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Lippisch Aerodyne

von Thomas Brückelt (1:72 Unicraft Models)

Lippisch Aerodyne

Zum Vorbild

Alexander Lippisch dachte sich in den 1950ern in den USA ein exotisches und ebenso geniales Konzept aus, einen Senkrechtstarter zu bauen. Dabei wird Luft durch einen Ringflügel von zwei gegenläufigen Propellern angesaugt. Der größere Teil wird im Bereich des Schwerpunkts ausgeblasen. Mehrere horizontal angeordnete Leitbleche leiten den Luftstrahl für den Senkrechtstart nach unten um. Eine entlang der Längsachse angeordnete Steuerfläche fungiert als Querruder. Ein kleinerer Teil des Luftstrahls wird abgezweigt und über die Leitwerksflächen geblasen. Dadurch wird die Steuerbarkeit um die Quer- und Hochachse im Schwebeflug realisiert. Dornier baute basierend auf dem Entwurf eine unbemannte Version, die auch 1972 im Flug erprobt wurde: https://de.wikipedia.org/wiki/Dornier_Aerodyne

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Unicraft hat sich des skurrilen Fluggerätes angenommen. Der Resinbausatz ist allerdings nur fortgeschrittenen Modellbauern zu empfehlen: viel Nacharbeit ist notwendig, um daraus ein schönes Modell zu bauen.

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Lippisch Aerodyne

 

Es liegt eine Schnittzeichnung bei, die beim Eigenbau der Motoraufhängung hilft. Ich nutzte dafür CFK-Rundstäbchen mit 1 mm Durchmesser. Die Motorgondel versah ich noch mit Auspuffrohren aus der Restekiste. Die beiliegenden Props erwiesen sich als sehr empfindlich, sodaß ich auf übrige 3-Blatt-Propeller zurückgriff, die ich samt Spinner auf 2-Blatt umbaute.

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Der beiliegende Sitz war beschädigt. Auch hier war der Griff in die Restekiste nötig. Das Cockpit verfeinerte ich noch mit Seitenkonsolen, Steuerknüppel, Seitenruderpedalen, einem Schubhebel und einen Hebel für die Schubumlenkung. Die beiliegende Tiefziehhaube passte gut. Die Leitbleche sowie das Querruder fertigte ich ebenfalls neu an.

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Einige Füllstücke und viel Spachtelmasse waren nötig, um das Modell in Form zu bringen. Das Hauptfahrwerk stammt ebenfalls von einem Spritzgussbausatz und wurde angepasst. Optisch war das beiliegende Fahrwerk nicht schlecht. Allerdings hatte ich Zweifel, ob das brüchige Material auf Dauer der Belastung standhalten würde. Ein paar Details, wie die Antenne auf der Unterseite, die Antikollisionslichter und das lange Staurohr entstanden ebenfalls in Eigeninitiative, um das Modell realistisch wirken zu lassen.

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Ich stellte meine Aerodyne als Erprobungsflugzeug der Bundeswehr dar. Decals liegen keine bei. Die Eisernen Kreuze auf der Seite stammen von MNS-Bausätze und Wartungshinweise aus anderen Bausätzen. Die Kennzeichen, „EXPERIMENTAL“ und „AERODYNE“ (unter den Flaggen) druckte ich mir selbst. Ich lackierte das Modell mit dem Pinsel und versiegelte es mit seidenmattem Sprühlack.

Der bizarre und interessante Lippisch-Entwurf sorgt in jeder Sammlung sicherlich für Abwechslung!

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Thomas Brückelt,
acroairwolf.beepworld.de

Publiziert am 04. Oktober 2018

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