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Torpedoladekran

Scratchbau für Broncos U-XXIII Küsten U-Boot

von Christos Altintzis (1:35 Eigenbau)

Torpedoladekran

Einleitung

Die Typ XXIII U-Boote der Deutschen Kriegsmarine waren dafür ausgelegt, in den flachen Gewässern der Nord- und Ostsee sowie des Mittelmeeres zu operieren. Durch ihre geringe Größe konnten sie nur zwei Torpedos mitführen, die von außen geladen werden mussten. Insgesamt 61 Schiffe des Typs wurden gebaut. Sieben von ihnen gingen in den Einsatz und versenkten fünf Schiffe. Sieben Schiffe sanken, allerdings allein durch Unfälle. Zusammen mit dem größeren Typ XXI revolutionierten sie das Nachkriegs-U-Boot Design und einige dienten auch nach Kriegsende in verschiedenen Ländern.

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Broncos U-Boot und der Ladekran

Das imposante 1:35 Modell erreicht eine eindrucksvolle Länge von 99cm. Wenn der Ladekran angebracht ist, kommen noch einmal 10cm mehr hinzu, ohne die Torpedos selbst mitzuzählen.Allerdings liegen die Torpedorohrluken zu eng beieinander, die Lukentüren fehlen und die Spitze des Kommandoturms ist sehr spartanisch mit einem fiktiven Periskop wiedergegeben.

Das Modell verleitet natürlich zu Ideen für ein mit Seeleuten und Arbeitern belebtes Hafen- oder Trockendockdiorama, in dem das U-Boot gewartet und mit Nachschub versorgt wird. Solch eine Szene würde es auch ermöglichen, die beiden schönen Torpedos zu zeigen, die Bronco mitliefert, anstatt sie in den Torpedorohren zu verstecken.

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Meine Inspiration zog ich aus einer Fotografie aus dem Buch "Vom Original zum Modell: Uboottyp XXIII" von E. Rossler & F. Kohl, auf Seite 58 (ISBN 3-7637-6007-5), das einen an einem Typ XIII U-Boot angebrachten Ladekran während eines Trockendockaufenthalts zeigt.

Auf dessen niederer Sektion gab es zwei Gestelle, auf denen die Torpedos auflagen. Dann mussten diese nur noch eingefettet und in das Uboot verbracht werden. Eine andere Möglichkeit, die Torpedos zu laden, bestand darin, diese in ruhiger See auf einer Barke vor dem Uboot zu platzieren. Dann wurde der Ballast innerhalb des Uboots verschoben, so dass sich das Heck des Uboots senkte und der Bug hob, wodurch die sonst unter der Wasseroberfläche sitzenden Torpedoluken zugänglich wurden.

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Bau, Lackierung und Alterung

Nachdem ich die falsche Lage der Torpedoluken bemerkt hatte wusste ich, dass ich das Uboot genauestens vermessen müsste, um so am Ende akkurate Pläne zu erhalten. Der Kranaufbau wurde in 176 Teile heruntergebrochen, die auf 0,25, 0,50, 1,00, 1,50 und 3,00mm dicke weiße High Impact Polystyrene (HIPS) Platten aufgeteilt wurden. Dann wurden die Teile mit einem Lasercutter ausgeschnitten und zu Baugruppen zusammengefügt, um lackiert werden zu können. Zusätzlich wurden 484 einzelne Nietköpfe auf die Gitterrahmenstruktur aufgeklebt. Neben Plastik- und Bronzeteilen wurde Balsa verwendet, um die hölzernen Elemente des Torpedotragegestells nachzubilden.

Die Unterbaugruppen wurden grundiert und mit Tamiya XF-63 (German Grey) als Basisfarbe lackiert. Zur Auflockerung wurden einige Panels mit aufgehellter Farbe lackiert sowie verschiedene Grautöne von Talents Van Gogh Ölfarben zum Highlighten verwendet. Nach der Lackierung folgte die Alterung von stark beanspruchten Oberflächen, Lackabplatzer sowie Rost- und Öl-Effekte, für die ich die MIG Produkte Standard & Light Rust sowie Oil & Grease Stain Mixture verwendete. Zuletzt wurde auf die hölzernen Teile noch eine wasserbasierte Lasur aufgetragen.

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Torpedoladekran

 

Zusammenfassung

Nachdem der Kran nun nach ungefähr 240 Arbeitsstunden fertig ist, eröffnen sich mir verschiedene Dioramenoptionen: In einem Hafendiorama, auf einem Lkw verladen, auf einem Eisenbahnwaggon oder von einem Hafenkran hängend wie etwa CMKs Dampfkran #RA050.

Mehr Informationen und Fotos gibt es unter TimesInScale auf www.deviantart.com.

Christos Altintzis

Publiziert am 13. Juni 2016

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