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Tu-95TJ Thunderbear

"Pimp my Bear!"

von Thomas Brückelt (1:100 VEB Plasticart)

Tu-95TJ Thunderbear

Schon seit einiger Zeit lag der uralte Plasticart-Bausatz mit der Bezeichnung Tu-20 im Keller, der allerdings nur ein sehr grobes Abbild einer Bear darstellt. Vor allem der Bug hat nicht wirklich viel mit dem Original zu tun und sieht durch seine eingestrakte Frontverglasung deutlich flotter aus, als es bei den Tu-95 der Fall ist. Die Spannweite ist für den Maßstab 1:100 um 6 cm zu groß geraten, die Pfeilung von Tragflächen und Leitwerk ist zu gering, die Form der Endleiste stimmt nicht, um nur die gröbsten Abweichungen zu nennen. So lag es für mich nahe ein "What if" aus dem betagten Bausatz zu machen.

Tu-95TJ Thunderbear

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Nachdem ich sämtliche Projekte zur F-104 mit dem Academy-Bausatz in 1:72 gebaut hatte, haben sich haufenweise Tanks von diesem Kit angesammelt. So kam die Idee auf, zwölf Tanks zu Marschflugkörpern umzubauen und an Pylonen unter die Tragflächen zu hängen. Vom alten Matchbox-/Revell-Bausatz der Arado Ar 234 waren noch die Triebwerke der C-Version übrig, die etwas modifiziert die äußeren Turboprops ersetzen sollten.

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Der einfache Bausatz der Bear sieht kein Innenleben vor. So ergänzte ich ein eigenes Cockpit und baute den Stand des Heckschützen aus. Da die Thunderbear auf dem beiliegenden Ständer fliegend präsentiert werden sollte, erhielt das Modell eine Besatzung. Dabei griff ich auf die Pilotenfiguren des Academy-Starfighters zurück, die für 1:72 viel zu klein geraten sind; 1:100 passt da schon eher. Ansonsten gab es am Rumpf keine größeren Änderungen.

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Den Tragflächen und dem Höhenleitwerk spendierte ich Blechstöße, die ich eingravierte. Im Originalzustand wirken diese ziemlich steril, da außer den Rudern und Landeklappen nichts angedeutet ist. Die Höhen- und Querruder liegen separat bei. Allerdings sind die Spalte zu Tragflächen und Dämpfungsflächen des Höhenleitwerks dermaßen groß, dass ich diese mit Hilfe von gezogenen Gießästen und Spachtelmasse schließen musste. Weiterhin waren die Endleisten viel zu dick. Nach einer Menge Schleifarbeit kamen die Tragflächen und das Leitwerk in Form.  

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Die Triebwerke der Ar 234 verlängerte ich um 30 mm. Im Originalzustand wären sie etwas zu klein für das Modell und der optische Eindruck hätte nicht gepasst. Dazu trennte ich die Triebwerksgondeln in zwei Teile und bog Polystyrol (PS) -Streifen über einem Alurohr. Danach längte ich diese entsprechend ab und fügte sie zwischen den Lufteinläufen und Schubdüsen ein.  An den Triebwerksgondeln waren noch Aufnahmen für die Starthilferaketen der Ar 234 angeformt, was natürlich ebenfalls geändert werden musste. Ich trennte die unerwünschten Stellen heraus und füllte die Durchbrüche mit PS auf. Mit der Trennscheibe entfernte ich die Ansätze der äußeren Turboprop-Gondeln an den Tragflächen. Die Aussparungen füllte ich wieder mit PS-Klötzchen. Um einen Übergang zwischen den Jet-Triebwerken und den Tragflächen herzustellen, fertigte ich mir Tiefziehteile an.

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Um die Marschflugkörper zu bauen verklebte ich die Hälften der Tanks miteinander, trennte das Heck ab und schloss die Öffnungen mit PS. Die vertikalen Flossen der Starfighter-Tanks behielt ich bei. Die horizontalen Flossen stellte ich nach oben geklappt dar. Mit gezogenen Gießästen an den Seiten deutete ich eingeklappte Stummelflügel an. Ich fand einige Startschienen für Sidewinder-Raketen in 1:72 in meiner Restekiste und baute daraus die Pylone für die Cruise-Missiles. Mit 3x3 mm-PS-Profilen verband ich die Startschienen.

Tu-95TJ Thunderbear

Etwas größere, übrige Tanks bereitete ich ebenfalls vor. Diese sollten mit den Propellern und der Bewaffnung erst nach der Lackierung und dem Anbringen der Nassschiebebilder außen an die Tragflächen geklebt werden. Zur Verfeinerung des Modells brachte ich selbst gebaute Antennen, Lufthutzen und Antikollisionsleuchten an. Die Luftbetankungssonde baute ich ebenfalls neu, die Beiliegende war zu dünn und sehr schlicht ausgeführt. Das Seitenleitwerk erhielt einen strömungsgünstig geformten Elektronik-Behälter (Störmaßnahmen/Raketenwarnung).

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Ich lackierte das Modell komplett mit dem Pinsel und nutzte dafür Revell-Farben (Email). Die Decals druckte ich mir auf Folie von ACT. Die Wahl fiel auf ukrainische Markierungen, da die blau/gelben Markierungen recht gut zum Tarnanstrich mit den Blautönen passen. Die Ruderspalte zog ich mit einem weichen Bleistift nach. Zum Schluss versiegelte ich das Modell mit seidenmattem Klarlack, den ich aufsprühte.

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Es hat wieder einmal jede Menge Freude bereitet aus einem Bausatzoldie eine eigene Kreation zu machen. Das Modell sticht durch Größe (56 cm Spannweite), Farbe und Form aus der Sammlung hervor.

Thomas Brückelt,
www.acrokit.com

Publiziert am 25. Juli 2015

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