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North American F-86K Sabre

von Alexander Jost (1:48 Revell)

North American F-86K Sabre

Das Original:

Bei der F-86K Sabre handelt es sich um den ersten Allwetterjäger der Firma North American, eine völlige Neuentwicklung, die bis auf die Tragflächen nichts mit den F-86A Sabres gemeinsam hatte. Zum ersten Mal war ein AN/ APG-37 Suchradar eingebaut, welches zur Zielauffassung diente und Allwetter-Kampffähigkeit ermöglichte. Im Unterschied zu der D-Version der Amerikaner (die übrigens mit "Mighty-Mouse" Luft-Luft-Raketen ausgestattet war), durften durch restriktive Abkommen lediglich vier M-24 A1 20mm-Kanonen in den deutschen F-86K Jägern als Bewaffnung Platz finden. Dadurch musste der Rumpf des Flugzeugs hinter dem Cockpit um 20,3 cm verlängert werden; es wurden die breiten 6"-3"-Flügel mit Vorflügeln verwendet, die allerdings im Unterschied zur Sabre MK 6 eine größere Spannweite ("F-40-Flügel") aufwiesen. Die Bundesluftwaffe flog ab 1960 88 Stück dieses Flugzeugtyps in den Staffeln des Jagdgeschwaders (JG) 74 in Neuburg/ Donau, bevor das Muster dort am 05.01.1966 seinen letzten Flug erlebte, und größtenteils nach Venezuela exportiert wurde.

North American F-86K Sabre

Zum Bau:

Hokus Pokus! Es war mal wieder Umbauzeit angesagt. Mangelnde Cockpitausstattung, rudimentäre Decals (insbesondere improvisierte Wartungsbeschriftungen), unpassende oder gar fehlende Cockpitinstrumente und kein verfügbarer handelsüblicher (Resin-)Umbausatz zeigen, dass die "K"-Version ein tristes Stiefmütterchen-Dasein im Modellbau-Sektor fristet. Umso mehr wuchs der Ehrgeiz, diese "Sabre" auf die Beine zu stellen. Als Zauberlektüre diente das "AirDoc"-Büchlein zur "K"-Sabre, ohne das das Vorhaben zum Hexenwerk geworden wäre!

North American F-86K Sabre

North American F-86K Sabre

Basis ist der Revell F-86D "Dog Sabre" Bausatz, dem ich den 6'' / 3'' -Flügel der Revell F-86 F-40 / MK 6 "Sabre" spendierte. Ich schnitt die Flügel so ab, dass sie bündig an den um 4mm mit Plastik-Sheet verlängerten Rumpf passten, und montierte das dem "D"-Bausatz beiliegende Rumpfunterteil mit den originären Radschächten. Hier entsprechen die Gravuren denen der "K"-Version. Ich stellte die Vorflügel der Tragflächen im eingefahrenen Zustand dar - es gibt allerdings zahlreiche Bilder der "K" mit ausgefahrenen "Slats". Wer möchte, kann hierzu auf den schmalen, kurzen "D-" Flügel des "Dog-Sabre"-Bausatzes zurückgreifen, deren Vorflügel aussägen und an den "F40"-Flügel anpassen.

North American F-86K Sabre

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Ich gravierte die rechteckigen Lüftungsöffnungen der Bordkanonen im seitlichen Bugbereich und brachte schmale Kühlschlitze auf der Rumpfunterseite an. Zudem bohrte ich links und rechts am Rumpfbug die Mündungsöffnungen der vier M-24 A1 20mm-Kanonen auf und modellierte die untere Kanonenabdeckung mit Tamiya-Spachtelmasse. Außerdem verfeinerte ich die oberen Kanonen beider Rumpfseiten, indem ich vier winzige halbmondförmige Mündungsfeuerbremsen aus zurechtgebogenem und mit der Flachzange gepresstem Kupferdraht einfügte. Nach dem Zusammenkleben der Rumpfhälften stabilisierte ich die Konstruktion mit Streben aus 1mm starkem Balsaholz. Außerdem mussten im Bugbereich einige Panellines der D-Version verschlossen und umgraviert werden. Insgesamt verliefen die Umbaumaßnahmen problemlos, aber sehr zeitraubend. Hier war viel Anpassen, Gravieren und Schleifarbeit angesagt. Da das Cockpit keinerlei Visiereinrichtung/ "Gunsight" besitzt und das vordere Instrumentenbrett die "K"-Konsolen nicht richtig wiedergibt, stellte ich das Canopy geschlossen dar. Somit fallen diese Mankos nicht sofort auf.

North American F-86K Sabre

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Die Lackierung:

Als Vorbild für die Lackierung diente die "JD-352" (WNr. 55-4925) der 3./ JG 74, Neuburg/ Donau, Juli 1964. Sie wurde einige Jahre später als FAV 0028 an Venezuela abgegeben. Bei der Bemalung hielt ich mich an die Farbtöne des Luftwaffen-Standardsichtschutzes der frühen Luftwaffen-Jahre: Unterseite RAL 7001 Silbergrau, oben RAL 6003 Olivgrün und RAL 7012 Basaltgrau. Ich nutzte hierfür Farben von Revell (R 46 olivgrün, Mischung R 77 und 79 Grau für die Oberseiten; eine Mischung aus Alu 99 mit drei Vierteln Grau 75 für die Unterseite), die ich jeweils mit Weiß aufhellte und in mehreren Schichten sprühte. Außerdem verpasste ich dem Jet die obligatorischen blau-weißen Zusatztanks, zu denen es im Air Doc Heft tolle Farbaufnahmen zusammen mit der von mir dargestellten Maschine gibt. Für die Markierungen kamen Decals von HaHen zum Einsatz, die es ermöglichen, sämtliche Zahlencodes der "JD"-Kennung darzustellen. Zwei der mitgelieferten Balkenkreuze musste ich nach dem Anbringen - simsalabim - leider wieder abkratzen, weil ich sie zu weit hinten am Rumpf angebracht hatte. Zum Glück hatte ich eine satte Schicht "Future" Acryl-Lack aufgetragen, so dass die darunter liegende Camouflage kaum beschädigt wurde. Für die Wartungsbeschriftungen nutzte ich - unter Zuhilfenahme der Abbildungen im "AirDoc"-Heft - die schwarzen Schriftzüge des "D"-Bausatzes. Dabei brachte ich nur diejenigen an, die vom Schriftverlauf her denen des Originals am nächsten kamen.

Fazit:

Insgesamt ein sehr lohnendes Projekt mittleren Bastelaufwandes, um die Luftwaffen-Version dieses schönen Jets darzustellen. Aber: ohne Zaubertricks geht es eben nicht...

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Quellen-/ Literaturhinweise:

  • North American F-86 K "Sabre" AirDoc (ADJP 002/ ISBN 978-3-935687-58-3), Siegfried Wache/ Andreas Klein. Das Standardwerk über die "K"-Sabre - und eines der wenigen, das sich mit diesem tollen Jet auseinandersetzt. Unersetzlich: Die Risszeichnung auf S.9 - hier erkennt man die für die "K" typischen Gravuren und Flügeltypen. Viele Hinweise auf die Farbgebung, Beschriftungen, Cockpit. Sehr empfehlenswert!
  • Im Netz: Duncan's Sabre Website zu den F-86 Varianten. Hier besonders schön erklärt: die unterschiedlichen Flügelformen der Vorbilder http://f-86.tripod.com/index.html HaHen Decals von Harald Hensel www.hahen.de

März 2009

Alexander Jost

Publiziert am 10. Oktober 2009

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