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Maschinengewehrkraftwagen Kfz. 13

Herbst 1939 - Überfall auf Polen...

von Theo Peter (1:72 First to Fight)

Der deutsche Maschinengewehrkraftwagen Kfz. 13...
Der deutsche Maschinengewehrkraftwagen Kfz. 13...

Zum Original:

Der leichte Maschinengewehrkraftwagen oder auch Panzerspähwagen Kfz.13 wurde nach dem ersten Weltkrieg noch von der Reichswehr eingeführt und anschließend in die Wehrmacht übernommen. Das Kfz.13 wurde zur Gefechtsfeldüberwachung geplant. Es wurden allerdings lediglich 147 Fahrzeuge von Daimler Benz ausgeliefert. Basis der Fahrzeuge waren die zivilen Adler Standard 6 Wagen. Das Fahrzeug verfügte zwar über einen Allradantrieb, war aber dennoch nicht besonders geländegängig und daher auch bei den Soldaten nicht wirklich beliebt. Die Fahrzeuge wurden daher auch nur noch im Polen-, Russland- und Frankreich-Feldzug verwendet und bereits im Jahre 1941 ausgemustert. Anschließend wurden die Wagen nur noch zu Ausbildungszwecken verwendet.

...trifft auf eine Straßensperre der polnischen Armee.
...trifft auf eine Straßensperre der polnischen Armee.

Angetrieben wurden die Fahrzeuge mit einem 51 PS schwachen Motor, der die Fahrzeuge auf bis zu 70 km/h beschleunigen konnten. Neben dem Fahrer fand nur noch ein weiterer Soldat Platz im Fahrzeuginnern. Die mit einem Maschinengewehr (anfangs MG13 (kal.7, 92mm), gegen später dann MG34) bewaffneten Versionen wurde als Kfz.13, die mit einer Funkanlage anstelle des Maschinengewehrs ausgestatteten Versionen als Kfz.14 bezeichnet. Gepanzert war das Fahrzeug mit einer 8mm Rundumpanzerung, wobei die Fahrzeuge nach oben Wetter, Feind und Witterung ausgesetzt waren. Die Fahrzeuge wurden vor allem von Aufklärungsbataillonen und Kavallerie Regimentern eingesetzt. Das hier dargestellte Fahrzeug gehört zu einer nicht näher definierten Einheit, die 1939 beim Einmarsch in Polen an vorderster Front operierte.

Der deutsche MG-Schütze eröffnet sofort das Feuer und versucht seinen Kameraden Feuerschutz zu geben!
Der deutsche MG-Schütze eröffnet sofort das Feuer und versucht seinen Kameraden Feuerschutz zu geben!

Zum Bau des Modells:

Der Kit stammt aus der WWII Collection 1:72 "Wrzesien 1939" von First to Fight. Beim Durchstöbern im Internet blieb ich sofort bei diesem Bausatz bzw. Bausatzcover hängen. Gebaut wurde das Modell größtenteils aus der Kiste. Qualität und Passgenauigkeit sind in Ordnung. Der Kit besteht aus nur wenigen Teilen, die schnell zusammengebaut werden können. Der Innenraum wurde mit einem Schaltknüppel und einem Schalthebel für das Allradgetriebe aus gezogenen Gussästen ergänzt. Ebenfalls wurde der Innenraum mit einer dünnen Polystyrolplatte erhöht, damit der Revell-MG-Schütze auch über die Bordwand schießen kann. Das mitgelieferte Maschinengewehr wurde nicht verwendet und durch den eben erwähnten Revell-Schützen ersetzt. Lediglich das MG-Schutzschild wurde verwendet und am Revell-Schützen angebracht. Die Vorderachse wurde eingelenkt dargestellt.

Den Feuerschutz nutzen die Kameraden, um schnell zur Straßensperre vorzurücken und den Gegner zu bekämpfen.
Den Feuerschutz nutzen die Kameraden, um schnell zur Straßensperre vorzurücken und den Gegner zu bekämpfen.

