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McDonnell Douglas F-4F Phantom II

37+64 "Graue Maus"

von Hans-Joachim Hockl (1:32 Tamiya)

McDonnell Douglas F-4F Phantom II

In den Jahren 1975/76 suchte man bei der Luftwaffe einen geeigneten Sichtschutz, welcher sowohl der Luftverteidigung sowie der Jagdbomber-Rolle gerecht werden sollte. In den Jagdgeschwadern JG71 „R" und JG74 „M" war man mit der Tarnwirkung des Norm 72 genannten Anstriches im Luftkampf sehr unzufrieden. Deshalb begann man beim JG71 „R" mit der 37+35 sowie der 37+51 und beim JG74 „M" mit der 37+64 und der 38+56 mit ersten Versuchen eines neuen Tarnanstriches. Die Tarnanstriche waren nicht von langer Dauer und wurden nur für kurze Zeit auf den Luftfahrzeugen aufgebracht.

Die Zeitspannen beliefen sich wie folgt:

  • 37+51 JG71"R": Januar 76 - März 77
  • 37+35 JG71 „R": Februar 76 - Januar 77
  • 37+64 JG74 „M": Februar 76 - März 77
  • 38+56 JG74 „M": Februar 76 - Januar 80

Quelle: Modell-Fan 10/84

Später gesellten sich dann noch Ämter und Institute hinzu, um den geeignetsten Tarnanstrich zu finden.

Das erste Mal hatte ich die 37+64 in der Modell Magazin Ausgabe 12/80 gesehen und ich war sofort begeistert. Deshalb stand für mich fest, dass ich diese Maschine eines Tages einmal bauen werde.

Allerdings sollte bis zur Ausführung noch einiges an Recherchearbeit von mir erbracht werden, da es in den verschiedenen Publikationen unterschiedliche Aussagen zu diesem Anstrich gibt, aber dazu später mehr.

McDonnell Douglas F-4F Phantom II

Beim Modell fiel meine Wahl wieder einmal auf den Tamiya F-4E/J Bausatz, da es in diesem Maßstab bis dato keinen besseren gibt. Dann wurden die üblichen Modifikationen, welche die äußeren Tragflächen sowie die Vorflügel, Landeklappen und die Höhenruder betreffen, durchgeführt. Auch die Reparaturbleche, welche sich ja leider über den gesamten Rumpf verteilen, wurden plan geschliffen. Die Farben bezog ich diesmal von Frickwork, da diese Marke sämtliche RAL-Farbtöne in ihrem Programm hat. Einziger Wermutstropfen hierbei, die Farben sind auf Nitrobasis. Bei einer Verdünnung von 1 zu 1 ließen sich die Farben jedoch mit einer 0,3 mm Düse sehr gut verarbeiten. Beim Versuch, die Farbe mit der 0,2 mm Düse aufzutragen, zog die Spritzpistole Fäden.

Für die 37+64 benötigte ich folgende RAL-Farben:

  • RAL 5014 Taubenblau
  • RAL 7000 Fehgrau
  • RAL 7035 Lichtgrau
  • RAL 7038 Achatgrau
  • RAL 7015 Schiefergrau

Für die Seiten und die Unterseite musste RAL 7035 mit 20% RAL 7038 abgetönt werden.

McDonnell Douglas F-4F Phantom II

Die stilisierten Kreuze wurden in schwarz auflackiert. Für die Erstellung der Schablone scannte ich ein EK auf die Größe von 21,87mm für den Maßstab 1/32 ein, was im Original einem EK von 700 mm entspricht. Nun schnitt ich mit einem scharfen Skalpell die weiße Umrandung der EKs aus und fertig war die Schablone. Für das Modell wurden sechs dieser Kreuze benötigt.

Die Zahlen für die Kennung stammen von acb-shop bei ebay, welche es in verschiedenen Farbtönen zu erwerben gibt. Für mein Vorhaben benötigte ich die Dunkelgrauen Zahlen für 1:87+1:43+1:32 und davon die Größe in 6mm.

Wer sich mit der Thematik der Versuchsanstriche der F-4F ein wenig befasst hat, wird sofort bemerken, dass mein Modell von den bekannten Zeichnungen abweicht. Dies betrifft einmal die Oberseite im Bereich der Tragflächen und zum zweiten die Unterseite. Wie und warum ich zu diesem Ergebnis gekommen bin, möchte ich im Verlauf dieses Berichtes gerne da legen.

