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HMS King George V

von Michael Delf (1:700 Tamiya)

HMS King George V

Geschichte

Die HMS King George V (KGV) war das erste Schiff der gleichnamigen Klasse, die aus 5 Schlachtschiffen bestand. Die Schwesterschiffe waren: „Prince of Wales“, „Duke of York“, „Anson“ und „Howe“. Sie waren die modernsten Schlachtschiffe, die die britische Marine im 2. Weltkrieg im Einsatz hatte. Als der 2. Weltkrieg im September 1939 ausbrach, waren nur die KGV und Prince of Wales vom Stapel gelaufen. Die KGV war dann im Herbst 1940 fertig gestellt und diente während der ersten Kriegsjahre in der britischen „Home Fleet“ mit Basis in Scapa Flow. Im April 1941 wurde die KGV Flaggschiff der Flotte unter Admiral Tovey und im folgenden Monat kam der erste große Einsatz, als es darum ging das deutsche Schlachtschiff „Bismarck“ im Nordatlantik zu bekämpfen.

HMS King George V

Nachdem die Bismarck durch die Wirkung von einem Flugzeug-Torpedo am Ruder beschädigt und unmanövrierfähig wurde, konnten die schweren Einheiten der britischen Flotte die Bismarck einholen und sie unter Beschuss nehmen. Zusammen mit der „HMS Rodney“ feuerte die KGV mit immer abnehmender Reichweite solange auf die Bismarck bis sie nur noch ein brennender Hulk war. Wegen Treibstoffmangels musste die KGV die Kampfhandlungen dann aber abbrechen und nach Scapa Flow zurücklaufen.

HMS King George V

Im Jahre 1942 operierte die KGV als Ferndeckung für alliierte Geleitzüge nach Russland. Während eines Einsatzes im Mai 1942 war die KGV in eine Kollision mit dem britischen Zerstörer „Punjabi“ bei schlechten, nebeligen Wetter verwickelt. Die im Sinken detonierenden Wasserbomben des Zerstörers beschädigten die KGV am Bug, so dass das Schiff den Einsatz abbrechen und nach Liverpool zurückkehren musste.

HMS King George V

Im Mai 1943 wurde die KGV ins Mittelmeer versetzt und in September 1943 nach der Kapitulation Italiens begleitete die KGV Teile der italienischen Flotte von Tarent nach Malta. Nach einer größeren Modernisierung wurde die KGV im Herbst 1944 in den indischen Ozean verlegt, um sich der neu gebildeten britischen Pazifik-Flotte anzuschließen. Diese Flotte war in der Zeit von März 1945 bis zum Kriegsende im August 1945 ein Teil der alliierten „Task Force 57“ (später 37) im Pazifik und unterstützte die Amerikaner in der Schlacht um Okinawa. Im Juli 1945 war die KGV an den ersten Angriffen gegen die japanischen Heimatinseln beteiligt, wobei die KGV verschiedene Ziele auf der Insel Honshu beschoss. Die KGV war auch in der Tokyo-Bucht bei der offiziellen Kapitulation Japans anwesend . Nach dem Kriege diente die KGV als Ausbildungsschiff bevor sie ein paar Jahre lang „eingemottet“ wurde. 1957 erfolgte die Verschrottung.

HMS King George V

Technische Daten:

  • Verdrängung: 36730 t
  • Länge: 213,4 m zwischen den Loten; 227,1 m über alles
  • Breite: 31,4 m
  • Maschinen: Dampfturbinen mit 110.000 shp; Antrieb auf 4 Wellen
  • Maximale Geschwindigkeit bei voller Beladung: 28,2 Knoten
  • Reichweite: 22400 km bei 10 Knoten; 10400 km bei 14 Knoten; 4060 km bei 27 Knoten.
  • Bewaffnung (im Bauzustand): 10 x 14in/45 Mk VII (35,6 cm) (2 x 4; 1 x 2 ), 16 x 5,25in/50 QF MkI (13,3 cm) (8 x 2), 32 x 2pdr Pompoms (40 mm) (4 x 8), 2 Bordflugzeuge
  • Mannschaft: ca. 1420

Im Laufe des Krieges wurde die Flakbewaffnung mit 20mm Oerlikons, 40mm Bofors und zusätzlichen 2pdr Pompom-Geschützen verstärkt. Die Radarausrüstung im Bauzustand der KGV war Typ 279 Luftüberwachung – Antennen am Vor- und Hauptmast – sowie Typ 284 am Hauptfeuerleitstand auf der Brücke. Die Schiffselektronik wurde auch während des Krieges immer wieder verbessert. Bei der Werftüberholung vom Februar bis Juli 1944 wurden die Flugzeuge und Katapulte entfernt.