Bemalt wurde das Fahrzeug mit matten Revellfarben und dem Pinsel. In die noch nasse Farbe wurden die fünf hervorragend zu verarbeitenden Nassschiebebilder angebracht. Gealtert wurde das Fahrzeug mit matten Revellfarben und dem Trockenmalverfahren. Abschließend folgte ein Washing mit stark verdünnter Revellfarbe und Pigmentpulver aus fein gemörserter echter Erde. Die silber bemalten Scheinwerfergläser wurden mit einem dünnen Weißleimüberzug dargestellt.

Die anfangs komplett weißen Balkenkreuze wurden später ersetzt, da sie dem Gegner leicht als Zielhilfe dienten.
Die anfangs komplett weißen Balkenkreuze wurden später ersetzt, da sie dem Gegner leicht als Zielhilfe dienten.

Zum Diorama:

Mit dem Einmarsch der Deutschen Wehrmacht in Polen am 1. September 1939 begann der Zweite Weltkrieg. Grund für den Einmarsch war ein vorgetäuschter Überfall auf den Sender Gleiwitz. Verkleidete deutsche Soldaten überfielen den Sender und riefen einen Aufstand im Namen einer polnischen Minderheit aus. Diese vorgetäuschte Aktion sollte Deutschland als Rechtfertigung für den Einmarsch dienen. Es gab aber keine offizielle Kriegserklärung an Polen. Frankreich und England, die mit Polen verbündet waren, erklärten Deutschland zwar den Krieg, griffen aber nicht merkbar in den Konflikt ein. Am 17. September rückte die Rote Armee in Richtung Polen vor, da eine Aufteilung Polens zwischen Deutschland und Russland in einem Geheimzusatz des deutsch-sowjetischen Nichtangriffspakts geregelt war. Am 6. Oktober 1939 fanden die letzten bekannten Kämpfe mit regulären polnischen Truppen statt. Die Regierung Polens, die ins Exil flüchtete, kündigte Widerstand und Vergeltung an. Polen wurde unter Deutschland und Russland laut Geheimvereinbarung aufgeteilt.

Die Straßensperre erweist sich als kein besonders großes Hindernis für die anrückende deutsche Wehrmacht.
Die Straßensperre erweist sich als kein besonders großes Hindernis für die anrückende deutsche Wehrmacht.

Das Diorama soll den Einmarsch und das schnelle Vorrücken deutscher Truppen in polnisches Gebiet zeigen. Mit enormer Geschwindigkeit wurden zahlreiche polnische Stellungen überrannt, so auch die hier gezeigte, von einigen polnischen Soldaten beschütze Brücke. Doch als ein deutscher Tross aus mehreren Motorrädern, einem Kfz.13 und zahlreichen Fußsoldaten an der Brücke erschien, begann der ungleiche Kampf zwischen den zahlen- und ausrüstungsmäßig stark benachteiligten Polen und der deutschen Wehrmacht.

Mehrere deutsche Soldaten nehmen die polnischen Brückenbeschützer ins Visier und versuchen die Sperre zu überwinden.
Mehrere deutsche Soldaten nehmen die polnischen Brückenbeschützer ins Visier und versuchen die Sperre zu überwinden.

Die Grundplatte des Displays wurde aus Karton zurechtgeschnitten. Anschließend wurden Geländeunebenheiten mit Polystyrolplatten auf den Karton geklebt. Das Ganze wurde anschließend mit Papiertaschentüchern und einer Mischung aus Weißleim und Wasser überzogen. Die Brücke entstand aus Polystyrolplatten, in die mit einem scharfen Messer Steinstrukturen geritzt/geschnitzt wurden. Dies bedeutet zwar einiges an Arbeit, was im späteren Diorama allerdings auch zu sehen ist. Bemalt wurde die Brücke mit matten Revellfarben. Anschließend folgte eine Alterung mit dem Trockenmalverfahren und matten hellgrauen und weißen Revellfarben. Die Statue stammt aus der Restekiste und besteht aus Resin.

