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IJN Mikasa

von Horst Maiwald (1:700 Hi-Mold)

IJN Mikasa

Historie

Bei dem bekannten Schlachtschiff ist ein kurzer Abriss der wichtigsten Daten sicherlich ausreichend. Das Schiff lief am 08.11.1900 bei Vickers, Sons & Co vom Stapel. Am 01.03.1902 erfolgte die Indienststellung in England, die Ankunft in heimischen Gewässern kann nur geschätzt werden. Am 08./09.02.1904 brach der japanisch-russische Krieg aus, in dessen Verlauf MIKASA vom 10.-16.08.1904 als Flaggschiff Gefechte im Gelben Meer bestritt und schwere Schäden davon trug, so dass eine Überholung in der Werft nötig wurde, bei der sie auch modifiziert wurde. Wieder als Flaggschiff nahm MIKASA an der Seeschlacht von Tsushima (27./28.05.1905) teil, bei der sie wiederum beschädigt wurde. Nach einer Munitionsexplosion, die sich an Bord am 12.09.1905 ereignete, sank das Schiff, wurde jedoch gehoben, repariert und 1908 wieder in Dienst gestellt. Im Laufe der Zeit wurde die MIKASA mehreren Umklassifizierungen und verschiedenen Modifizierungen unterzogen. Seit 1961 liegt die MIKASA als Museumsschiff in Yokusuka.

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Technische Daten:

  • Länge über alles: 131,70 m
  • Länge in der Konstruktionswasserlinie: 126,50 m
  • Breite: 23,23 m
  • Bewaffnung: 4 x 30,5 cm C/40 in 2 Drehtürmen, später L/45 14x 15,2 cm L/40 in Kasematten, später L/45 Leichte Geschütze: bis Ende 1904 insgesamt 32 Stück 20x 12 Pdr (7,6 cm L/40) davon 4 in Bug- und Heckkasematten und 4 auf den Brücken 8x 3 Pdr (4,7 cm L/40) in den Gefechtsmarsen 4x 2,5 Pdr (sowohl als 4,2 cm als auch 4,7 cm L/33 bezeichnet) auf dem Bootsdeck ab 1905 (Tsushima) gesamt 28 Stück 20x 12 Pdr (7,6 cm L/40) davon 8 auf den Brückenaufbauten 8x 4,7 Pdr 4 in Bug- und Heckkasematten, 4 auf dem Bootsdeck

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Das Modell:

Das Modell basiert auf dem Resin-Kit der HiMold-Serie der Firma PitRoad aus Japan. Ausschließlich mit den Teilen des Lieferumfangs ist nur der Bauzustand Ende 1904 bis zur Tsushima-Seeschlacht darstellbar, aber da sind die „beringten“ Schornsteine und die Zeichnungen zur Anfertigung der Masten nicht zeitgemäß. Siehe hierzu auch das Deckelfoto . Ferner ist zu bezweifeln, ob im Kriegsfalle die gesamte Bootsdotierung auf dem Bootsdeck mitgeführt wurde und ob jemals sieben Ruderboote des gleichen Typs dort vorhanden waren. Weitere Kritikpunkte sind unter anderem die Furchenstruktur des Oberdecks, dass die Boote gegenüber den Zeichnungen zu groß ausgefallen sind, der schlechte Guss des Salings (Teile M32 und M33), dass keine Torpedonetze mit dabei sind und dass die mitgelieferten Ätzteile sehr dürftig ausgefallen sind.

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Den Bausatz hatte ich allerdings 1998 gekauft, so dass ich über zwischenzeitliche Verbesserungen des HiMold-Kits keine Information habe. Bereits beim Kauf stand für mich fest, dass es die MIKASA im Vorkriegs-Look werden sollte, trotz des zu erwartenden Aufwandes. Modellalternativen gab es damals nicht, bzw. es waren mir keine bekannt. So wurden folgende Modifikationen und Eigenleistungen am Bausatz vorgenommen, losgelöst vom tatsächlichem Bauablauf. Es wurden Schrägstützen unter den Sims für die Torpedonetze angebracht. Außerdem wurde ein Dach über die Heckgalerie und darüber ein Laufsteg achteraus montiert und es kamen beidseitig Heckanker zum Einsatz. Für den dritten Buganker wurde eine Ankerkette außenbords und auf der Back befestigt. Es wurden 4 Kombüsenschornsteine inklusive Abspannungen auf dem Achterdeck neu hergestellt. Der Brückenbereich wurde mit zusätzlichen Stützen und diversen Niedergängen sowie mit normalen, nicht mit Persenings verkleideten Relings bestückt.

