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K.u.K. österreichisch-ungarisches U-Boot SMU-5

von Martin Deuretsbacher (1:350 Hecker & Goros)

K.u.K. österreichisch-ungarisches U-Boot SMU-5

SMU-5 war eines der beiden Holland-Typ Einhüllen-Boote der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine. Es wurde in der Whiteheadwerft in Fiume (Rijeka) gebaut. Baubeginn war am 9. April 1908, der Stapellauf war am 10. Februar 1909. SMU-5 hatte eine Länge von 32,09m. Das Deplacement betrug aufgetaucht 240t und abgetaucht 273t. Zwei Benzinmotoren mit je 250PS und zwei Elektromotoren mit je 115PS trieben das Boot mit einer Geschwindigkeit von 10,75kn über Wasser und 8,50kn unter Wasser an. Der Aktionsradius war durchschnittlich 800sm über Wasser und 48sm unter Wasser. Die Bewaffnung bestand aus zwei Stück Bugtorpedorohren 45cm und vier Whiteheadtorpedos.

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Mein Modell zeigt SMU-5 am 24. August 1915 in der Bocche di Cattaro unter dem Kommando von Linienschiffsleutnant Georg Ritter von Trapp. Nahezu alle 27 U-Boote der österreichisch-ungarischen Kriegsmarine führten Decksgeschütze unterschiedlicher Kaliber mit sich, SMU-5 als einziges Holland-Boot ein 47mm Schnellfeuergeschütz, das später nach einer Generalüberholung des Bootes durch eine 7,5cm SFK ersetzt wurde. Auf wenigen Fotografien sind SMU-4 und SMU-5 mit tarnbemaltem Turm zu sehen. Eine erwünschte Tarnung ergibt sich indirekt aus der Anordnung des Flottillenkommandos vom 9. Oktober 1915, alle Torpedofahrzeuge und Torpedoboote mattgrau zu streichen, wo es unter anderem heißt: "Auf Schönheit und Gleichmäßigkeit ist kein Wert zu legen, sondern dies sogar zu vermeiden, da ein fleckiger und ungleichmäßiger Anstrich zweifellos vorzuziehen ist."

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Am 22. April 1915 wurde Georg Ritter von Trapp das Kommando über SMU-5 übertragen, das er bis 10. Oktober 1915 inne hatte. Trapp versenkte am 27. April 1915 im Ionischen Meer, vor Santa Maria di Leuca, der Süd-Ost-Ecke Italiens, den französischen Panzerkreuzer Leon Gambetta (12.550t) mit zwei Torpedos. Die Leon Gambetta sank binnen zehn Minuten mit 684 Mann und allen Offizieren, darunter Konteradmiral Victor Baptistin Senes. 137 Seeleute konnten sich retten. Nach dieser Versenkung wurde von Frankreich die Blockadelinie südlich Otranto weiter nach Süden auf Höhe der Insel Kefalonia zurückgezogen.

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"Um einen Stützpunkt für ihre Unternehmen gegen die Dalmatien vorgelagerten Inseln zu haben, besetzten die Italiener die Felseninsel Pelagosa, auf der nur der Leuchtturmwärter Widerstand hätte leisten können. Linienschiffsleutnant Trapp erhielt den Befehl, mit U 5 ein in den Gewässern um Pelagosa operierendes feindliches U-Boot aufzuspüren, was ihm auch gelang: am 5. August 1915 konnte er mit zwei Bugschüssen das italienische U-Boot Nereide vor Pelagosa versenken" (Horst Friedrich Mayer, Dieter Winkler, ALS DIE SCHIFFE TAUCHEN LERNTEN, Die Geschichte der k.u.k. Unterseeboot-Waffe, S.93, Verlag Österreich  2. Auflage).

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Vom 14. Oktober 1915 bis 13. Jänner 1918 befehligte Georg Ritter von Trapp SMU-14. Es handelte sich dabei um das am 20. Dezember 1914 vor dem Kriegshafen Pula von SMS Magnet versenkte französische U-Boot Curie. Das Boot wurde unverzüglich gehoben, repariert und als SMU-14 wieder in Dienst gestellt. Georg Ritter von Trapp absolvierte mit diesem Boot elf erfolgreiche Handelskriegsfahrten in das östliche und zentrale Mittelmeer. Mit 58.581 versenkten Bruttoregistertonnen liegt Georg Ritter von Trapp an erster Stelle der erfolgreichsten österreichischen U-Boot Kommandanten. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wanderte die Trapp-Familie in die Vereinigten Staaten von Amerika aus. Teile der Lebensgeschichte von Georg Ritter von Trapp bilden die Grundlage für den Film Die Trapp-Familie und das bekannte Musical The Sound of Music sowie dessen Verfilmung.

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Das Boot wurde zur Gänze aus der Reste-Kiste gebaut. Der Rumpf stammt aus einem Zinn-Bausatz von Hecker-Goros. Das Modell habe ich vor vielen Jahren mehr schlecht als recht gebaut, deshalb nunmehr demoliert, die Lackierung abgeschliffen und den Rumpf einer neuen Verwendung zugeführt. Der Turm ist eine übrig gebliebene Option aus dem Resin-Bausatz der Wiener Modellbau-Manufactur mit der Wahlmöglichkeit SMU-5, 6, oder 12 zu bauen. Das Buggeschütz ist ein Eigenbau. Die Mannschaft wurde bei der Wiener Modellbau-Manufactur bezogen. Mit der Flagge hatte ich erhebliche Probleme, weil das Decal alt und brüchig war. Erst nachdem ich ein weiteres Decal mehrere Tage mit einer Apfelschnitte in eine luftdichte Dose gab, konnte ich es ohne Probleme wie gewohnt im Wasser (mit einem Hauch Essig) vom Papierstreifen lösen. Bemalung, Alterung und Wassergestaltung erfolgten wie üblich.

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Literatur:

  • Österreich-Ungarns U-Boot-Kommandanten 1914 bis 1918, Harald Eggenberger, Winkler-Hermaden
  • S.M.Unterseeboote  Das K.u.K. Unterseebootswesen 1907-1918, Pawlik, Baumgartner, H.Weishaupt Verlag
  • Als die Schiffe tauchen lernten, Die Geschichte der k.u.k. Unterseeboot-Waffe, Horst Friedrich Mayer, Dieter Winkler, Verlag Österreich
  • Die Schiffe der k.u.k. Kriegsmarine im Bild, Verlagsbuchhandlung Stöhr, Wien
  • Wikipedia, Leon Gambetta (09.09.2018)

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K.u.K. österreichisch-ungarisches U-Boot SMU-5

Martin Deuretsbacher

Publiziert am 19. September 2018

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