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Wien 1529

von Harry Brunner (1:72 verschiedene Hersteller)

Wien 1529

Anfang des 16. Jahrhunderts tobten In Europa Klassen- und Glaubenskämpfe: Katholiken kämpften gegen Lutheraner, Bauern gegen Grundherren. Dabei wurde eine weitere, vielleicht sogar die größte Gefahr, beinahe ignoriert: das expandierende osmanische Reich. Sultan Süleyman I. setzte zu einem für ihn entscheidenden Vorstoß an: Wien, letztes Bollwerk der Christenheit im Osten, bekannt im osmanischen Reich als „der goldene Apfel", war das Ziel des Angriffs. Am 10. April 1529 setzt sich das osmanische Heer von Istanbul aus in Richtung Wien in Bewegung, unterwegs verstärkt durch Albaner, Serben, Ungarn und einige mehr. Wegen des kaum vorhandenen Straßennetzes in Ungarn sowie starker und anhaltender Regenfälle (die die Osmanen auch daran hinderten, ihre schweren Geschütze mitzuführen), trafen die ersten Einheiten erst im September in der Umgebung Wiens ein. Rund 20.000 leichte Reiter, die „Akinci" (Freiwillige) oder „Delis" (die „Verrückten") leisteten ganze, und vor allem grausame, Arbeit. Innerhalb weniger Tage wurden mehrere tausend Zivilisten ermordet, vergewaltigt oder versklavt und ganze Landstriche eingeäschert. Das sollte sich später noch dramatisch auf die Versorgungslage des türkischen Riesenheeres (100.000 bis 150.000 Mann) auswirken. Die meisten Wiener Bürger flohen vor der drohenden Gefahr. Von den ursprünglich mehr als 3.500 bewaffneten Bürgern der Stadtmiliz blieben lediglich rund 400 zurück.

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Die im 13. Jahrhundert erbaute Stadtmauer Wiens befand sich zu diesem Zeitpunkt in einem kläglichen Zustand - teilweise fehlten sogar die hölzernen Auf- und Wehrgänge. Sämtliche Gebäude außerhalb der Stadtmauern wurden abgerissen, um ein freies Schussfeld zu bekommen und um den Angreifern jede Möglichkeiten zur Deckung zu nehmen. Dies geschah jedoch zu spät und zu unvollständig, sodass die Osmanen noch genügend geeignete Stellungen vorfanden. Die Janitscharen (von yeniceri = neue Truppe) eröffneten dann am 29. September den ersten Sturmangriff auf das Kärntner Tor. Dieser Angriff konnte, ebenso wie alle nachfolgenden Angriffe, abgewehrt werden. Graf Niklas Salm, dem militärischen Oberbefehlshaber von Wien, wurde dabei ein Fuß zerschmettert, was sieben Monate später auch zu seinem Tod führte. Langsam zeigte auch die verhältnismäßig kleinkalibrige türkische Artillerie Wirkung: so wurde der Kärntnerturm erheblich beschädigt. Zur Unterstützung des Beschusses wurden zusätzlich auch Minenstollen gegraben. Am 12. Oktober sprengten die Osmanen schließlich eine besonders große Bresche in die Wiener Stadtmauer („Süleyman-Bresche"). Der folgende, bis dahin größte osmanische Angriff wurde jedoch erneut von den Verteidigern abgewehrt.

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Am 14. Oktober konnten die türkischen Sappeure neben dem Kärntnertor eine Bresche in die Mauer sprengen, der Schutt fiel dabei jedoch nach außen, was die Erstürmung nicht gerade erleichterte. Wieder stellten sich die Landsknechte mit ihren bis zu vier Meter langen Lanzen, aufgestellt in dichter Formation, den anstürmenden Janitscharen entgegen, und wieder mussten sich die Angreifer unter schweren Verlusten zurückziehen. Mittlerweile verschlechterte sich die Versorgungslage der Belagerer zusehends, die vorangegangenen Plünderungen und Brandlegungen zeigten Wirkung und auch das Wetter wurde immer schlechter. Am 17. Oktober zog sich die Armee des Sultans schließlich endgültig Richtung Istanbul zurück und hinterließ eine Spur des Todes und der Verwüstung.