McDonnell Douglas F-4F Phantom II

Wenn man sich einmal die Bilder aus dem AirDoc Heft „Luftwaffen Phantoms Part 4" zur 37+64 anschaut, wird einem bei genauerer Betrachtung auffallen, dass die Bilder nicht zu den Zeichnungen passen können. Der größte hier gemachte Fehler ist meiner Meinung nach die zweifarbige Unterseite. Diese wurde allerdings schon Jahre zuvor im Modell-Fan 10/84 in einer Tabelle auf der Seite 12/13 publiziert und auch Don Color gab der 37+64 in seinen Zeichnungen damals eine zweifarbige Unterseite.

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Ganz im Gegenteil dazu berichtete der Autor des Modell Magazin 12/80 (immerhin selbst zu der Zeit F-4 Pilot beim JG 74) und meines Wissens nach einer der Ersten, welcher dieses Thema behandelte, von einer einfarbigen Unterseite in Weißaluminium, was allerdings auch nicht sein konnte, wenn man sich die Bilder im AirDoc Heft anschaut, da es keinerlei Farbgrenzen beim Übergang vom Rumpf zur Unterseite gibt.

Ich kam bei meinen Recherchen zu folgendem Ergebnis für die Unterseite:

Die Unterseite war einfarbig in RAL 7035 plus RAL 7038 (20%) gehalten, genauso wie an den Seiten. Ansonsten hätte man beim Übergang vom Rumpf zur Unterseite (siehe Heckbereich) eine Farbgrenze ausmachen müssen. Die äußere rechte Tragfläche ist auf der Unterseite sehr hell, obwohl hier laut Zeichnung eigentlich RAL 7001 Silbergrau sein sollte, was im Vergleich zu den anderen Farben doch recht dunkel ist, auch dies spricht wieder für meine These.

Meine Vermutung, weshalb man in einigen Publikationen von einer zweifarbigen Unterseite ausging, beruht wohl auf der in Dunkelgrau gehaltenen Bugfahrwerksabdeckung. Meiner Meinung nach handelt es sich hierbei um ein Scheincockpit, ähnlich dem der 37+51 „Wolkenmaus" aus Wittmund. Sehr gut kann man das auch an der vorderen Bugfahrwerksklappe im AirDoc Heft Seite 11 unten sehen, welche die gleichen Konturen aufweist wie die Bugfahrwerksklappe der 37+51mit Scheincockpit. Als Farbton habe ich RAL 7015 Schiefergrau ausgemacht, meine dies aber auch einmal im Zusammenhang mit der 37+51 irgendwo gelesen zu haben.

McDonnell Douglas F-4F Phantom II

Nun zur Oberseite: Hier gibt es jeweils ein Bild bei Airliners.net und eins bei Airfighters.com, auf denen man sehen kann, das auf der rechten Tragfläche innen (Airliner.net) noch eine Fläche in RAL 5014 Taubenblau aufgebracht ist und die Begehfelder komplett in Schwarz gehalten sind. Bei Airfighters.com kann man auf der linken äußeren Fläche, an den ausgefahrenen Vorflügeln, ebenfalls RAL 5014 Taubenblau ausmachen.

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Bei den Markierungen war mir das Bild aus Airliner.net ebenfalls sehr hilfreich, denn es muss zu der Serie von Bildern gehören, welche im AirDoc Heft abgebildet sind und belegt, dass die Schleudersitz-Warndreiecke nur auf der rechten Seite angebracht waren. Begründen kann ich dies damit, da es sich hierbei jeweils um denselben Fotografen handelt und die Maschine in derselben Position und im selben Liegeplatzbereich abgebildet ist. Wem das als Beweis noch nicht genügt, der kann sich auch ein Video im Internet anschauen, welches da heißt:

Mit der Phantom F4 F in Sardinien - 1976 Teil 2

Im Teil 2 des Videos, ab Min. 2:05, sieht man dann die 37+64 in einem Schwenk von vorne links ohne die Warndreiecke und beim Zurückrollen zu ihrem Abstellplatz ab Min. 8:14, von der rechten Seite, mit den Warndreiecken. Ich denke, das sollte dann wohl Beweis genug sein für meine These.

Und nun möchte ich euch meine 37+64 vorstellen.

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Hans-Joachim Hockl

Publiziert am 27. April 2018

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