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Panavia Tornado ECR

Der Tiger und das Monster zum letzten Mal

von Alexander Breunig (1:48 Italeri)

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Im März 2013 wurde das JaBoG-32 mit seinen beiden fliegenden Staffeln, der 32-1 Tigers und der 32-2 Monsters, aufgelöst. Ende 2010 veranstalteten die Lechfelder einen Wettbewerb für ein neues (leider dann ja auch letztes) Tigerdesign und ich war einer der drei Gewinner des Wettbewerbs. Insofern liegt mir die 46+33 natürlich am Herzen. Ich hatte, wie viele andere auch, gehofft, dass es beide in ein Museum oder wenigstens zu Gate Guard schaffen würden, leider wurden aber sowohl Tiger als auch Monster schon 2012 verschrottet, und so hat mich die Wehmut angetrieben, zumindest den Tiger wenigstens als Modell weiterleben zu lassen. Da aber selbst der schönste Tiger ohne seine Monster-Schwester etwas alleine und verloren ausgesehen hätte, musste auch der Show-Jet der 32-2 unbedingt her.

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Mittlerweile gibt es den letzten Lechfeld-Tiger ja in 1:72 und 1:144, hoffentlich vielleicht ja auch mal in ganz groß, mal seh'n. Als ich 2011 den Beschluss gefasst hatte, dass mindestens „mein" Tiger und idealerweise auch das Monster unbedingt mit in die Vitrine müssen, gab es dazu allerdings leider gar nichts. Und auch wenn es zumindest Pläne für 1:32 gab und Revell zumindest durchblicken ließ, sie vielleicht herauszubringen, so doch nicht in meinem „Ideal-maßstab" 1:48 und außerdem wollte ich auch nicht so lange auf ein „Vielleicht" warten. So hieß das für mich also „Selbst ist der Modellbauer" und ich habe mich hingesetzt und sowohl für den Tiger, als auch für das Monster meine eigenen Decals gemacht. Ich habe nach länge-rem Überlegen keine Vectorgrafiken des Designs, sondern hochauflösende Fotos genommen, die ich vom Original geschossen habe, denn an den Originalen gab es zwischen der rechten und linken Seite kleine aber feine Unterschiede, die man nur durch Verwendung von Fotos übertragen kann. Bis auf gaaaanz gaaaaanz wenige und eigentlich nur sehr sehr marginale Abweichungen passen alle Decals sogar bis aufs Panel genau, was mich schon ungeheuer erleichtert hat, will sagen, ich hab mich beim Decals-machen am Ende nicht ganz so blöde angestellt, wie ich es befürchtet hatte. Insofern war dies vor allem für mich ein Probebau, der mir zeigen sollte, ob das bei einem so komplexen Design überhaupt geht.

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Basis ist der bekannte 1:48 Italeri-Bausatz mit all seinen Stärken und Schwächen. Mag der Italeri-Toni vielleicht auch schwach in Sachen Detailreichtum sein, wenigstens schlägt ihn keiner in Hinsicht originalgetreuer Abmessungen. Da wie gesagt für meine Decals die Basis Fotos vom Original waren und ich kein graphisches Genie bin, war ich darauf angewiesen, dass das Modell wenigstens ansatzweise die gleichen Dimensionen hat wie das Original und ich muss sagen, es gibt im Gegensatz zu anderen oft teureren Kits und vor allem auch zu an-deren Maßstäben keine nennenswerten Verschiebungen. Einzig die Pylonen und die BOZ-Behälter sind natürlich nicht schön, aber der Umbau hin zu einem etwas originalgetreueren Aussehen war am Ende recht problemlos. Die BOZ-Behälter wurden am Hintern abgerundet, nach außen gekantet und die Löcher für die Düppel weiter nach innen verlegt. Zudem wurden die kleinen Finnen aus dünnem Blech angefügt.

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Wie gesagt, war mir das Wichtigste am Italeri-Bausatz: Er ist billig und originalgetreu in der Form. Wenn die Form nicht stimmt, kann ich mir den Rest auch schenken. Hauptsache die passt, alles andere ist lösbar. Lieber Details hinzufügen, als mit eine falschen Form kämpfen und das Detaillieren macht am Ende auch für mich den Spaß am Hobby aus. Na ja, was doch recht hässlich ist, ist dieses Riesen-Loch zwischen quasi nicht existenter Flügelwurzel und vorderer Wingbox. Auch hier wurde doch etwas heftiger gespachtelt und die Wingbox leicht umgebaut. Alles in allem ist das aber auch nicht allzu schwer lösbar. Die Wingsealbags wurden flexibel gestaltet. Das erlaubt mir, die Tragflächen beweglich zu lassen, aber trotzdem nicht die hässlichen Löcher im Rumpf ertragen zu müssen.