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Vor längerer Zeit kaufte ich - sozusagen auf Verdacht - das Modell einer Altstadtmauer, des Klingentors und das Mauerergänzungsset von Faller und lagerte es ein. „Man(n) weiß ja nie, wozu es einmal gut sein wird!", dachte ich mir damals. Als dann von Dark Dream Studios zwei Figurensätze mit Landsknechten erschienen und die Firma Orion noch Janitscharen nachreichte, reifte der Plan zu einem Diorama der ersten Wiener Türkenbelagerung heran. Ich erinnerte mich, im alten Zinnfigurenmuseum in Pottendorf (Niederösterreich) dereinst ein vergleichbares Diorama mit Flachfiguren gesehen zu haben. So kramte ich die damals gemachten Bilder heraus und das Projekt nahm seinen Lauf.

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Wie bei mir üblich, begann ich erst mal im Internet und diversen Büchern zu recherchieren. Das gestaltete sich in diesem Fall besonders mühsam, da zum Beispiel von der Wiener Stadtmauer aus jener Zeit so gut wie keine gesicherten Daten erhalten sind. Hier reichen die Beschreibungen von fünf Metern hoch und knapp einem Meter breit, bis hin zu 15 Metern hoch und sechs Metern Breite, mal nur teilweise, mal vollständig und beidseitig mit Zinnen bestückt. Die einzige Übereinstimmung war, dass die Mauer teils aus Bruchstein und teils aus Steinen des alten Römerlagers errichtet wurde und sich unmittelbar vor der Belagerung in einem sehr schlechten Zustand befand. Weitgehend gesichert war dagegen die Beschreibung des Stadtgrabens mit einer Breite von knapp 15 bis 20 Metern. Meine wichtigsten Quellen dafür waren ein Buch der Stadtarchäologie: „Mauern um Wien" und der bekannte und vielerorts publizierte Rundplan von Niklas Meldemann. So habe ich meiner Fantasie ein wenig freien Lauf gelassen und versucht, eine halbwegs plausible Darstellung des Bereichs um das Kärntnertor darzustellen, stark angelehnt an die Szene des Meldemann-Plans. Dabei habe ich mich an den Überresten der Groß Enzersdorfer bzw. der Wiener Neustädter Stadtmauer orientiert; die Wiener Befestigung dürfte wohl auch so ähnlich ausgesehen haben.

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Da die Bausätze von Faller im Maßstab 1:87 gehalten sind, mussten die Mauern zuerst einmal „aufgefettet" werden. Die Mauerteile wurden beiderseits auf eine 6mm dicke Plastikplatte geklebt, um die Mauer zu verbreitern. Dann kam der „lustige" Teil. Mit Dremel, Laubsäge, Cutter und Schleifpapier mutierten diese Teile zu einer mittelalterlichen Zinnenmauer. Die Schnittkanten bzw. die Innenseiten der Zinnen verkleidete ich mit weiteren Teilen von Faller; diese wurden mit Spachtelmasse angepasst, verschliffen und - wo nötig - nachgraviert. Die Dächer, die zu einem großen Teil mit Holzschindeln gedeckt waren, wurden vielfach wegen der Brandgefahr, sehr oft aber auch wegen der besseren Verteidigungsmöglichkeiten, abgebaut. Da aber die lasergeschnittenen Dachplatten von Fredericus-Rex so toll aussehen, ließ ich mich dazu hinreißen, selbige auf dem Erker zu montieren.

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Der große Turm entstand komplett aus Mauerplatten und Abdecksteinen von Auhagen. Dabei griff ich bewusst auf solche mit regelmäßiger Struktur zurück, um für ein wenig strukturelle Abwechslung zu sorgen. Bei den Schießscharten habe ich ein wenig getrickst: Um eine entsprechende Mauerstärke zu simulieren, wurden innen - also rund um die Scharten - Plastikstreifen geklebt. Bemalt wurde mit einem hellen Grauton, nach dem Trocknen habe ich dann einzelne Steine und Steinreihen noch mit diversen Grau- und Brauntönen (alles Acrylfarben) hervorgehoben. Darauf folgten Washings mit stark verdünnten Ölfarben: von fast Schwarz bis zu einem mittleren Braun, ergänzt durch einige Durchgänge in Trockenmaltechnik (wieder mit Acrylfarben).

