer) durchgeführt, um die Wirkung der kosmischen Strahlung auf den Menschen zu untersuchen.

Das 1958 gestartete zivile „Mercury-Programm" hatte dann zum Ziel einen Menschen in eine Erdumlaufbahn außerhalb der Atmosphäre zu bringen. Erste Passagiere waren zwei Rhesusaffen und ein Schimpanse, bevor am 05. Mai 1961 Alan Shepard mit einem ballistischen Flug der erste Amerikaner im Weltall wurde. Im Juni 1963 wurde das Programm vorzeitig eingestellt und durch das „Gemini-Programm" („Gemini": lateinisch für „Zwillinge") abgelöst.

Die Gemini-Raumkapseln waren größer als die Vorgängermodelle und konnten jetzt zwei Astronauten befördern. Zwischen 1965 und 1966 folgten zehn erfolgreiche Starts wobei die längste Mission fast zwei Wochen dauerte. Es gab zwar einige technische Probleme aber das „Gemini-Programm" ebnete den Weg für das folgende „Apollo-Programm". Nach der Landung von Gemini 12 wurde das Programm Anfang 1967 eingestellt.

Die Gemini-Raumkapsel hatte eine Länge von 5,8 Meter und an der Basis einen Durchmesser von 3 Metern. Das Gewicht betrug etwa 3.800 Kilogramm. Bis Gemini 7 hatte der Bordcomputer der Kapsel eine Kapazität von 0,018 Megabyte. Ab Gemini 8 konnte der Speicher auf 0,126 Megabyte gesteigert werden. Für heutige Verhältnisse eine kaum vorstellbar geringe Datenmenge, gemessen an der Wichtigkeit der Sache.

Gemini Space Capsule

Der Bausatz:

Die Erstauflage des Bausatzes der Gemini-Raumkapsel geht auf das Jahr 1966 zurück. Eine erste Wiederauflage in der Serie „The History Makers" war im Jahr 1982. Weiter Auflagen folgen bei Revell USA 1993, 2004 und 2014. Revell Deutschland brachte den Bausatz 2012 im Rahmen der Serie „Revell Classics" in einer auf 5000 Stück limitieren Auflage auf den Markt. Und genau um so einen Bausatz geht es hier...

Gemini Space Capsule

Das Modell:

Der fachkundige Modellbauer wird sich sicherlich fragen, warum ich das Modell nicht lackiert habe und warum es zweifarbig ist. Denn mehrfarbige Spritzlinge gibt es - nach meinem Wissen - bei Revell nicht.

Das kam so ....

Im Jahr 2012 hatte ich das Glück von Revell einen Testshot des Bausatzes zu erhalten. Bei der Durchsicht der Teile viel mir auf, dass einige Teile fehlten. Im Zuge der Recherche, welche Teile das genau waren, stellte ich fest, dass die Bauteile der im Handel befindlichen Bausätze aus einem weißen Kunststoff hergestellt waren.

Außerdem erfuhr ich, dass für diese Testshot-Spritzlinge, die zur Kontrolle der Spritzformen vor der eigentlichen Massenproduktion hergestellt werden, nicht zwangsläufig das gleiche Kunststoffgranulat verwendet wird. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf der Spritzform. Die Farbe des Materials ist nebensächlich.

Also bestellte ich mir bei der bekannten Abteilung X die fehlenden Teile. Als ich diese in den Händel hielt, ergab sich ein schöner Farbkontrast zwischen dem Dunkelblau und dem Weiß. Um die Einmaligkeit dieser Kombination zu bewahren, beschloss ich den Bausatz nicht zu lackieren und auch nicht die Markierungen zu verwenden.

Denn hätte ich ihn lackiert und die Decals aufgebracht, so hätte er dann wie jedes der anderen 5000 Gemini-Raumschiff-Modelle ausgesehen. Wie viele Testsshots davon hergestellt worden sind weiß ich leider nicht. Vermutlich vergleichsweise nur sehr wenige. Und die meisten davon dürften später bei Revell vernichtet worden sein.

Da der Bau des Modells schon einige Jahre zurück liegt kann ich mich an keine handfesten Details mehr erinnern. Bei einer fast 50 Jahre alten Spritzform darf man heute keine hohe Passgenauigkeit erwarten. Deshalb habe ich viel „trocken" angepasst, bevor Kleber ins Spiel kam. Aus Stabilitätsgründen habe ich das unlackierte Cockpit komplett eingebaut, aber dann die Klarteile geschwärzt. Da ich die Türen geschlossen darstellen wollte, hätte man durch die kleinen Fenster auch wenig bis gar nichts erkennen können.

Der sprichwörtliche Schwachpunkt des Modells ist der mitgelieferte Displayständer. Nachdem ich das fertige Modell einige Male darauf befestigt hatte, brach die Nase am oberen Ende des Ständers ab. Eine stabile und dauerhafte Reparatur erschien mir nicht möglich. Die Bauteile der unteren Stufe der Raumkapsel sind mit einem Bajonettverschluss mit der Kapsel verbunden und können jederzeit davon gelöst werden. Ich probierte ein wenig aus und meine Wahl fiel auf ein Stück stabilen Stahldraht, welches ich am Sockel verklebte und durch ein neu gebohrtes Loch in den Rumpf der unteren Stufe steckte. Ein Stück Rundprofil dient als Führung/Aufnahme. So ruht jetzt das Gewicht des Modells auf dem Draht und die Strebe des Ständers sorgt für zusätzliche Stabilität. Außerdem befindet sich das Drahtstück hinter der Strebe und ist bei einer Betrachtung von vorne kaum und bei Betrachtung von oben gar nicht zu sehen.

Rückblickend betrachtet hat das Fehlen von ein paar Bauteilen es mir ermöglicht, ein wahrscheinlich einzigartiges Modell zu bauen.

Weitere Bilder

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Bernd Heller

Publiziert am 15. August 2015

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