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Für den Tiger habe ich aber trotzdem Resin-Triebwerke eingesetzt, allerdings das Ganze dann noch zusätzlich mit Eduard-Teilen ergänzt. Ich hatte erst überlegt, auch Resin-Triebwerke für das Monster zu kaufen, habe mich aber dann doch entschieden, die Bausatztriebwerke zu nehmen, zu zerlegen und etwas weiter zu detaillieren. Ist eigentlich gar nicht so schwer und sieht auch ganz o.k. aus.

Das Cockpit und die Verfeinerungen sind weitestgehend Scratchbau. Die Rechner der WSOs wurden aus getrennten Blöcken gefertigt und mit dünnem Draht ordentlich verkabelt. Der Platz hinter dem WSO wurde ordentlich abgepolstert. Sämtliche Panels wurden abgeschliffen und neu aufgebaut. Die Sitze sind noch die Italeri-Sitze, wurden aber zerlegt, weiter detailliert und mit Draht und einigen kleinen Metallstückchen etwas näher an das Original herange-bracht. Zudem wurden weitere Instrumente angefügt und ein neues HUD geformt. Ich habe versucht, so viel wie möglich an Kleinigkeiten zu denken, wie etwa die Verstärkung des Cockpitrahmens, insbesondere im Bereich des Windshields und an den Seiten der Kanzel. Ebenso wurden dort, wo auffällig, Dataplates und Beschilderungen selber gemacht.

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Die Piloten stammen aus dem Hasegawa Carrier-Set, sind also US-Navy Piloten, die zu BW-Luftwaffen-Piloten umgebaut wurden. Die Navy HGU-33er Helme eignen sich vorzüglich für das Formen des BW-Visiers, das natürlich standesgemäß im Tiger- bzw. Monsterlook lackiert wurde. Wenn man ganz genau hinguckt, kann man sogar die Callsigns der Besatzung erken-nen. Die Masken wurden ansatzweise in neuere MBU-20er verändert. Ebenso haben sie auch den aktuellen Tiger- und Monsterpatch auf die Schulter bekommen. Die Arme wurden etwas individueller und authentischer positioniert, soll heißen, die Piloten machen die ganze Arbeit und die WSOs lassen sich in der Gegend herumkutschieren. Während der Tiger-WSO eher die Landschaft genießt, ist der Monster-WSO in munterer Stimmung. Hang loose Dude.

Ebenso habe ich mich für ein Staurohr aus Metall entschieden. Sieht einfach schöner aus. An-sonsten wurden die Panellines teils ergänzt und korrigiert, nebst dem Eindrücken der ja glück-licherweise nicht allzu enorm vielen Schrauben. Die Verstärkungen und weitere Details an den Tailerons sind ebenso gescratcht. Auch die Aufhängungen für die HARM-Raketen sind Marke Eigenbau. Anständige Decals für die HARMs habe ich auch gleich mit selber gemacht. Die Sidewinders hab ich mir gespart und ihnen dafür zeitgemäßer je zwei IRIS-T verpasst, die zudem noch Klarsichtaufsätze erhalten haben. Diese wurden ebenfalls nicht gekauft, sondern aus den AIM-9s gefertigt.

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An der Finne wurden Nietenreihen, Verstärkungen und Blechstöße hinzugefügt. Die Positi-onsleuchten wurden durch Klarsichtteile ersetzt bzw. die Pos.-Leuchte am Bauch überhaupt ergänzt, nebst der einen oder anderen Antenne. Der Spritzling für das Monster war allerdings die IDS - Version. Ich hatte den Bausatz rumliegen wollte nicht extra einen neuen Bausatz kaufen, wenn ich denn schon den rumliegen habe; die entsprechenden Komponenten für die ECR-Version musste ich für das Monster also selber machen, war aber eigentlich keine große Sache.

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Ich mag es ja, etwas auch in seinem Element zu zeigen, und man mag mich schelten, aber ein FLUG-Zeug gehört für mich in die Luft. Ich finde, es sieht auch dynamischer aus. In-Flight Modelle brauchen aber konsequenterweise ja auch Ständer. Für viele Modellbauer ist das ein No-Go, weil es irgendwie störend wirkt. Für mich sind die Displays immer ein reizvolles De-sign-Element.

Und damit es sich nicht ganz in Detailaufnahmen verliert, zum Schluss noch ein paar Ganz-körper-Akte.

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So...ab in die Vitrine mit den beiden. Jetzt fliegen sie bei mir zumindest in 1:48 weiter, wenn denn schon die Originale leider über die Klinge springen mussten.

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Alexander Breunig

Publiziert am 24. Juli 2013

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