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U-Boot Typ VII C-41

U-1004

von Martin Deuretsbacher (1:144 Revell)

U-Boot Typ VII C-41

Die Entwicklung des U-Bootkrieges erforderte eine markante Weiterentwicklung der VIIC Boote. Der geänderte Konstruktionstyp wurde VIIC/41 genannt, weil der Beschluss dazu 1941 gefasst wurde. Das OKM schätzte die britische Asdic-Ortung als gefährlichstes Mittel der U-Bootbekämpfung ein. Die Entwicklung von Schutzmitteln gegen die akustische Ortung brachte zwei Verfahren hervor, die "Alberich" und "Bold" genannt wurden. Beim Verfahren "Bold" wurde ein Täuschungskörper ausgestoßen. Dabei handelte es sich um einen Auftriebskörper, der im Wasser in 30 m Tiefe schwebte und dabei Wasserstoffblasen erzeugte, durch welches Scheinziel die Asdic-Ortung getäuscht wurde. Das gefährdete U-Boot konnte unerkannt ablaufen. "Bold wurde von den U-Booten ab 1942 eingesetzt und hat sich gut bewährt.

U-Boot Typ VII C-41

"Alberich" sollte den U-Booten eine „Tarnkappe" durch Anbringung einer 4mm dicken Gummischicht verleihen. Dadurch wurde die Schallrückstrahlung gedämpft und die Asdic-Ortung verfälscht. Je tiefer das U-Boot getaucht war, umso schwieriger war die Ortung. Probleme bereitete allerdings die Beklebung der Boote mit der Gummischicht. Deshalb konzentrierte man sich auf das Erreichen einer größeren Tauchtiefe (wiederholt waren U-Boote des Typs VIIC an der Grenze der Zerstörungstauchtiefe bei 200 m der sicheren Vernichtung entgangen).

Diese wurde bei den VIIC/41 U-Booten durch eine Verringerung des Gewichtes (Verwendung leichterer Materialien) bei gleichzeitiger Verstärkung der zweiten Hülle und des Druckkörpers ermöglicht. Die verstärkte Hülle bot besseren Schutz gegen kleinkalibrige Kanonen, mit denen die zu versenkenden Frachtschiffe im Verlauf des Krieges vermehrt ausgestattet wurden. Der verstärkte Druckkörper ermöglichte eine größere Tauchtiefe bis zur rechnerischen Zerstörungstauchtiefe von 250 bis 300 m.

Dadurch wurde nicht nur der Druckkörper ansprengsicherer gemacht, sondern auch die Asdic-Ortung erschwert, und der Gegner zur größeren Streuung der Wasserbomben der Tiefe nach gezwungen.

U-Boot Typ VII C-41

Durch einen neu konstruierten 13 cm längeren Bug, den sogenannten Atlantik-Steven, wurde die Manövrierfähigkeit der U-Boote verbessert. Die 8,8 cm Kanone kam zu Gunsten des Schnorchels weg, dafür vergrößerte sich der Wintergarten, damit die schwere 3,7 cm Flak und die beiden 2 cm Zwillingflaks Platz fanden. Am Bug wurden seitlich vier Rettungskapseln und im Wintergarten zwei Rettungskapseln eingebaut. Anfangs hatten die VIIC/41 Boote Panzerkästen als Anbauten am Turm, um der Besatzung Schutz vor angreifenden Fliegern zu gewähren. Diese Kästen hatten sich nicht bewährt. Da die Decksbesatzung ohnehin mit der Fliegerabwehr beschäftigt war, wurden die Panzerkästen später nicht mehr eingebaut. Auch die Schutzschilde der 2 cm Zwillingsflak wurden wieder ausgebaut, weil sich die Schilde bei Unterwasserfahrt als Hindernis darstellten und häufig durch den Fahrstrom abrissen.

U-Boot Typ VII C-41

Vom Typ VIIC/41 wurden 91 Einheiten gebaut. U-1004 wurde am 16.12.1943 in Dienst gestellt und absolvierte zwei Feindfahrten. Neben seiner Verwendung als Schulboot versenkte es am 22.2.1945 das britische Handelsschiff Alexander Kennedy (1.313 ts) und die kanadische Korvette HMCS Trentonian (980 ts). U-1004 überlebte den Krieg. Es wurde am 1.12.1945 von den Engländern anlässlich der Operation Deadlight versenkt.

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Literatur:

  • Geschichte des deutschen U-Bootbaus, Eberhard Rössler, J.F. Lehmanns Verlag, München 1975
  • Vom Original zum Modell: Uboottyp VII C, Fritz Köhl, Axel Niestle, Bernhard & Graefe Verlag, Bonn 1997

Martin Deuretsbacher

Publiziert am 03. Januar 2013

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