HMS King George V

Das Modell

Aus den Tamiya Bausätzen der KGV und PoW kann man mit wenig Arbeit gute Schiffsmodelle bauen, obwohl die Bausätze jetzt etwa 30 Jahre alt sind. Für mein Modell der KGV habe ich den Tamiya PoW Bausatz verwendet. Das Modell stellt die KGV im Mai 1941 während der Bismarck Verfolgung dar, als das Schiff noch im ersten Bauzustand war. Im Buch „Britische Schlachtschiffe des 2. Weltkrieges“ von Raven & Roberts sind gute Pläne der KGV im ersten Bauzustand enthalten und diese habe ich genommen, um das Modell zu korrigieren und zu detaillieren. Die Hauptkorrekturen für das Modell sind die beiden Schornsteine ca. 1mm breiter zu machen, die obere Brückenpartie neu zu bauen, und die Positionen der Hälfte der 13,3cm Barbetten neu zu setzen. Als Detailarbeit habe ich u.a. die ganzen Ventilatoren, Winden usw. auf dem Hauptdeck neu aus Plastikcard nach den Plänen von Raven & Roberts und Profile Morskie 49 Prince of Wales angefertigt.

Zurüstteile wie Boote, Pompoms, Flugzeug und die UP-Raketenwerfer sind von WEM, sonst aus der Ersatzteilkiste. Die Masten sind neu aus Messingrundstäben gemacht sowie die Takelage aus 0,1 und 0,06mm Messingdraht.

HMS King George V

Ätzteile

Diese habe ich dem sehr guten Satz vom WEM entnommen. Lediglich sind die Kräne aus dem neuen GMM „British Warship“ Satz, da meiner Meinung nach diese am genauesten sind.

HMS King George V

Bemalung

Im Mai 1941 war die KGV mit Mittelgrau 507B überall angestrichen. Für den Modellanstrich habe ich die entsprechende WEM-Colourcoats Farbe genommen, die zu meiner Freude eine zufriedenstellende matte Lackierung wiedergab wenn trocken. Für die Bemalung der Holzdecks machte ich eine Mischung aus Humbrol 162 & 187, etwa 1:1. Wenn trocken wurden die Decks mit stark verdünnter schwarzer Farbe „gewaschen“, um ein schmutziges Aussehen zu erzeugen.

HMS King George V

HMS King George V

Display

Das See-Display habe ich wie für meine anderen Schiffsmodelle gemacht (siehe meinen Beitrag „USS La Vallette“). Das Modell der KGV wollte ich aber in einer etwas stürmischen See setzen, wie es im Nordatlantik öfters vorkommen kann – auch im Mai!

HMS King George V

Um die höheren Wellen darzustellen ist es besser wenn die Wellenunterlage erst aus Pappstreifen aufgebaut wird, bevor die Spachtelmasse darauf gespachtelt wird. Wenn die Spachtelmasse zu dick auf die Holzplatte geschmiert wird, neigt sie beim Trocknen dazu Risse zu bilden. Diese müssen dann mit mehr Spachtelmasse nachgearbeitet werden.

Als Seefarbe habe ich diesmal Humbrol HU23 (alte Authentics Farbe!) genommen, die etwas grüner als H77 wirkt. Um dem Schiff herum wurde die HU23 mit weißer Farbe heller gemacht. Die Gischt am Bug ist aus Watte, die weiß bemalt und dann mit Klarlack gestrichen wurde.<7P>

Michael Delf

Publiziert am 09. Februar 2006

Die Bilder stammen von Martin Kohring.

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