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Zündapp KS 750

von Andreas Maleika (1:35 Lion Roar)

Zündapp KS 750

Heute möchte ich euch zwei Modelle der Zündapp KS 750 im Maßstab 1:35 vorstellen: Der Bausatz von Lionroar stand bei dem einem Pate, das andere Modell stellt quasi Resteverwertung dar. Lionsroar-Werk wurde beim Erscheinen seinerzeit sehr positiv bewertet, was der Fülle der Einzelteile, Feinheit der Ausführung und vor allem der Innovativen Konstruktion der Räder geschuldet war. Jahre danach, aus welchen Grund auch immer, sind Aufnahmen von gebauten Modellen äußerst rar, im Web findet man nur eine Handvoll davon??? Ist der Bausatz nur ein Haufen Plastik zu einem recht hohen Preis?  

Zündapp KS 750

Da bei meinem Modell weder der Montageanleitung gemäß zusammengebaut wurde noch alle dafür vorgesehen Teile Verwendung fanden, kann kein objektives Urteil über das Gesamtkonzept gefällt werden. Eine nette Zugabe sind die beiden Infanteriekarren 8 und ein kompletter Satz nicht benötigter Radhälften. Diese Räder und Reste Tamiyas und Italieris KS 750 bilden die Grundlage für das zweite Modell.  

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Kehren wir noch mal kurz zum Infanteriekarren 8 zurück; dieser Anhänger war für den Kraftzug weder vorgesehen noch konstruiert. Es stimmt zwar, dass die überschweren Kräder KS 750 und KR75 u.a. auch als Zugmittel für Leichtgeschütze der Luftlandetruppen vorgesehen waren und entsprechende Anhängerkupplung samt Protzenhaken besaßen. Doch stellte sich heraus, dass je nach Beschaffenheit des Geländes bei eingehängter Last das Vorderrad angehoben wurde, wodurch die Lenkfähigkeit des Gespanns nicht mehr gegeben war. Abgesehen von Veteranentreffen heutzutage, fand ich keine zeitgenössische Aufnahme, die ein Krad-Gespann mit eingehängten if 8 zeigen würde,- doch keine Regel ohne Ausnahme, und so wurden die Karren auch gleich mitgebaut, bzw. verwertet, denn geblieben sind nur die Räder und das Rohrgestell des Original-Bausatzes.

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Auch das Krad selbst musste sich einige Änderungen gefallen lassen, kurzum, was mir persönlich nicht zusagte, wurde ersetzt, bzw. neu angefertigt. Anhand der Fotos sind die Art und der Umfang der Arbeiten einigermaßen nachvollziehbar. Das Modell wurde in fünf Baugruppen zerlegt; die Räder, der Rahmen, die Vordergabel, der Motor und der Beiwagen. Zusätzliche Bohrungen, Zapfen und Röhrchen sorgen dafür, dass vor dem Lackieren alle Teile ohne Weiteres zusammengesteckt, überprüft, demontiert und weiter detailliert werden konnten. Diese Vorgehensweise erleichtert die Arbeit an einem so kleinen Gegenstand ungemein.

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Zündapp KS 750

 

Während der Produktionszeit wurde die KS750 äußerlich nahezu unverändert gefertigt, allerdings wurden die ersten Lose noch mit dem Beiwagen BW40 (Torsionsfederung) von Zündapp ausgeliefert, später dann, wegen der einfachen Herstellung, kamen die Gespanne mit dem BW43 von Steib ausgestattet (Blattfederfederung) zur Truppe. Dieses Detail wurde bei dem anderen Modell berücksichtigt. Bei den Booten griff ich auf die bewährten Italieri-Teile zurück. Sie wurden einer rigorosen Verjüngungskur unterzogen, und mit neuen Details aufgefrischt.

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Nach wie vor problematisch ist eine passable Darstellung des Schutzblechs über dem Auspuffschalldämpfer - Ätzteile mit Durchbrüchen lassen sich leider sehr schlecht bördeln, und angegossene Teile knifflig bemalen. Ein entsprechendes Teil steuert der alte Bausatz von Tamiya bei: es wurde der Länge nach halbiert, dann auf 0,7 mm dünner geschliffen und anschließend innen ausgeschabt und geschliffen, bis die Durchbrüche frei lagen. So ein Job schärft die Selbstbeherrschung ungemein und ist besser als Yoga.

Zündapp KS 750

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Die Riffelung/das Profil auf den Handgriffen und Fußrasten erzeugte ich mittels einer Feile,- ein passendes Messing- oder Kupferröhrchen (Albion-Alloys, bzw. Kabelenden) wird auf die erforderliche Länge zugeschnitten. Auf einen dem Innendurchmesser entsprechenden Bohrer oder Draht aufgesteckt (dickwandiges Messing eher nicht,- allerdings wird Kupferrohr ohne einen passenden Kern zerquetscht), und mit einer flachen Schlüsselfeile, sachte aufdrückend auf einer Kunststoffunterlage hin und her rollen, bis ein Rautenmuster sichtbar wird. Dabei die Feile unbedingt rechtwinklig zum Werkstück halten. Die verlängerte Steckachse des Vorderrads wurde aus einem Lollistiel angefertigt- einfach über einer Kerzenflamme erhitzt und dünn gezogen.

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Die Holzroste der Boote und der Anhänger sind aus Birkenfurnier. Es gibt im Handel schmelzkleberbeschichtete Echtholztreifen zum Aufbügeln, nur ca. 0,5 mm dick. Ein Stück davon ca. 30 Minuten wässern und der Kleber kann dann mühelos abgerubbelt werden. Das nasse Holz kann mit einem scharfen Cutter sofort auf die erforderliche Breite geschnitten werden, ohne zu zersplittern. Die fertigen und trocknen „Latten“ kurz mit dünnflüssigen Plastikkleber tränken, so können sie später ohne Weiteres auch mit Sekundenkleber verbunden werden.

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Die Lackierung der Modelle erfolgte wieder mit Emaillefarben von Humbrol und Revell, die Farbtöne mische ich mir nach Vorlage selbst. Nach ca. einer Woche Trocknungszeit wurde der Anstrich mit Tamiyas X-22 clear versiegelt. 

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Von den Decals wurden nur zwei Kennzeichnen und die Tacho-Anzeige verwendet, ich hätte gerne auch den Namen „Zündapp“ auf den Tank geklatscht, doch der Trägerfilm hob sich zu prägnant ab. Es folgte das übliche Verwittern und Verschmutzen mit Öl- bzw. Emaillefarben. Sehr gute Aufnahmen von richtig ordentlich verschmutzten Krädern finden sich u.a. in J. Piekalkiewicz Buch „Die BMW-Kräder R12/R75“.

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Andreas Maleika

Publiziert am 22. Juni 2020

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