Der Flusslauf wurde mit echtem Sand und kleinen echten Steinen ausgekleidet, bemalt und anschließend mit Gießharz gefüllt. Die Gischt entstand aus weißer Farbe, Weißleim und Watte. Das Gießharz wurde ausnahmsweise nicht im Backofen, sondern auf einem Campinggaskocher erhitzt, was den Schmelzvorgang des Harzes deutlich reduzierte. Der braun lackierte Dioramauntergrund wurde mit kurzem Streugras der Firma NOCH bestreut.

Doch auch die polnischen Streitkräfte halten tapfer ihre Stellungen und weichen nicht zurück.
Doch auch die polnischen Streitkräfte halten tapfer ihre Stellungen und weichen nicht zurück.

Die deutschen Figuren stammen von Revell und Caesars Miniatures und sind von hervorragender Qualität. Die polnischen Soldaten stammen eigentlich aus den 1:72 Zvezda Bausätzen "russische Fallschirmjäger" und "reguläre russische Infantrie". Die Zvezda Soldaten erhielten Revellköpfe und Italeri Arme und 1:72 Fotoätzteil-Waffen von ACE. Ebenso wurden einige Seile (Nähgarn), Stahlhelme (Revell), Taschen (CMK), Schaufeln (Preiser) und Stielhandgranaten (Preiser) an den Figuren angebracht. Bemalt wurden die Soldaten in mühsamer Handarbeit mit dem Pinsel. Die matte Revellfarbe wurde zum Teil nur mit einer Nähnadel auf den Figuren aufgebracht.

Zahlreiche Granaten prasseln auf die deutschen Eindringlinge nieder.
Zahlreiche Granaten prasseln auf die deutschen Eindringlinge nieder.

Der Telegraphenmasten ist Marke Eigenbau und eigentlich in wenig Eigenarbeit von jedem nachzubauen. Die Metallteile wurden aus Draht mit einer Zange gebogen. Die Isolatoren wurden mit Weißleim dargestellt und anschließend weiß bemalt. Die Einzelteile wurden in einen vorgebohrten Schaschlikstab geklebt, und schon ist ein preisgünstiger Telegraphenmasten gebastelt. Die Bäume stammen aus dem Modelleisenbahnzubehör und stammen von der Firma Faller. Allerdings erhielten die Bäume eine kleine Aufwertung. Als erstes wurde das Blattgrün in Herbstfarben eingefärbt. Dazu wurde ein sehr dicker Pinsel verwendet, um die matten Revellfarben (Grün, Rot, Orange, Gelb, Hellbraun, Dunkelbraun) auf die Blätter zu tupfen. Danach wurden die Stämme dick mit brauner Farbe eingepinselt und mit echter feingemörserter Erde bestreut. Die Straßensperre besteht aus bemalten Streichhölzern und einigen Bauteilen aus dem 1:72 Italeri-Bausatz "Battlefield Accessories".

Bemalt wurden die Figuren allesamt mit dem Pinsel und matten Revellfarben.Die Brücke wurde aus Polystyrolstreifen geschnitzt.Die deutschen Soldaten aus dem Diorama, die auf das Hindernis auf der Brücke treffen.Zahlreiche Zusatzausrüstungsgegenstände werten die Figuren enorm auf.Die polnischen Verteidiger der Brücke, die im Diorama zum Einsatz kamen.Das sehr ansprechende Bausatzcover des 'First to Fight'-Kits.Einen Monat nach Beginn der Invasion war Polen bereits von deutschen Truppen eingenommen.
Grundlage des Kfz.13 ist der zivile Adler Standard 6 von Daimler Benz.Blick auf die komplett scratch gebaute Steinbrücke.Blick auf das komplette Diorama.Einer der Soldaten versucht die Polen mit einem Panzerschreck einzuschüchtern.'Abteilung HALT-T-T ! HINTERHALT !!'Der Fluss wurde aus Gießharz dargestellt.Der reisende Fluss im Detail.

Bemalt wurden die Figuren allesamt mit dem Pinsel und matten Revellfarben.

Bemalt wurden die Figuren allesamt mit dem Pinsel und matten Revellfarben. 

Theo Peter

Publiziert am 23. Mai 2016

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