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Nakajima Kikka

Die wohl schnellste Orangenblüte der Welt...

von Thomas Brückelt (1:72 Merlin Models)

Nakajima Kikka

Am 7. August 1945 hob die Nakajima Kikka (Orangenblüte) - der erste japanische Jet - zu ihrem einzigen Flug ab, der ca. 20 min. dauerte. Beim nächsten Flugversuch ging sie gleich beim Startversuch zu Bruch, da der Winkel der angebrachten Starthilferaketen falsch berechnet wurde. Man hätte sie zwar nochmals aufbauen können, allerdings kam es durch das Kriegsende nicht mehr dazu.

Nakajima Kikka

Der seltene Kleinserienbausatz von Merlin Models besteht aus wenigen Kunststoff- und Metallteilen, die sehr viel Nacharbeit benötigen. Ein guter Freund hat mir diesen Exoten vor einigen Jahren aus den USA mitgebracht. Die Kunststoffteile sind sehr dickwandig. Die Oberfläche der Metallteile ist sehr rau und grob, hier musste ich viel abtragen und in Form schleifen. Andererseits besitzen die Teile eine recht feine Oberflächenstruktur, die versenkt wiedergegeben ist.

Nakajima Kikka

Es liegt lediglich eine schriftliche Bauanleitung bei. Ansichten für die Lackierung sind ebenfalls abgedruckt, über die farbliche Gestaltung des Cockpits erhält man keine Informationen. Hier suchte ich nach Vorlagen im Internet.

Nakajima Kikka

Ich beschloss das Modell fliegend darzustellen. Dazu klebte ich einen Kunststoffklotz in den Rumpf, in dem ein Stück Silikonschlauch zur Aufnahme des CFK-Stäbchens des Displays sitzt. Die Pilotenfigur stellte ich aus abgeformten Teilen anderer Figuren her und passte sie an.

Nakajima Kikka

Vor allem an den Übergängen zwischen Triebwerksgondeln und Tragflügeloberseite kamen Spachtelmasse und Feile zum Einsatz. Auch die Haube wollte aus der Schachtel heraus sich nicht so richtig mit der Rumpfoberseite fügen lassen. Mit einer kleinen Rundfeile löste ich das Problem. Seitlich musste ich mit gezogenen Gießästen und Spachtelmasse auffüllen.

Nakajima Kikka

Ergänzt habe ich die Trimmklappe des Seitenruders und die Pitotrohre an der Tragfläche und seitlich am Rumpf. Auf den wenigen Originalfotos, die ich fand, war die Antenne nicht zu sehen, deshalb ließ ich sie auch an meinem Modell weg.

Die zweifarbige Lackierung gestaltete sich recht einfach. Ich verzichtete darauf abzukleben, da die Trennline zwischen Ober- und Unterseite beim Original auch nicht sonderlich akkurat aussah. Lackiert habe ich mit Revellfarben.

Nakajima Kikka

Die wenigen Decals (nur Kokarden) lassen sich gut verarbeiten und passen sich gut der Oberfläche an. Allerdings sind sie mit deutlichem Versatz gedruckt. Nach dem Anbringen zog ich die weißen Umrandungen der aufgehenden Sonne freihändig mit dem Pinsel nach, um die gewünschte Gleichmäßigkeit zu erzielen. Zum Schluss sprühte ich seidenmatten Klarlack auf.

Gerade die schlichte Lackierung hebt die elegante Form des Jet-Oldies hervor, so bekam meine WW2-Ecke mit der Kikka attraktiven und exotischen Zuwachs.

Thomas Brückelt,
www.acrokit.com

Publiziert am 28. Oktober 2014

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