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Es wurden weitere Relings um das Vor-, das Achterschiff und um das Bootsdeck herum verklebt. Die Schornsteine wurden komplett neu erstellt mit Ausnahme der Bodenplatten. Die Masten entstanden in Löt- und Klebetechnik. Die Gefechtsmarsen wurden aus Plastikrohrelementen produziert. Alle Bootsdavits wurden neu aus Messingdraht gebogen. Das Beibootsortiment wurde in Anlehnung an das Spritzgussmodell von Seals Models und anderen Quellen modififziert. Die nicht authentischen 30,5 cm Rohre der schweren Artillerie wurden durch gedrehte Messingrohre ersetzt. Erst bei Tsushima waren die Oberdecksgeschütze ohne Schutzschilde, deshalb wurden diese komplett neu angefertigt.  Es erfolgte eine Abspannung der neu hergestellten Schornsteine in zwei Ebenen mit geschwärztem 0,06er Kupferdraht. Es wurde abschließend die komplette Takelage mittels Polyamid-Nähgarn und Kupferdraht erstellt.

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Neben den Teilen des HiMold Bausatzes kamen noch eine ganze Menge anderer Zurüst- und Ätzteile zum Einsatz. Die Boote kamen von Seals Models (SMP-001, Teile 5,6,11) sowie von White Ensign Models (Pro B009 WWI 30 ft Gig, allerdings etwas modifiziert). Die Geschütze wurden auch aus dem Sealsbausatz entnommen und zwar Teil 39 modifiziert für die 7,6 cm und Teil 43 für die 4,7 cm. Als Geschützrohre der schweren Artillerie wurden die gedrehten Messingrohre von NNT (B04 30,5 cm WWI) auch modifiziert verwendet. Für die 7,6 cm Rohre mit Schutzschilden kamen auch die hervorragenden Drehteile von NNT zum Einsatz (B02 15cm). An Fotoätzteilen wurden die Ankerketten von GoldmMedalModels aus dem Set 700-20  sowie Relings aus dem Set 700-10 für das Vorschiff passend zum Deckssprung und zu den Bereichen an den Doppelpollern verwendet, die Reling für das Bootsdeck entsprang der Grabbelkiste. Die Fußpeerde für die Rahen wurden dem Set 713 von White Ensign Models entnommen und das Schornsteinrost kam aus dem GMM Set „Deutsche Kriegsmarine“, welches von der Scharnhorst zweckentfremdet wurde.

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Alle verwendeten Niedergänge stammten aus dem GMM-Set 700-19, die für mich in dem Maßstab die besten ihrer Art sind. Die für die MIKASA vorgesehenen Ätzteile von PitRoad unter der Nummer PE-124 sind für die HiMold MIKASA leider nur bedingt tauglich, da sie offensichtlich für das Sealsmodell entwickelt wurden und den Bauzustand ab 1905 wiedergeben. Der größte Mangel dieses Sets ist, dass die Salings (Starfish) zu allen Zeiten 6armig und nicht wie auf der Ätzteileplatine 4armig ausgeführt waren. Der Anstrich: Das Aufbringen des „Kriegsgrau“ erfolgte wohl erst Anfang 1904, zuvor war Schwarz und Mausgrau sowie die typischen weißen Schornsteinringe aktuell. Für das Schwarz wurde Revell 78 Panzergrau verwendet, für das Mausgrau, das seiner Zeit sehr hell war, habe ich mich für Humbrol 28 entschieden, denkbar wäre auch Humbrol 147 gewesen. Alle Stahldecks wurden mit Revell 57 lackiert.

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Fazit

Den betriebenen zeitlichen und monetären Aufwand wird wohl nicht jeder treiben. Viele werden wohl dieses Schiff in „Kriegsgrau“ belassen, denn auch in diesem Bauzustand kann man einige Extras realisieren. Ob mein Vorhaben mit dem Seals-Kits wesentlich leichter geworden wäre bleibt offen, da ich diesen Bausatz nur vom flüchtigen Betrachten kenne. Dennoch habe ich bei diesem schon einige Fragezeichen bemerkt.

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Quellen

  • Modellwerft 11/95 Seite 46: Modellbeschreibung (HiMold-Bausatz)
  • ModellFan 01/01 Modellbeschreibung (Sealsmodels Bausatz)
  • Morskaya Kollekzija 8/04: MIKASA und andere (russisch)
  • Chesneau/Kolesnik: Kriegsschiffe der Welt 1860-1905

IJN Mikasa

Horst Maiwald

Publiziert am 31. März 2006

Die Bilder stammen von Martin Kohring.

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