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Die Wehrgänge und die Handläufe fertigte ich Brett für Brett aus Balsaholzstreifen aus dem Architekturbedarf - verklebt mit Sekundenkleber-Gel, bemalt mit Ölfarben. Die beiden Tore baute ich aus Vacu-Platten auf und ergänzt sie mit Plastikprofilen. Für die Beschläge kamen Stecknadelköpfe zum Einsatz. Die Firma Fredericus-Rex hat, unter anderem, ein romanisches Haus mit Anbau im Programm - genau das, was meinem Diorama noch gefehlt hat. Es handelt sich dabei um einen Lasercut Karton- und Holzbausatz von außergewöhnlicher Machart und Qualität. Besonders erwähnen möchte ich die unterschiedlichen und feinen Steinstrukturen im Karton und das Holzschindeldach. Ein wenig abgeändert habe ich das Haus, ich wollte ja, gemäß des Meldemann-Plans, das Haus als Geschützplattform verwenden.

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Man hatte damals die Dächer der mauernahen Häuser abgedeckt und mit Geschützen bestückt, da man die desolate Mauer nicht noch zusätzlich durch den Einbau von Schießscharten schwächen wollte, und teilweise auch gar nicht konnte. Darum schnitt ich eine entsprechende Balsaplatte passgenau zu und gravierte einzelne Bretter mit dem Rücken eines Bastelmessers. Mit stark verdünnter Ölfarbe bemalt gibt das den Eindruck eines Dachbodens gut wieder. Mit ein paar wenigen Leisten habe ich noch die Überreste des Dachstuhls imitiert und das ganze Gebäude einem dezenten Washing mit Ölfarbe unterzogen. Die letzte Ergänzung waren die Scheiben aus sogenanntem „Butzenglas". Hier behalf ich mir mit einer Grafik aus dem Internet, färbte diese mit einem Grafikprogramm grünlich ein und druckte das Bild auf Overheadfolie aus.

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Für die Ruine diente der Bausatz „Stadthaus mit Laden", Nummer 1 der „Green Line Serie" von Fredericus-Rex. Auf eine 10 cm dicke Styrodurplatte klebte ich grob zugeschnittene Stücke einer zweiten Platte. Dort habe ich jenen Teil, auf dem sich später die Mauer befinden würde, ein wenig erhöht. Im Bereich des gesprengten Mauerstücks klebte ich diverse Reststücke auf und passte die Grundplatte mit dem Bastelmesser ein wenig an. Dieses Gebilde wurde mit einem Rahmen aus Holzprofilen eingefasst. Die Seiten der Styrodurplatten verkleidete ich mit Balsaholz. Die Holzleisten wurden anschließend verschliffen, gebeizt und lackiert - als Dioramen Bauer mutiert man zeitweise eben auch zum Tischler. Aus Mauerresten baute ich noch zwei Brückenlager, die farblich so wie die Mauer behandelt wurden. Anschließend wurden die bereits fertigen Mauerteile und Gebäude mit Weißleim auf die Grundplatte geklebt. In der Umgebung der Mauer und des Hauses verlegte ich noch Straßenpflaster - allerdings nur auf 1-2 cm Breite (das Pflaster wurde damals weitgehend entfernt, um Geschoßabpraller und die daraus entstehende Schäden zu vermeiden). Die Mauerbresche ergänzte ich noch mit einem Stück Palisade aus einem Bausatz von Italeri. Damit war der grobe Aufbau abgeschlossen.

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Da der Stadtgraben zu jener Zeit zweckentfremdet als Jagdgrund, teilweise aber auch zur Müllentsorgung oder zur Fischzucht genutzt wurde, musste noch diverses „Grünzeug" auf das Diorama. Dazu nutzte ich unter anderem die neuen Grasmatten von Noch, da diese relativ lange Fasern haben, die gut gedehnt, gezupft und gerissen werden können, und im Gegensatz zu den altbekannten Wiesenmatten wirklich wie Gras aussehen. Ergänzt habe ich die Szene mit diversen sehr feinen Streuflocken in verschiedenen Färbungen und vorgefertigten Minibüschen. Auf unserer Zufahrtstraße fand ich dann feinen Schotter, der genau das passende Grau hat. Damit ahmte ich auch die Barrikade des Zugangstors nach. Diese Barrikade ergänzte ich noch durch entsprechend bemalte kleine Holzspieße - so kommt das Ganze der Darstellung auf dem bereits erwähnten Plan von Meldemann recht nahe.

