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Saab SK-35C Draken

Doppelköpfiger Drache

von Thomas Brückelt (1:72 AEROPLAST)

Saab SK-35C Draken

Nachdem ich mich auf der Airpower 2016 in Zeltweg von der Vorführung der SK-35C Draken begeistern ließ, wollte ich die Maschine auch als Modell in meiner Sammlung haben. Die Maschine mit der zivilen Kennung SE-DXP gehört der Swedish Air Force Historic Flight, die eine beachtliche Ansammlung an historischen Militärmaschinen flugfähig betreibt.

Saab SK-35C Draken

Eine doppelsitzige Draken befindet sich derzeit nicht auf dem Markt. Der alte Heller-Kit, der auch den Bau eines Doppelsitzers ermöglicht, ist nur noch sehr schwer zu bekommen, und wenn, dann nur zu recht überzogenen Preisen. Also entschied ich mich dafür den Bausatz eines Einsitzers als Basis zu nehmen und diesen umzubauen. Ich entschied mich für den recht einfachen Kit von Aeroplast. Von seiner Grundform her ist dieser recht stimmig, allerdings minimalst ausgestattet. Das Cockpit ist schlichtweg leer. Der Einblick in die Lufteinläufe und in die Düse würde, sofern man den Bausatz wie vorgesehen baut, nach wenigen Millimetern enden. Fahrwerksteile und Bewaffnung sind recht grob dargestellt. Da mein Modell in seinem Modell gezeigt werden wollte und der Trainer sowieso unbewaffnet ist, spielte das für mich keine Rolle.

Saab SK-35C Draken

Zur korrekten Darstellung der SE-DXP musste das Heck gekürzt werden, da spätere Versionen der Draken, wie sie der Bausatz darstellt, einen längeren Nachbrenner hatten. Ich zog zwei Zylinderhälften aus Polystyrol (PS) tief und klebte sie zusammen, um einen tiefer gehenden Nachbrenner einzubauen. Aus der Restekiste stammte noch eine passende Düse, die ich hinten an der Röhre anklebte. Das sah schon mal um Welten besser aus, als das, was der Bausatz zu bieten hatte. Außen ergänzte ich noch die kleinen Lufteinlässe am Heck, die ich aus dem Vollen feilte.

Saab SK-35C Draken

Die Leere im Cockpit störte mich nicht weiter, da das Doppelsitzercockpit sowieso im Eigenbau entstehen musste. Von Pavla orderte ich mir zwei passende Schleudersitze des Typs RS-35. Der Rest des Cockpits wurde mit ausgeschnittenen PS-Platten angefertigt. Die Schutzscheibe auf dem hinteren Instrumentenbrett zog ich über einem in Form geschliffenen Balsaklotz tief. Eine Pilotenfigur aus dem Set „Nato-Pilots" von Revell durfte auf dem vorderen Sitz Platz nehmen. Der hintere Sitz blieb leer, so war es bei der Vorführung in Zeltweg auch. Aus zwei dünnen Drahtstücken bog ich die beiden Sicherheitsbügel zurecht, die sich über die komplette Länge des Cockpits ziehen.

Im hinteren Rumpfteil brachte ich noch einen Klotz aus PS mit eingesetztem Silikonschlauch an, der später den CFK-Stab hält.

Saab SK-35C Draken

Um die Haube und deren verlängten Übergang, der im Rumpfrücken endet, herzustellen, schliff ich mir eine Form aus Balsaholz und versiegelte deren Oberfläche mit Sekundenkleber. Die Haube entstand aus transparentem Verpackungsmaterial. Den hinteren, nicht transparenten Teil zog ich separat als zweites Teil aus PS tief. Auf der linken Seite brachte ich die kleine, selbst angefertigte Hutze an.

Den nach innen ragenden Teil der Spiegeloptik für den Fluglehrer klebte ich mit Sekundenkleber ein. Danach konnte die Haube mit 5-min-Epoxydharz angeklebt werden.

Die Rumpfhälften samt Tragflächen und Seitenleitwerk waren schnell beisammen. Mit Spachtelmasse musste ich einige Einfallstellen und Ungenauigkeiten ausgleichen.

Saab SK-35C Draken

Einen der vier beiliegenden Tanks brachte ich unter dem Rumpf an. Staurohr, Antennen und die Leitbleche an der Unterseite der Tragflächen stammen aus eigener Herstellung. Außerdem arbeitete ich mit einem Fräser die NACA-Einlässe auf der Rumpfoberseite ein.

Das Modell pinselte ich mit unterschiedlichen Silber-, Eisen- und Alutönen an, teilweise mit Grau vermischt. Die Streben der Haube sind abgeklebt und mit recht dicker Farbe erst in Grau, dann eisensenfarbig aufgepinselt. Nach der Lackierung der Haube klebte ich den äußeren Teil der Spiegelkonstruktion an. Die schwedischen Kokarden stammen von TL-Modellbau, ein paar Decals stammen vom mitgelieferten Bogen und von anderen angesammelten Bögen, den Großteil musste ich mir jedoch selbst drucken.

Saab SK-35C Draken

Seidenmatter Klarlack versiegelt meinen schwedischen Airshow-Star.

Mein guter Freund Oli Blasche stellte mir einige seiner hervorragenden Bilder, die er auf der Airpower schoss, zur Verfügung, welche mir eine sehr große Hilfe waren.

Die SK-35C ist nicht nur eine Bereicherung für meine Jetsammlung, sie erinnert auch an eine atemberaubende Flugshow, wie man sie in Europa nur noch selten geboten bekommt.

Saab SK-35C Draken

Thomas Brückelt,
www.acrokit.com

Publiziert am 02. Februar 2017

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