PzKpfw. VI Ausf. Evon Dietmar Klinkert (1:48 Tamiya)
Obwohl ich eigentlich geschworen hatte, mich auf die 1:48er Flugzeuge des 1. und 2. Weltkrieges zu konzentrieren, kam es doch nach dem Erscheinen der neuen MMV-Fahrzeugreihe von Tamiya zu diesem „Seitensprung“. Ich muss aber sagen, dass ich ihn nicht bereut habe ;-) Mittlerweile hat der Tiger ja auch schon Unterstützung in Form eines Sturmgeschützes III, eines Hetzers und eines Sherman bekommen, die nun alle schon in meinem „Arsenal“ darauf warten, einmal gebaut zu werden.
Doch nun zum Bausatz: Als ich zum ersten Mal den Bausatzkasten in die Hand genommen habe, fiel mir das ungewöhnlich hohe Gewicht auf. Doch für Leute die Lesen können, steht des Rätsels Lösung außen auf dem Karton aufgedruckt; der Tiger hat, wie auch die anderen Fahrzeuge dieser Serie, eine Fahrzeugwanne aus Druckguss! Obwohl ich erst skeptisch war, ob dieses Feature nötig ist, bin ich doch mit dem Gesamteindruck zufrieden. Man hat sozusagen „richtig was in der Hand“.
Die in grauem Kunststoff gefertigten Teile machen von der Detaillierung und von ihrer Ausführung her einen sehr guten Eindruck. Sie zeigen die Qualität, die man von einem Tamiya - Bausatz erwarten darf. Man merkt, dass Tamiya im Bereich der Militärfahrzeuge nicht ganz von neuem anfangen muss. Ich kann mir vorstellen, dass einige Dinge von den 1:35er Tiger-Bausätzen „herunterkopiert“ wurden, was bestimmt bei der Erstellung diese Bausatzes sehr geholfen hat. Nicht ganz zufrieden bin ich mit der Aufteilung der Werkzeuge wie Schaufel, Hammer u.a. Warum sind einige Werkzeuge auf dem Wannenoberteil angespritzt und andere lose beigelegt? Für einen einheitlichen Eindruck wäre es wünschenswert gewesen, z.B. alle Werkzeuge einzeln auszuführen. Aber das ist nur meine Meinung dazu, andere Modellbauer sehen das vielleicht anders.
Was die Passung der einzelnen Teile betrifft, gab es beim Zusammenbau keine Probleme. Das Oberteil der Wanne z.B. passt hervorragend in die Druckgusswanne, es ist keine Nacharbeit in Form von Spachteln erforderlich. Selbst mein „Horror“ vor den Spritzguss - Einzelgliederketten war unbegründet. Tamiya hilft dem Modellbauer in diesem Bereich mit einigen Hilfsmitteln, wie z.B. einer Schablone am Spritzgußast für den Radius des Leitrades und des kompletten oberen Kettenbereichs. Auch muss man nur in den Radien (Leitrad, Antriebsrad) des Laufwerkes einzelne Kettenglieder verkleben; für größere, gerade Bereiche gibt es dementsprechend lange Kettenstücke. Die Montage der Ketten ging deshalb sehr schnell von der Hand. Bei diesem Bausatz habe ich mich das erste Mal an die Verschmutzung des Modells mittels Pastellkreide gemacht. Da ich doch ein wenig Skrupel hatte, ein neu lackiertes Modell „einzustauben“, ist das Ergebnis vielleicht nicht ganz so überzeugend, doch ich dachte mir, dass für’s erste Mal weniger ein bisschen mehr ist ;-) Ein großer Teil der Pastellkreide wurde auch beim Versiegeln des Modells mit Klarlack weggeblasen, so dass sich die Menge auf dem Modell doch ziemlich reduzierte. Beim nächsten Modell traue ich mir dann mehr zu, denke ich. Wie bei jedem neuen Gebiet muss man sich halt langsam herantasten. Fazit: Der 1:48er Tiger von Tamiya ist ein Bausatz, den man uneingeschränkt empfehlen kann. Der Bau hat richtig Spaß gemacht. Von der Qualität der Einzelteile bis hin zum Zusammenbau, wirft der Bausatz keine Fragen auf. Ich bin gespannt, was man in Zukunft von Tamiya zu diesem Thema noch erwarten kann. Vielleicht gibt es noch ein paar LKW’s, um z.B. ein Flugplatzdiorama „bevölkern“ zu können? Schön wäre es! Auf jeden Fall sage ich: Weiter so, Tamiya!
Dietmar Klinkert Publiziert am 08. Juli 2005 © 2001-2012 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum |