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MiG-15bis Fagot

von Roland Sachsenhofer (1:48 Tamiya)

MiG-15bis Fagot

Fünf Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs war das Bündnis zwischen den westlichen Demokratien und der Sowjetunion endgültig zerfallen und die Fronten den Kalten Kriegs gezogen. West und Ost standen in mehreren Weltgegenden bereit, einer weiteren Ausdehnung der jeweilig anderen Seite wenn nötig auch mit militärischen Mitteln entgegen zu treten - und diese „Mittel“ hatten es in sich. 1950 besaßen beide Seiten Waffensysteme, deren Schrecken noch wenige Jahre zuvor undenkbar gewesen wären: 1949 war es der UDSSR gelungen ihre erste Kernspaltungsbombe zu zünden, während der militärisch industrielle Komplex der USA stetig an neuen Versionen der über Hiroshima und Nagasaki eingesetzten Bomben arbeitete. 1950 lagerten in den Arsenalen aber auch Kampfflugzeuge, deren Düsenantrieb die Kinderkrankheiten der ersten Generation strahlgetriebener Flugzeuge überwunden hatte.

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In den Jahren, in denen die USA noch das Monopol auf Kernwaffen halten konnte, sah sich Stalins Sowjetreich der Gefahr eindringender Atombomber gegenüber, die mit allen Mitteln abgewehrt werden mussten. Die Sowjets brauchten rasch einen einsatzfähigen zeitgemäßen „Bomber-Killer“. Mit den Erfahrungen der deutschen Pfeilflügelforschung im Hintergrund entwickelte das Konstruktionsbüro Mikojan-Gurewitsch mit der MiG-15 ein schlagkräftiges Jagdflugzeug, dessen Bewaffnung sie zur Bomberabwehr prädestinierte: eine 37mm Kanonen vom Typ Nudelman NS-37 wurden mit zwei 23mm Maschinenkanonen ergänzt. Die Pfeilflügel sowie der starke Antrieb in Form des Klimov WK-1, eines in Lizenz gebauten Rolls-Royce Nene, verschafften dem kompakten Jäger aber auch überlegene Luftkampfeigenschaften. Ab 1946 entwickelt, wurden schon 1948/49 die ersten Serienmaschinen an die Einsatzverbänden ausgeliefert.

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Als 1950 der Koreakrieg begann, wurde schnell deutlich, dass die beiden Führungsmächte ihren Klientelstaaten mit dem jeweilig besten Militärmaterial zu Hilfe kommen würden. Ab November stand die MiG-15 über Nordkorea im Einsatz und bewies zur Beunruhigung der UNO- Luftstreitkräfte rasch, dass sie ihren Gegnern zumindest ebenbürtig oder sogar überlegen war. Selbst für die F-86 Sabre Piloten wurde es im Gefecht mit dem neuen sowjetischen Strahljäger sehr eng; es dauerte einige Zeit, bis verbesserte Sabre-Versionen und eine auf den respektablen Gegner abgestimmte Taktik zu Erfolgen führte. Die MiG-15 wurde in Korea vor allem von sowjetischen Piloten oder von „Freiwilligenverbänden“ der chinesischen Volksbefreiungsarmee geflogen, wobei die Angehörigen dieser Luftstreitkräfte in der Regel Maschinen mit nordkoreanischen Kennungen bemannt haben.

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In den Reihen der russischen Piloten findet man auffallend viele Namen erfolgreicher Jagdflieger der Jahre 41-45. Der Pilot meiner Vorbildmaschine gehört zu dieser Gruppe: Major I.P. Golshevskij flog die „Rote 546“ 1953 vom chinesischen Stützpunkt Antung als Mitglied der 251 „Aviapolk“ aus. Diese Nachtjägereinheit war auf die Abwehr nächtlich einfliegender B-29 spezialisiert, ihre Maschinen trugen deshalb oftmals entsprechend dunkle Unterseiten.

MiG-15bis Fagot

Die Decals stammen aus einem Bogen von Cutting Edge. Die Qualität der Decals wie auch die ausreichende Hintergrundinformation zu den angebotenen Maschinen werden mich jederzeit wieder zu einem Produkt dieser Firma greifen lassen. Ebenso positiv - und vielleicht auch ebenso wenig überraschend - fällt meine Kritik des Bausatzes aus. Dass die Formteile schon eine gewisse Zeit auf dem Buckel haben, fällt in keiner Weise unangenehm auf. Ganz im Gegenteil begeistern Passgenauigkeit, das Layout der Teile sowie die Ausstattung des Bausatzes; ich denke hier insbesondere an das beigelegte und passgenau geformte Gewicht, um einen „Tailsitter“ zu vermeiden. Hervorzuheben ist die Möglichkeit, das Klimov-Triebwerk in entblößtem Zustand zu zeigen, allerdings sollten man in diesem Fall ein paar Details zusätzlich herausarbeiten. Bilder des Originals sind ja mit wenig Aufwand zu beschaffen, sodass man sich bald einen guten Überblick über die möglichen Verbesserungen verschaffen kann. Ich habe hier mit ein wenig Draht und Kabelisolierungen nachgeholfen, außerdem kamen ein paar wenige Ätzteile aus der Restekiste zum Einsatz.

Für das Cockpit habe ich der „Fagot“ den entsprechenden Ätzteilsatz von Eduard gegönnt, den ich nun als empfehlenswert wenn auch nicht als unbedingt notwendig betrachte.

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Meiner Meinung und meiner Erfahrung nach hat Tamiya mit der MiG-15bis einen Bausatz-Klassiker geschaffen, der noch immer einen Maßstab an Komfort und Passgenauigkeit setzen kann. Wenn ihr euch selbst ein Bild vom Bausatz und dem Bauprozess machen möchtet, kommt ihr hier zum Baubericht.

Derzeit entsteht parallel dazu die Maßstabs-Schwester von Trumpeter; ich bin schon auf den Vergleich neugierig… Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro punkt sachsenhofer at gmx punkt at

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Roland Sachsenhofer

Publiziert am 09. Juni 2014

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