Alkett Minenräumpanzervon Thomas Hofmann (1:35 RPM)
Das ModellVon der Optik her würde der Minenräumer in jeden heutigen SF-Film passen. Das futuristisch anmutende Design war es dann auch was mich zum Bau des Modells veranlasste. Also Deckel des Kartons auf und los. Der Bausatz besteht aus 6 in grauem Plastik gehaltenen Spritzrahmen, wovon allein 4 für die Räder/Ketten sind. Die Teile sind sauber gespritzt und relativ grat- aber nicht verzugsfrei. Die Decals umfassen 2 Varianten Balkenkreuze, Verladeklassen Schilder, sowie ein „entschärftes“ Fliegersichttuch. Außerdem taktische Zeichen die ich aber auf keinem Foto vom Original sah. Eine etwas spartanische Bauanleitung bestehend aus 2 Seiten vervollständigt den Inhalt. Damit lässt sich zwar arbeiten aber es ist hilfreich wenn man Referenzmaterial verwenden kann. Die Bemalungshinweise favorisieren einen gelben Grundanstrich mit grünen Streifen.
Der BauEntgegen der Bauanleitung begann ich den Bau mit dem Fahrzeugrumpf. 2 Seitenteile sowie ein Ober- und Unterteil kombiniert mit der Fahrzeugfront ergeben, laut Bauanleitung, besagten Fahrzeugkorpus. Doch das geht nicht ohne Schwierigkeiten. Die Seitenteile waren in meinem Kit so verzogen, dass nicht einmal die Befestigung am Fahrzeugboden ihre Richtung ändern konnte. Also flugs noch das Bugteil angeklebt und dann das so entstandene Rumpfsegment im Innern mit Spanten aus Plastik sowie Schweißdraht in die vorgesehene Form bringen. Generell sei hier noch gesagt, dass der größte Teil der Klebestellen ohne Klebelaschen, also stumpf verklebt werden muss. Um also nicht zusätzliche Spachtel- und Schleifstellen zu erzeugen, davon gibt es noch genug, sollte man längere Klebestellen von Innen mit zusätzlichen Plaststreifen gegen horizontales verrutschen sichern. Also einfach mit Plastik-Sheet Streifen hinterkleben, das erhöht zusätzlich die Festigkeit. Die Klebestellen trocknen lassen und dann das Oberteil aufsetzen. Okay! Der Rumpf ist nun fertig aber............. so nicht verwendbar. Die Passgenauigkeit der Teile ist schlicht gesagt schlecht. Überall Lücken und Spalten. Hier hilft also nur immer wieder Spachteln und Schleifen. Hat man das hinter sich ist ein ganz passabler Fahrzeugbody entstanden.
Weiter mit den Kleinteilen wie Haken, Lüfterlamellen, Lüfterabdeckungen und die zweiteilige Luke auf der Rumpfoberseite. Ja und hier kommt auch gleich der gröbste Fehler des Bausatzes. Die zweiteilige Luke passt auf keinen Fall zum Ausschnitt auf der Oberseite des Rumpfes. Hier wurde sicherlich, nach dem Anspritzen der Form, kein Probemodell gebaut. Sonst hätte man diesen groben Fehler bemerkt. Doch wieder zum Modell. Entweder der Ausschnitt ist zu groß oder die Luke zu klein. Für welche Variante man sich auch entscheidet ist gleich, man kommt um einen Neubau der Luke oder dem Verschließen des Rumpf-Ausschnittes nicht herum. Letzteres sollte natürlich, der Einfachheit halber, vor dem Aufkleben des Wannenoberteils erfolgen. Als ich den Fehler bemerkte waren alle Messen gesungen, der Rumpf war komplett, so das für mich nur ein Neubau der Luke in Frage kam. Dass die Luke dabei etwas größer ausfiel, um den Ausschnitt im Rumpf zu schließen zu können, fällt kaum auf. Nächster Abschnitt fertig!
Nun kann man sich dem zur Selbstverteidigung vorgesehenen Turm des Panzer I zuwenden. Für den Turm gilt das Gleiche wie für den Rumpf. Ich habe mir die Mühe gemacht und aus den vorhandenen Bausatzteilen den Turm gefertigt. Nicht noch einmal! Warum RPM hier nicht auf den vorhandenen Turm des Panzer I von Italeri/Zvesda zurückgegriffen hat ist mir ein Rätsel. Zumindest könnte man sich damit eine Menge Arbeit und Nerven sparen.
Zum Schluss die Teile mit denen man eigentlich laut Bauanleitung beginnen sollte. Das Fahrwerk. Es ist, was die Anzahl der Teile anbetrifft, aufwendiger als das gesamte restliche Modell. Zeitmäßig braucht man für die Montage genauso lange wie für den Rumpf. Einzelheiten will ich mir hier schenken. Nur soviel. Die Passgenauigkeit ist besser als bei Rumpf und Turm. Die Räder, respektive die Ketten, sind voll beweglich. Warum eigentlich? Da die Räder beim Modell starr am Rumpf befestigt werden (Ausnahme das Rad zum Lenken) gibt es keinen Grund bewegliche Ketten aufzuziehen. Stattdessen hätte man lieber Kett(chen)en aus Metall für die Lenkung beilegen sollen und nicht einzelne Kettenglieder aus Plaste, um nur ein Beispiel für Verbesserungen zu nennen.
Die mitgelieferten Decals habe ich nicht benutzt, sie waren mir zu glänzend. Hatte keinen Bock auf eine Mattlackorgie. Verwendet habe ich 3 Balkenkreuze von ARCHER Transfer. Zum Schluss. Farbgebung wie immer bei meinen Modellen mit Tamiya-Farben. Airbrush mit XF-60. Leicht wolkig mit XF-49 und XF-57. Leichtes Washing mit schwarz-brauner Ölfarbe. Drybrush ebenfalls mit Ölfarbe. Ich habe fertig!
Ein vor allen Dingen optisch interessantes Modell das ich trotz aller Unstimmigkeiten und Attacken auf meine Nerven gerne gebaut habe. Ich würde es gerne auch noch ein zweites Mal in Angriff nehmen........................ in besserer Qualität, mit einer vernünftigen Bauanleitung, gerne mit Inneneinrichtung. Ja und wenn dann der Preis noch stimmt ................ auch wieder von RPM!
Interessant und ein bißchen schmeichelhaft......für mich, dass ein renommierter Verlag für PAPER-MODELS (Modelik aus Polen) Fotos meines ALKETT zur Illustration seiner Bauanleitung benutzt.
Thomas Hofmann Publiziert am 23. Dezember 2005 © 2001-2012 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum |