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Bloch 131

Nr. 43 E298, Frankreich, Cazaux, 1940

von Alain Courouge (1:72 MACH2)

Bloch 131

Der Zusammenbau

Aus dem Französischen von Bernd Korte Der Mach2 Bausatz ist ein eher rustikaler Bausatz. Es ist vielleicht ein bisschen hart und schnell, das zu sagen, aber es bleibt ein Bausatz, von dem einem Anfänger abgeraten sei. Trotz allem hat man am Ende allerdings ein ausgesprochen originelles Modell. Und das ist alle Mühsal der Welt wert (für mich wenigstens...). Es ist ein Short-Run Kit und dazu ein Frühwerk der Firma. Dennoch kann man ein schönes Modell erhalten. Die Formen scheinen im Vergleich zu den in „Avions“ Nr. 2 und 3 veröffentlichten Plänen soweit korrekt zu sein. Die Gravuren sind versenkt. Das Cockpit ist trotz allem gut detailliert. Ein wenig Farbe wertet das ganze auf.

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Im Grunde liegen die wirklichen Probleme des Bausatzes in all den Kleinteilen, die wirklich einiges an Arbeit machen, bis hin zur Neuanfertigung. Der andere schwarze Fleck sind die Glasteile (siehe weiter unten).Das hier ist einer der Bausätze, für den ich am meisten Spachtel benötigt habe! Quasi den ganzen Zusammenbau hindurch. Ein wichtiger Punkt beim Seitenleitwerk ist, dass die beiden Seiten nicht wirklich symmetrisch sind, was ohne Zweifel an einem Formproblem liegt. Die Rumpf-Leitwerk Montage bedeutet wirklich Arbeit. Da hingegen ist die Flügel-Rumpf Passung von besserer Qualität, auch wenn der Cutter, die Feile und das Schleifpapier hier regelmäßig gebraucht werden!

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Ein anderer Punkt, der nicht gerade wenig Arbeit verlangt, ist der linke Motor. Auf Anraten von Olivier Soulleys (Flight 66) musste eine leichte Verschiebung des Motors in Bezug auf sein Gehäuse nachgearbeitet werden. Ein Keil wurde hinter dem Motor eingesetzt. Das Motorgehäuse wurde verspachtelt und neu graviert um die Dicke des Keiles auszugleichen. Ein schönes Stück Arbeit. Eine andere Arbeit, diesesmal allerdings „freiwillig“, war das Ausschneiden der Querruder. Sie wurden abgetrennt, um sie dann etwas „dynamischer“ zu positionieren. Gleichermaßen wurden die Trimmklappen aus Plastiksheet neu angefertigt um sie zu verfeinern.

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Als der Bausatz schließlich soweit zusammengebaut war, wurden alle Strukturlinien nachgezogen. Wie bereits erwähnt, sind die Gravuren versenkt. Allerdings erschienen sie mir nicht sehr regelmäßig. Daher habe ich alle Gravuren nachgezogen. Mit dem Tamiya-Werkzeug ist das recht einfach, umso mehr als es sich hierbei um lange gerade Gravuren handelt, die recht simpel nachzuziehen sind, auch wenn sie einigermaßen zahlreich ausfallen.

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Der letzte Punkt: Der Landescheinwerfer. Bei seiner Herstellung habe ich mich ziemlich „amüsiert“. Nun, es ist nicht wirklich dermaßen schwierig. Ich habe die Technik von „Manu“ angewendet (siehe im Forum Master 194 oder hier). Zuerst höhlt man den Flügel aus, um dort dann ein Stück Klarsichtplastik einzukleben. Dann schleift und schleift und schleift man. Genau so lange, wie es nötig ist um die ursprüngliche Form des Flügels wieder herzustellen. Mit ein wenig Aufwand, ist das nicht allzu kompliziert.

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Die Bemalung

Bevor wir zur Bemalung kommen, noch ein Wort zur Verglasung. Ich habe lange gezögert, ob ich die Klarsichtteile neu machen sollte, oder nicht. Die Dicke beträgt nämlich mehrere Millimeter! Ich hatte noch schlechte Erinnerungen an das Tiefziehen der Cockpithaube meiner Avenger TBM-3W (von Mach2 zwar – aber was für ein Bausatz!). Daher habe ich schließlich diese Klarsichtteile nicht neu angefertigt. So einfach die des Cockpits auch zu machen wären, umso schwieriger wäre die Bugverglasung tiefzuziehen. Daher habe ich versucht, sie von innen her dünner zu schleifen. Schließlich habe ich noch ein für mich neues Produkt ausprobiert: Klir (siehe diesen Artikel im Forum Master 194). Dieses magische Produkt wirkt wahre Wunder. Auf jeden Fall ist es ihm gelungen die Klarsichtteile brauchbar zu machen, die am Anfang nur schwer verwendbar waren.