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Nun begann ich damit, die benötigten Figuren zu sortieren - die in diesem Maßstab (1:72) obligaten Weichplastikfiguren (eine genaue Auflistung der verwendeten Sets ist am Ende des Artikels angefügt), womit wir auch schon bei Problem Nummer Eins wären: nämlich das leidige Thema des Entgratens dieser manchmal extrem weichen, fast schon gummiartigen Figuren, ohne deren Details zu zerstören. Manche schwören auf das Wegschneiden der Grate mit frischen Skalpellklingen, bei der benötigten Anzahl an Figuren eine endlose Tätigkeit - viel zu aufwendig. Andere frieren die Figuren ein und schleifen danach die Grate ab - diese Methode hat bei mir leider nicht funktioniert. Bei einer anderen Methode wird die Figur schnelle durch eine Kerzenflamme gezogen, was die Grate abschmelzen soll; ich hatte dabei immer Brandschäden zu verzeichnen. Also was tun? Durch Zufall entdeckte ich auf YouTube ein Video, in dem jemand mit einer glühenden Nadel knapp am Grat solcher Figuren entlang arbeitet und diesen so wegschmilzt. Das klappte grundsätzlich ganz gut, aber das ständige Aufheizen einer Nadel über einer Kerze war mir zu zeitraubend. So entschloss ich mich zum Kauf eines billigen Lötkolbens mit sehr feiner Spitze - das sollte im Prinzip auch gehen. Diese Methode funktionierte tatsächlich ganz gut, und man konnte ganz vorsichtig auch ein wenig nachmodellieren - sozusagen „mit heißer Nadel stricken". Dabei muss unbedingt mit Atemschutz gearbeitet werden; die entstehenden Dämpfe sind giftig! Leider sind bei einigen Figuren die Form-Trennstellen so ungünstig gelegt, dass man besser mit dem Grat lebt, als die Details zu zerstören. Auch die verschiedenartigen Zusammensetzungen der verwendeten Kunststoffe machte die Sache nicht einfacher- vor allem Zvezdas Material erwies sich als sehr widerstandsfähig.

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Nachdem dieses Problem beseitigt war, begann die Suche nach einem brauchbaren Klebstoff. Die Figurensets, die ich verwendet habe, bieten meist nur Figuren in 10 bis 15 verschiedenen Posen - also war Umbauen angesagt. Darum habe ich auch immer gleich zwei oder drei Stück von jedem Figurenset gekauft. Leider ist normaler Sekundenkleber bei den verwendeten Kunststoffen (zumeist Polyäthylen in verschiedenen Konsistenzen oder PVC) nur bedingt brauchbar. Doch dieses Problem konnte schnell gelöst werden, denn sowohl Loctite als auch Pattex haben für diese Anwendung ein tolles Produkt am Markt: Das 2-teilige Set heißt „Sekundenkleber Plastik" und besteht aus dem eigentlichen Kleber und einem Aktivatorstift. Das hält insgesamt schon recht gut. Bei einigen Figuren änderte ich die Bein-, Arm- oder gesamte Körperhaltung, indem ich sie in kochend heißes Wasser legte. Das machte den Kunststoff ganz weich und die Figuren ließen sich verbiegen und verdrehen. Danach habe ich die geänderten Figuren gleich im kalten Wasser abgekühlt und die Veränderung war fixiert.

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Um die Figuren auch möglichst realistisch auf dem Diorama zu fixieren, entfernte ich alle angegossenen Standplatten und drückte bei allen Figuren eine gekürzte und erhitzte Stecknadel in jeweils ein am Boden stehendes Bein. So ließen sich die Figuren hervorragend platzieren und waren auch gleich verlustsicher festgemacht. Das alles gilt ganz allgemein für alle nachstehend aufgeführten Sets und Hersteller, darum will ich hier nur noch beschreiben, was bei einzelnen Figuren besonders war oder was ich an ihnen geändert habe.

