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Lockheed CL-282B

What If

von Thomas Brückelt (1:72 Eigenbau)

Lockheed CL-282B

1954 wurde die CL-282 vorgeschlagen. Ein Höhenaufklärer auf Basis der F-104.

Man findet nur sehr grobe Ansichten von dem Entwurf. Das Flugzeug sollte kein Fahrwerk und keine Bewaffnung besitzen. Als Triebwerk war zuerst das Gerneral Electric J73 vorgesehen. Später wurde das leistungsstärkere J57 von Pratt and Whitney in Erwägung gezogen.

Damals wurde der Vorschlag von der „Obrigkeit" als unbrauchbar eingestuft. Man bevorzugte es, die B-36 als hoch fliegenden Aufklärer zu verwenden. Dass das Konzept sehr wohl seine Berechtigung hatte, stellte später die U-2 unter Beweis.

Lockheed CL-282B

Mein Modell sollte eine weiterentwickelte Version darstellen, rein fiktiv. Daher gab ich der Bezeichnung den Anhang „B". Als Basis griff ich auf den recht einfachen Kit von Academy zurück. Nichts für Leute, die an einem naturgetreuen Modell des Starfighters interessiert sind, aber durch seinen einfachen Aufbau und seinen günstigen Preis (5 - 6 € in einigen Shops - Nein, es gibt nicht nur ebay) für solche Umbaumaßnahmen brauchbar.

In den Zeichnungen, die ich fand, ist zu erkennen, dass die CL-282 noch das kurze Seitenleitwerk der A- und C-Version der F-104 bekommen sollte. Der Vorderrumpf ist stark verkürzt, und da es kein Überschallflugzeug ist, sind auch die Einlaufkegel überflüssig. Die großen Tragflächen sind natürlich das auffälligste Merkmal. Das hintere Drittel der Haube ist nicht mehr verglast.

Lockheed CL-282B

Da solch ein nie realisiertes Projekt jede Menge Gestaltungsspielraum zulässt, kam ich auf die Idee der Maschine eine kleine Drohne aufzusetzen, Kamerabehälter an den Tragflächen - ähnlich der U-2 - anzubringen und die Nase abzurunden. Das Seitenleitwerk beließ ich bei der langen Version.

Lockheed CL-282B

Zunächst kürzte ich den Vorderrumpf. Dazu trennte ich ca. 28 mm aus den Rumpfhälften heraus und setzte sie wieder zusammen. Das Cockpit von Academy ist recht primitiv. Eine viel zu kleine Pilotenfigur liegt bei. Hier dickte ich den Helm etwas auf. Ich baute ein Instrumentenbrett und die Seitenkonsolen ein. Weiterhin klebte ich einen Holzklotz mit einem Silikonschlauch in die Rumpfmitte, als Aufnahme für das Display.

Lockheed CL-282B

Die Intake-Cones entfernte ich mit der Trennscheibe und passte die Bereiche neu an.

Aus dem Vorderteil eines Zusatztanks entstand die neue, abgerundete Nase.

Die Tragflächen fertigte ich aus Polystyrol-Platten. Sie wurden aus dem Vollen geschliffen und mit Gravuren versehen. Um die Kamerabehälter darzustellen modifizierte ich ebenfalls übrige Zusatztanks eines anderen Bausatzes.

Lockheed CL-282B

Den Rumpf der Drohne bildete ein Zusatztank einer F/A-18. Den Einlaufkegel stellte ich aus dem Vorderteil eines Starfighter-Tanks her. Der Rest entstand im Eigenbau. Tragflächen und Seitenleitwerk bestehen hier aus ABS, das ich mit Sekundenkleber verklebte. Zwei Raketenantriebe sollen die Drohne nach dem Ausklinken auf Überschallgeschwindigkeit beschleunigen, worauf das Staustrahltriebwerk anläuft. Die Raketenantriebe sind seitlich angeordnet, damit sie beim Zünden das Seitenleitwerk nicht beschädigen.

Lockheed CL-282B

Lackiert habe ich das Modell mit Revellfarben. Es wurde komplett mit dem Pinsel angestrichen. Dabei verschaffte ich der Haube noch ein Sonnendach. Die Decals stammen aus unterschiedlichen Bausätzen. Zum Schluss sprühte ich einen seidenmatten Klarlack auf.

Lockheed CL-282B

Auf seinem Display landete das „Starfighter-Langohr" so zwischen meinen anderen Starfighter-Versionen. Mit Abstand ist die CL-282 das Modell mit der größten Verfremdung zur ursprünglichen F-104.

Thomas Brückelt,
www.acrokit.com

Publiziert am 11. September 2013

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