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Ein anderer Teil, der Freude bereitet (aber hier liegt es in der Natur dieses Flugzeugs und der Bausatz kann nichts dafür!) ist das Abkleben der Klarsichtteile. Das hat mich einen kompletten Abend gekostet. Fenster gibt es wahrlich genug an diesem Flugzeug. Mit dem Cockpit, der Nase, dem oberen und unteren Turm sind ein paar duzend Flächen zu maskieren. Ich habe prinzipiell Scotch Magic verwendet, da ich dank seiner Transparenz so die Konturen der Scheiben sehen konnte, die sich (viel) zu wenig abzeichnen. Der Nachteil dieses Scotch sind die Spuren, die es hinterlässt, wenn man es wieder ablöst. Dieses Phänomen wird meiner Ansicht nach noch durch die Lösungsmittel, die für die Farben verwendet werden, verstärkt. Es müssen diese Lösungsmittel sein, die den Klebstoff anlösen. Es wäre daher besser, hier das besser haltende Tamiya Abklebeband zu benutzen (aber das ist ja nicht durchsichtig).

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Da ich mir eine Zielschlepp-Markierung ausgesucht hatte, besteht der erste Lackierschritt in der Anbringung der roten und weißen Streifen. Für das Weiß habe ich Tamiya X2 benutzt. Das war das erste Mal, dass ich das Weiß von Tamiya benutzt habe, und es war auch das erste Mal, dass ich ein solch deckendes Weiß gefunden habe. Versucht es, und ihr werdet es auch nehmen! Die Maskierung ist recht bequem: Die Breite der Streifen ist in 1:72 10mm, was genau der Breite des Tamiya-Klebebandes entspricht (Nein, nein, ich werde nicht gesponsort! Wenn Mr Tamiya das hingegen machen möchte, hätte ich nichts dagegen!). Da der Rumpf ziemlich eckig ist gibt es hier keine großartigen Probleme. Das Rot entspricht dem ModelMaster Rot 1593. Auch hier keine Probleme, aber diese Farbe kannte ich bereits vorher, da ich sie bei meiner F-100D benutzt hatte.

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Ich habe vergessen zu sagen, dass ich mich auch an einer für mich neuen Technik versucht habe: Der Vorschattierung. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, zittere ich ein wenig. Das heißt, es war für mich die Feuertaufe mit meiner neuen Airbrush, der Evolution, ein fantastisches Teil, viel einfacher und präziser als die Aztec (wenigstens für mich...), aber ich habe sie noch nicht so ganz im Griff. Man wird im Folgenden sehen, dass diese Aktion mir nicht viel gebracht hat...

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In der nächsten Etappe war es Zeit für das Grün: Zuerst habe ich Humbrol 102 benutzt, um das Tafel-Grün (vert tableau) zu finden, das während der Vorkriegszeit in Frankreich für die Einsatzflugzeuge benutzt wurde. Eine sehr matte Farbe, die ich sicher nicht genug verdünnt habe. Ergebnis: Die Airbrush verstopfte. Ich hatte größte Mühe, da wieder was heraus zu bekommen. Außerdem habe ich versucht mit Essenz F zu verdünnen. Ich weiß noch immer nicht, ob es die Farbe oder dieser neue Verdünner war, aber zusätzlich zum sehr unregelmäßigen Sprühstrahl hat sich eine Art Staub auf das Modell gesetzt, der an manchen Stellen wie Bodensatz aussah. Endergebnis: eine vermasselte Lackierung, an manchen Stellen „Staub“-Ablagerungen und ein verschwundenes Pre-Shading!

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Gut, ich habe mich von der Idee der Vorschattierung getrennt, aber die Tarnung darauf wollte ich nicht in diesem Zustand lassen. Also habe ich das ganze Modell abgeschliffen, um den Staub loszuwerden. Dann habe ich ein Acryl-Grün von Gunze oder Tamiya gesucht (mit denen ich noch nie Probleme mit meiner Airbrush hatte). Schließlich habe ich mein Glück in Gunze H320 gefunden, das die gewollte Farbe perfekt wiedergibt. Dadurch habe ich endlich das Ergebnis erhalten, das ich wollte. Nun noch die Unterseitenfarbe. Ich habe eine Dose Aéromaster Enamel 9101 benutzt. Auch hier habe ich ein paar Probleme bei der Anwendung und mit der Verstopfung der Airbrush gehabt, aber die Dose war schon etwas älter und ich denke ich habe sie daher nicht stark genug verdünnt.

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Die Markierungen

Das Aufbringen der Decals war auch die helle Freude, trotz dass es davon nicht gerade viele gibt! Die Decals des mitgelieferte Bogens lösten sich sobald sie mit Wasser in Berührung kamen in tausend Einzelteile auf. Und ich hatte keinen Microscale Liquid Decal Film, der mir erlaubt hätte, das Problem zu lösen.Das ganze habe ich dann auf mehrere Arten gelöst: Für die einfachen Kokarden habe ich einen Bogen von Model Art benutzt, der ausschließlich aus Kokarden dieser Epoche besteht (Model Art 72.022). Das Schwierigste waren die Aufschriften des Seitenleitwerkes und die Zulassungen auf der Unterseite. Zuerst habe ich einen neuen Bogen von Herrn Palix (alias Mister Mach2) angefordert, den er mir sehr freundlich geschickt hat. So konnte ich die Zulassungen der Unterseite zurück bekommen. Dem gegenüber blieben die Beschriftungen des Seitenleitwerkes schwierig zu verarbeiten.

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Ich hatte das Glück Hilfestellung von Laurent von LB Plans zu bekommen, der mir sehr freundlich und kostenlos anbot, mir die entsprechenden Aufschriften zu erstellen. Ihm sei dafür an dieser Stelle noch einmal öffentlich gedankt! Ein paar Tage später erhielt ich seine Decals und konnte so die Markierung abschließen. Nur noch ein Wort zum Seitenleitwerk. Für das Weiß habe ich die Airbrush bemüht. Das blaue Band stammt vom Bogen Model Art 72.0022. Das Rot wurde von Hand gemalt.

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Das Weathering

Als die Lackierarbeit einmal fertig war, ging ich zur Alterung über. Es beginnt mit einer guten Schicht Klir über alles (ich hatte schon eine erste Schicht für die Decals aufgebracht, um ihnen eine glänzende Oberfläche zu schaffen) und schließt so die Decals zwischen zwei Schichten gläzenden Glanzlackes ein (adieu Silvering).

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Gegenteilig zu dem was ich gewöhnlich mache, habe ich die Alterungsbrühe auf dem glänzenden und nicht auf mattem Klarlack angewendet. Das hat den Vorteil, dass man überschüssige Farbe leichter abwischen kann. Hierfür habe ich Ölfarbe benutzt. Der ideale Ton ist Sepia. Da ich diesen nicht hatte, verwendete ich Braun gemischt mit etwas Schwarz. Alles verdünnt mit Essenz F. Hier hatte ich vorher „Wasbenzine“ benutzt (ein Produkt, das man in Belgien findet). Essenz F ist genauso gut, vielleicht etwas fettiger, aber leichter zu finden. Die Brühe wurde dann über alle Strukturlinien sowie in den Fahrwerksschächten verteilt. Ich wartete ? bis ? Stunde, bis sie trocken war, dann wischte ich alles wieder mit in Essenz F getränkten Papiertüchern ab, immer in Richtung des Flugwindes.

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Nun folgte noch eine Schicht Mattlack. Dieser Bausatz war für mich Testobjekt für verschiedene neue Produkte. Hier habe ich zum ersten Mal den Mattlack von Pebeo benutzt (noch einmal Danke, Manu). Ein perfekter Firnis, sehr fest, den ich mit der Airbrush auftrage, der sich aber auch per Pinsel verarbeiten lässt, ohne Spuren zu ziehen. Zum Schluss habe ich noch ein paar Pastelkreiden benutzt um Öl und die Auspuffspuren nachzuempfinden. Insgesamt sollten diese Abnutzungsspuren nicht zu stark betont werden, da diese Maschinen nicht allzu viel eingesetzt wurden.

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Voil?, es ist vollbracht!!

Nur ein letztes Wort noch zum Bausatz. In diesem Artikel habe ich den Kit und die Firma oft kritisiert. Der Zusammenbau ist nichts für Anfänger, soviel steht fest. Aber Mach2 bietet uns hier einen Bausatz, den man nirgendwo sonst wiederfinden wird. Darüber hinaus besteht ihre ganze Serie aus einzigartigen Bausätzen. Dafür sollte man sich an dieser Stelle bedanken. Ich habe noch mehrere Bausätze dieser Firma zu bauen. Und ich werde sie machen (schon drei Stück auf meiner Aktiv-Seite)!! Nun, sicher, sie verlangen mehr Zeit als Tamigawa, aber auch das ist der Spaß des Modellbauers.

Referenzen

  • Avions Nr. 2 und 3 : die beste und umfassendste, auch wenn es nicht völlig komplett ist
  • Serie "Avions et Pilotes" Nr. 7 : Aviation Française 39-42 Teil 1 : Außen- und Innenaufnahmen
  • Profile des Flugzeugs in Replic 60, Encyclopédie de l'aviation Atlas 36, Mach1 15, Aerojournal 2, 7 & 38.
  • Bausatzbesprechung Mach2 in : Replic 47, Air Fan 201, Fana 306.
  • Alain Courouge,
    maquette72.free.fr

    Publiziert am 21. Februar 2005

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