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Universal Carrier Mk.II

von Dietmar Klinkert (1:48 Tamiya)

Universal Carrier Mk.II

In der 1:48er Militärfahrzeugreihe von Tamiya im Maßstab 1:48 erschien der British Universal Carrier  Mk.II schon recht früh. Tamiya hat dieses, von den Alliierten in den vielfältigsten Versionen eingesetzte Fahrzeug, sehr schön umgesetzt. Auf den „Teufel im Detail“ komme ich später noch zu sprechen. Der von Tamiya herausgebrachte Carrier stellt sozusagen die Mannschaftstransport-Version dieses kleinen Kettenfahrzeuges dar. Die in dunkelgrünem Kunststoff gefertigten Teile sind sehr schön detailliert und fügen sich problemlos zusammen.

Universal Carrier Mk.II

Auf vielen Fotos aus der damaligen Zeit sah ich häufig ein von den Briten in Nordafrika auf ihren Fahrzeugen verwendetes Tarnschema, das so genannte „Caunter - Scheme“. Dieses Tarnschema fand ich mit seiner Farbgebung und Ausführung immer schon faszinierend, und da kam mir der kleine Universal Carrier gerade recht, um es einmal im Modell auszuprobieren. Wie gesagt stellt der Carrier dem Modellbauer bei der Montage keine großen Hürden in den Weg. Einzig bei den vorderen Kettenschürzen drängelt die Klebekante dieser Schürzen gegen die dahinter verlaufende Kette. Am besten schneidet man diese Kante gleich herunter, falls man nicht gleich Kettenschürzen aus Ätzteilen verwendet. Apropos  Ätzteile: ich verwendete beim Bau des Universal Carriers den Ätzteilsatz der Firma HAULER aus Tschechien. In dem Satz sind leider die Kettenschürzen nicht vorhanden, aber u.a. die Bleche mit den Trittstufen, welche in die Kettenschürzen integriert waren. Die Vielzahl der Ätzteile wertet das Innere und Äußere des Carriers sehr schön auf und die kleinen Teile ließen sich sehr gut verarbeiten.

Universal Carrier Mk.II

Universal Carrier Mk.II

In einem Bereich konnte der Ätzteil-Satz aber nicht helfen. Und zwar geht es um die Details an den Ketten des Carriers. Die Ketten sind zusammen mit den Antriebs- und Laufrollen als eine Einheit gespritzt und werden nur noch durch das Ankleben der Federbeine komplettiert. Ganz abgesehen von den auch viel zu wenigen Kettengliedern (im Original ist die Kette des Carriers sehr viel filigraner und die Kettenglieder zahlreicher) sind aus fertigungstechnischen Gründen die Führungszähnchen der einzelnen Kettenglieder als durchgehende Stege (!) quer über die Lauffläche der Laufrollen ausgeführt. Ich löste dieses „Problem“ damit, dass ich die Stege mit dem Skalpell abtrennte und sie in 3 Teile spaltete. Danach klebte ich die Stege auf doppelseitiges Klebeband und schliff sie auf eine gleichmäßige Stärke herunter. Angeklebt wurden die kleinen, einzelnen Zähnchen dann mit KIBRI- Flüssigkleber. Dieser hat den Vorteil, dass er sich schnell verflüchtigt und nur die Oberfläche des Kunststoffes anlöst. So blieb Zeit, die Zähnchen mit einem Stück Kopierer-Folie in Linie auszurichten, da diese von dem KIBRI - Kleber nicht angelöst wird.

Universal Carrier Mk.II

Universal Carrier Mk.II

Nachdem diese „Baustelle“ abgearbeitet war, ging der Zusammenbau des Carriers zügig voran, natürlich mit der nötigen Sorgfalt und Zeit, welche die Ätzteile zusätzlich benötigen. Schließlich war es soweit. Ich konnte mit der Lackierung beginnen. Parallel zum Bau des Carriers hatte ich im Internet schon nach möglichen Unterlagen bzw. Vorlagen für das „Caunter-Scheme“ geforscht. Ich kam im Zuge der Recherchen zu diesem Tarnschema mit Herrn Mike Starmer in Kontakt. Mike befasst sich intensiv mit den Tarnbemalungen der britischen Streitkräfte im 2. Weltkrieg und hat auch schon mehrere Hefte zu diesem Thema herausgebracht.

 

Universal Carrier Mk.II

Universal Carrier Mk.II

Ich bestellte mir bei Mike dann auch gleich das Heft über das „Caunter-Scheme“. Das Heft umfasst einen geschichtlichen Überblick zur Entwicklung des Tarnschemas inklusive der Kopien der Original Befehle (General Orders – GO) und den Kommentierungen von Mike. Es folgen Mehr-Seiten-Ansichten über die diversen Fahrzeuggruppen (Panzer, Radfahrzeuge, Artillerie)  bis hin zu den Mischungsverhältnissen der Farbtöne, wenn diese nicht schon von einer Firma zu haben sind. Als Mischungsfarben dienen Farbtöne von Humbrol und Revell. „Original“ - Farbproben auf Kunststoffplättchen, von Mike nach Vorlagen selbst zusammengemischt, runden das Heft ab. Alles in Allem hat mir dieses Heft zum „Caunter-Scheme“ wirklich sehr geholfen, die „richtigen“ Farben herzustellen und aufs Modell zu bringen. Thank you, Mike!

Universal Carrier Mk.II

Ich wählte für meinen Carrier als Grundton das hellgelbe „Portland Stone“. Es gibt auch die Möglichkeit, den Farbton „Light Stone“ als Grundfarbe zu verwenden. Die abgesetzten Flächen bestehen aus „Slate“ und „Silver Grey“. Ein Wort noch zum „Silver Grey“: Mike berichtete mir zu diesem Ton, dass er häufig an Museumsfahrzeugen als „Hellblau“ dargestellt wird. Auch in Gesprächen mit Veteranen aus dem Nordafrika-Feldzug wird das „Silver Grey“ häufig als „Hellblau“ beschrieben. Es ist aber, nach den Mike vorliegenden Aufzeichnungen und Quellen, eher ein „Graugrün“. Mike erklärt sich die Wahrnehmung des „Silver Grey“ als Hellblau so, dass diese Farbe unter der starken Sonneneinstrahlung Nordafrikas schnell ausblich, was zu der Blaufärbung durch die Grauanteile in der Farbe führte.

Universal Carrier Mk.II

Universal Carrier Mk.II

Nach der Lackierung beklebte ich den Universal Carrier mit den Decals aus dem Bausatz, staubte ihn noch mit meiner, aus Pastellkreide selbst gemixten „Nordafrika-Mischung“ ein, und versiegelte dann alles mit mattem Klarlack von ModellMaster. Der Bau des kleinen aber feinen British Universal Carriers Mk.II hat mir sehr viel Spaß gemacht, ganz abgesehen davon, endlich einmal das „Caunter – Scheme“ am Modell umzusetzen.

Universal Carrier Mk.II

Dietmar Klinkert

Publiziert am 27. Oktober 2006

Die Bilder stammen von Christian Bruer.

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