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IJN Naka

von Daniel Stihler (1:700 Fujimi)

IJN Naka

Zum Vorbild

Die Naka (那珂, nach einem Fluss im Osten von Honshu) war ein leichter Kreuzer der drei Schiffe umfassenden "Sendai"-Klasse. Der Bau des 1922 bei Mitsubishi in Yokohama auf Kiel gelegten Schiffs wurde durch das große Kantō-Erdbeben von 1923 stark verzögert. Die Indienststellung erfolgte 1925. Der als Führungsschiff für eine Zerstörerflottille konzipierte Kreuzer mit 450 Mann Besatzung war 163 m lang, 14,3 m breit und verdrängte 5.113 Tonnen. Vier Turbinen, die von zwölf Dampfkesseln angetrieben worden, ermöglichten eine (theoretische) Höchstgeschwindigkeit von 35,3 Knoten (65 km/h).

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Die Hauptbewaffnung bestand aus anfangs sieben (später sechs) 14 cm-Kanonen in offenen Einzellafetten sowie acht 60,9 cm-Torpedorohren in vier Zwillingssätzen. 1934/35 erhielt dasSchiff ein Flugzeugkatapult für ein Wasserflugzeug des Typs Kawanishi E7K ("Alf") auf dem Achterdeck. Bis zum Beginn des Kriegs war die Naka - abgesehen von einem kurzen Einsatz an der chinesischen Küste - in Japan stationiert. Einer ihrer Kommandanten war der spätere Vizeadmiral Nagumo Chūichi, der u.a. die japanischen Verbände beim Angriff auf Pearl Harbour und in der Seeschlacht bei Midway führte.

IJN Naka

Trotz seiner altertümlich anmutenden Bauweise und Bewaffnung spielte der Kreuzer eine aktive Rolle im Krieg. Im Dezember 1941 sicherte die Naka japanische Landungen auf den Philippinen, am Anfang des folgenden Jahres war sie am Angriff auf die niederländischen Kolonien in Indonesien beteiligt. Im Februar 1942 gehörte sie zu der Flotte, die einen niederländisch geführten, alliierten Schiffsverband in den Schlachten in der Javasee und in der Sundastraße vernichtete. Bei der Landung auf der Weihnachtsinsel wurde die Naka am 1. April 1942 durch das amerikanische U-Boot USS Seawolf torpediert und schwer beschädigt. Nach langwierigen Reparaturarbeiten, bei denen auch die Flugabwehrbewaffnung massiv verstärkt wurde, konnte sie erst im April 1943 wieder in Dienst gestellt werden. In den folgenden Monaten diente sie vor allem als schneller Versorger und transportierte Truppen und Nachschub zwischen Japan, Papua-Neuguinea und Stützpunkten im Westpazifik (u.a. Truk, Kwajalein) hin und her. Mehrfach entging die Naka nur knapp amerikanischen U-Boot- und Luftangriffen.

IJN Naka

Dieses Glück endete am 17. Februar 1944. Das im Truk-Atoll liegende Schiff erhielt den Befehl, dem durch einen U-Boot-Angriff schwer beschädigten Kreuzer Agano zu Hilfe zu kommen. Hierbei wurde sie zum Ziel mehrerer Wellen amerikanischer Kampfflugzeuge, die in der "Operation Hailstone" eine Serie schwerer Angriffe auf Schiffe und Einrichtungen im Truk-Atoll flogen. Die Naka konnte zwar mehreren Attacken ausweichen, wurde dann aber von einem durch eine  Grumman TBF Avenger abgeworfenen Torpedo und fast zeitgleich von einer Bombe getroffen. Sie brach in der Mitte auseinander und sank in wenigen Minuten. 240 Bestatzungsmitglieder starben, 210 Mann konnten gerettet werden.

Quelle: Wikipedia

IJN Naka

Mein Modell

Fujimi hat diesen Bausatz erstmals bereits 1973 als Jintsu (eines der beiden Schwesterschiffe der Naka) auf den Markt gebracht. Das Alter merkt man dem Bausatz auch deutlich an, denn die Details sind teils recht grob oder fehlen auch ganz, auch die Passgenauigkeit ließ teilweise etwas zu wünschen übrig. Zwar soll offensichtlich den Zustand des Schiffs nach der Überholung von 1942/43 dargestellt werden, allerdings fehlt ein erheblicher Teil der damals ergänzten leichten Flak. Dafür bietet der Bausatz ein ungewöhnliches Schiff zu einem niedrigen Preis.

IJN Naka

Der Bau verlief insgesamt unproblematisch. Auch hier habe ich wieder Rumpf und Aufbauten separat gebaut und lackiert - erst mit Vallejo-Primer, dann mit Maizuru-Grau und Linoleum-Braun aus dem IJN-Set I von Lifecolor. Das erspart einen Teil der Abklebearbeiten. Erst dann erfolgte der endgültige Zusammenbau. Nun erhielt das Schiff einen Überzug mit Erdal-Glänzer, der als Basis für mehrere Filter aus stark verdünnter, schwarzer, weißer und rotbrauner Ölfarbe diente. Die Details - so sie denn vorhanden waren - habe ich durch Schattenmalen mit dunklen Ölfarben und Trockenbürsten mit helleren Grautönen hervorgehoben.

IJN Naka

Für die Takelung kam wieder 0,055 mm dicke Gummischnur von Infini Model zur Verwendung, die sich gut straff  ziehen lässt, ohne die Masten zu verbiegen. Das Takeln ist zwar mühsam und teils recht nervenaufreibend, lohnt sich aber. Leider habe ich kurz vor Abschluss dieser Tätigkeit den vorderen Mast abgebrochen. Er ließ sich zwar wieder befestigen, ist aber bei genauem Hinsehen doch etwas in Mitleidenschaft gezogen worden. Zum Schluss kamen noch einige Kleinteile wie die Beiboote, der Flaggenstock am Heck und das Bordflugzeug hinzu.

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Die im Bausatz enthaltene E7K war auch für meine nicht allzu hohen Ansprüche ein deprimierender Klumpen Plastik und wurde deshalb gegen eine deutlich bessere Version aus dem Hasegawa-Bausatz der Kinugasa ausgetauscht.  Nach einer abschließenden Lackierung mit transparentem Acryl-Mattlack von Revell kam die Naka dann auf ihre Wasserbasis (wie immer aus Styropor und Silikon) und in eine Klarsichtbox von Trumpeter. Mit seiner altertümlichen, an Kreuzer des Ersten Weltkriegs erinnernden Bauweise sticht sie hervor, und aus den beim Bau erlebten Missgeschicken lässt sich etwas für das nächste Projekt lernen...

IJN Naka

Daniel Stihler

Publiziert am 19. Juni 2020

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