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Die Lanzen gefielen mir schon auf den Fotos auf www.plasticsoldiersreview.com nicht, also tauschte ich sie gegen wirklich tolle Waffen aus - Stahlstifte mit separat aufgelöteten Spitzen. Das sieht einfach um Welten besser aus! Diese Waffen fand ich bei einem englischen Spezialisten für Wargaming-Zubehör auf ebay. Für die sogenannten „Schwertspieler", die Männer mit den Zweihandschwertern, auch „Bidenhänder" genannt, und einige Kämpfer mit dem typischen Kurzschwert der Landsknechte, dem „Katzbalger", wurde aus diverseren Fotos von Schwertern, Helmbarten und Äxten eine elektronische Vorlage erstellt und selbige um kleines Geld bei der Firma Omobau geätzt. Bei den Schwertern ließ ich in einem Anfall von Übermut auch noch die Parierstangen als separate Teile ätzen, was sich später beim Zusammenbau noch als recht lustig erweisen sollte. Die Fotos sprechen, glaube ich, für sich.

Einige meiner Figuren sind aus Teilen von bis zu vier anderen Figuren zusammengesetzt. Dabei war regelrechtes „Schnitzen" angesagt - zum Beispiel, um eine Arkebuse zu entfernen und durch eine Lanze zu ersetzen. Bei all diesen Arbeiten ist ein Grafiker-Cutter mit seiner sehr spitz zulaufenden und schmalen Klinge ungemein hilf reich.

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Um der Vielfalt der damals verwendeten Kanonen Rechnung zu tragen, verwendete ich Kartaunen und Feldschlangen von Hagen Miniatures. Und zwei verschiedene Typen aus dem „Medieval Field Powder Artillery Set" von Zvezda. Die hölzernen Palisaden am Dach des Hauses und dem Torbau fertigte ich aus entsprechend zurechtgeschnittenen Zündhölzern, Zahnstochern und Balsahölzchen selbst.

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Wie schon bei den Mauern verwendete ich auch für die Bemalung der Figuren und des Zubehörs, wie Kisten und Fässer, Farben der Firma Black Hat, dem Originalhersteller der Games Workshop Acrylics unter eigenem Namen. Die Farben sind top und in über 200 Tönen zu bekommen - auch in vorsortierten, so genannten „Triads". Hier gibt es jeweils die Grundfarbe und Schattierung bzw. Aufhellung, ohne lange mischen zu müssen. Ich habe mich bewusst für eher kräftigere Farben entschieden, da die Knechte den größten Teil ihres Solds für eben diese bunten Kleider ausgaben. Eine gute Ressource dafür sind sogenannte „Reenactment-Gruppen". Die meisten dieser Gruppen achten sehr auf Originalität, auch was die Stoffwahl bzw. Färbeverfahren betrifft. Außerdem sind alle Gewänder in den Museen, sofern es sich um Originalstücke handelt, mittlerweile beinahe 500 Jahre alt und dementsprechend bereits verblasst oder verfärbt. Die Rüstungsteile wurden erst mit Schwarz grundiert und danach von Gunmetal über Chainmail (ein hellerer Eisenfarbton) bis hin zu Silber als Highlight bemalt. Im Diorama habe ich dann alle Einzelteile und Figuren teils mit Sekundenkleber, teils mit Montagekleber von Pattex fixiert.

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Nachdem dann nach fast fünf Jahren Bauzeit alles fixiert war, bastelte ich nur noch eine Plexiglashaube mit integrierter LED Beleuchtung als Staub- bzw. Griffschutz.

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Ohne die aufmunternde Unterstützung meiner Modellbaufreunde hätte ich es wohl nicht bis hierher geschafft, zumindest nicht in dieser Zeit. Doch jetzt war das Projekt abgeschlossen und bereit, auf der Go Modelling 2016 einem interessierten Publikum gezeigt zu werden. Auf dieser Ausstellung war das Diorama ein heißbegehrtes Fotoobjekt und die zwei Ausgaben unseres Magazins Modell Panorama 1+2 / 2016, in dem auf 22 Farbseiten ein mehr als ausführlicher Baubericht Einzug fand, waren ebenso sehr gefragt. Was mich jetzt schon ein bisserl stolz macht ;-)

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Harry Brunner

Publiziert am 13. Dezember 2016

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