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HMS Onslow

von Daniel Stihler (1:700 Tamiya)

HMS Onslow

Zum Vorbild

Der britische Zerstörer HMS Onslow war das Führungsschiff der acht Einheiten umfassenden O-Klasse, die unmittelbar nach Kriegsbeginn von der Royal Navy in Auftrag gegeben wurde, um dem Mangel an modernen Zerstörern abzuhelfen. Der vorgesehene Name Pakenham wurde kurz vor der Fertigstellung in Onslow geändert. Das am 31. März 1941 bei John Brown in Clydebank vom Stapel gelaufene und am 8. Oktober in Dienst gestellte Schiff war 105,2 m lang, 10,7 m breit und verdrängte 1.570 Tonnen. Zwei Parsons-Turbinen trieben es auf maximal 37 Knoten (69 km/h) an. Die Bewaffnung bestand aus vier 120 mm-Schnellfeuerkanonen in Einzellafetten, einem Vierfachsatz 21 Zoll-Torpedorohren und einem 102 mm-Flakgeschütz an Stelle eines zweiten Torpedorohrsatzes. An leichten Waffen trug der Zerstörer einen 40 mm-"Pompom"-Flakvierling und vier einzelne 20 mm-Oerlikons.

HMS Onslow

Nach der Indienststellung wurde die Onslow der Home Fleet als Führungsschiff der 17th Destroyer Flotilla zugeteilt. Schwerpunkt der Kriegseinsätze war die Sicherung von Nordmeergeleitzügen nach Murmansk. So erlebte die Besatzung die Vernichtung des Geleitzugs PQ 17 mit und versenkte bei der Verteidung von PQ 18 am 14. November 1942 das U-Boot U 589. Zum wohl dramatischsten Einsatz entwickelte sich im Dezember 1942 der Konvoi JW 51B. Kapitän Robert Sherbrooke auf der Onslow kommandierte die sechs Zerstörer, zwei Korvetten, einen Minensucher und zwei bewaffnete Trawler umfassende Geleitsicherung.

HMS Onslow

Am 31. Dezember wurde der Geleitzug von einem starken deutschen Verband angegriffen, der die beiden schweren Kreuzer Admiral Hipper und Lützow sowie sechs Zerstörer unter dem Kommando von Vizeadmiral Oskar Kummetz umfasste. Die britischen Zerstörer konnten u.a. mit fingierten Torpedoangriffen und dem Legen von Rauchvorhängen die überlegenen Angreifer vier Stunden lang aufhalten, bis die als Fernsicherung eingesetzten Kreuzer HMS Sheffield und HMS Jamaica in das Gefecht eingriffen und die Angreifer zum Rückzug zwangen. Die Briten verloren den Zerstörer Achates und den Minensucher Bramble, die Deutschen den Zerstörer Friedrich Eckoldt. HMS Onslow war durch Treffer der Hipper erheblich beschädigt worden, wobei der später mit dem Viktoriakreuz ausgezeichnete Kapitän Sherbrooke schwere Verwundungen erlitt.

HMS Onslow

Auch in den folgenden Kriegsjahren sicherte die Onslow vor allem Konvois und erlebte mit den Angriffen auf die Konvois JW 64 und RA 64 im Februar 1945 noch zwei der letzten Geleitzuggefechte des Kriegs mit. 1949 wurde sie von Großbritannien an Pakistan verkauft, wo sie unter dem Namen Tippu Sultan nach einer Modernisierung in den 1950er Jahren noch bis 1980 in Dienst stand und dann verschrottet wurde.

Quellen: https://de.wikipedia.org/wiki/HMS_Onslow_(G17);

             Dudley Pope: 73 North. The Battle of the Barents Sea, Ithaca 2005 

HMS Onslow

Mein Modell

Bei diesem "O Class" bezeichneten Angebot von Tamiya handelt es sich um einen Doppelpack mit zwei kompletten Bausätzen, die erstmals 1978 von Pit Road/Skywave auf den Markt gebracht worden sind. Ensprechend einfach gehalten ist das ganze - es gibt weder Bullaugen noch Türen, die Detaillierung ist auch ansonsten recht einfach, die Bewaffnung teils deutlich überdimensioniert. Immerhin gibt es ein Ätzteilset von White Ensign Models (PE 721), das dann kaum einen Wunsch offen lässt. Dem Bausatz liegen zwar Markierungen und die alternativen Hauptbewaffnungen für etliche Zerstörer der O- und P-Klasse bei, aufgrund kleiner Unterschiede bei den Aufbauten können - wenn man es genau nimmt – nur die beiden Führungsschiffe Onslow und Pakenham gebaut werden. Ich habe mich für die Onslow entschieden, und zwar in der Ausstattung und Lackierung, mit der sie 1941 in Dienst gestellt wurde.

HMS Onslow

Der Bau war aufgrund der tadellosen Paßgenauigkeit komplett unproblematisch. Ich habe zunächst den Rumpf und die Aufbauten separat zusammengeklebt und mit einer Grundierung von Vallejo versehen. Dann wurden die Decks mit "Admiralty Dark Grey 507A" von Lifecolor mit der Airbrush besprüht und anschließend mit Tamiya-Tape abgeklebt, um den Rest mit "Admiralty Medium Grey 507B" zu lackieren. Erst danach habe ich das Modell bis auf einige Kleinteile zusammengebaut und ihm einen Überzug mit Erdal Glänzer verpasst.

HMS Onslow

Ensprechend der Anleitung von David Griffith aus dem Buch "Ship Models from Kits" gab es dann mehrere Filter mit stark verdünnter weißer, schwarzer und rotbrauner Ölfarbe; anschließend wurden mit Schattenmalen sowie Trockenbürsten (ersteres mit verdünntem Schwarz, zweiteres mit einem etwas helleren Grau) die Konturen und Details (soweit vorhanden) hervorgehoben. Eine echte Herausforderung war wieder das Takeln mit 0,055 mm dicker Gummischnur von "Infini Model". Das ging nur in Etappen und mit anschließender Nervenberuhigung durch einen guten Single Malt Whisky.

HMS Onslow

Letzte Schritte waren dann ein Überzug mit Mattlack und die Bevölkerung des Modells mit einigen Figuren aus dem Set "Naval Figures Royal Navy" von Eduard. In See stechen darf die Onslow auf einer wie immer aus einer Styroporplatte, Acrylfarben und Silikon hergestellten Basis. Die beiden Bausätze fallen in Sachen Detaillierung gegenüber den neueren Angeboten britischer Zerstörer - nicht zuletzt von Tamiya selbst (Electra und Vampire) - zwar deutlich ab, bieten aber viel Bastelspaß für wenig Geld und sind als Einstieg in die 1:700er-Welt durchaus zu empfehlen.

Daniel Stihler

Publiziert am 18. April 2020

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