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Supermarine Spitfire Mk.Vb

von Daniel Stihler (1:72 HobbyBoss)

Supermarine Spitfire Mk.Vb

Eigentlich kann man vom Erwerb dieses Bausatzes nur abraten, denn er weist trotz guter Ansätze einige derartig eklatante Mängel auf, dass man sich fragt, wie man so etwas überhaupt in die Produktion gehen lassen kann. Am auffälligsten sind die viel zu großen, beidseitig überstehenden Cockpithauben (in doppelter Ausfertigung, offen und geschlossen), der schwindsüchtige Propeller, die fehlenden Fahrwerkklappen und die scheußlichen Löcher, die der Aufhängung einer komplett überflüssigen Bombe dienen. Außerdem fehlen auch einige durchaus wichtige Gravuren wie die Mündungen der MGs, Hülsenauswurfschächte oder die Einstiegstür.

Supermarine Spitfire Mk.Vb

Die Decals sind unbrauchbar. Die eine darstellbare Maschine BR195 AN-T der 417 Squadron RCAF war eine Mk. Vc, was jedermann mit Zugang zum WWW in kurzer Zeit herausfinden kann. Bei der zweiten (EP706 T-L) handelt es sich um eine im Herbst 1942 von P/O George Beurling auf Malta geflogene Spitfire der 249 Squadron RAF. Für sie sind die Seriennummern zu klein, die Geschwaderkennungen haben die falsche Farbe und sind falsch postiert, die Abschussmarkierungen Beurlings fehlen und die Farbangaben sind falsch. Beurlings Spitfire wurde wie fast alle nach Malta eingeflogenen Maschinen in einem schwer definierbaren Blaugrau umlackiert, über dessen genaue Art Insider seit Jahrzehnten Glaubenskriege ausfechten.

Supermarine Spitfire Mk.Vb

Statt dem ersten Impuls zu folgen und den Bausatz zu verschenken oder wegzuwerfen, habe ich versucht, wenigstens die schlimmsten Mängel zu bereinigen. Der Zusammenbau geht bei Hobbyboss recht schnell, ein im ganzen gegossener Rumpf wird auf ein einteiliges Flügelsegment geklebt, Seitenleitwerke dran und schon ist das meiste erledigt. Die fehlende Einstiegstür war schnell mit einer dünnen Modellbausäge nachgraviert. Die Propellerblätter ersetzte ich durch einen übrig gebliebenen Satz Blätter von einer Italeri-Spitfire. Die Löcher für die Bomben-Halterungen wollte ich zuerst zuspachteln, das Anhängen eines ebenfalls von Italeri stammenden und direkt auf dem Rumpf aufliegenden "slipper tanks" war aber die eleganteste Lösung. Die fehlenden Fahrwerkklappen wurden aus Plasticard ausgeschnitten, die Teile einer anderen Spitfire dienten als Schablone. Zwei Plastikklumpen unter den Flügeln (wohl ausfahrbare Landelichter) schnitt ich mit einem scharfen Bastelmesser ab.

Supermarine Spitfire Mk.Vb

Blieb noch das Hauptproblem Cockpit. Nach einigem Probieren, Feilen und Schnitzen konnte ich den vorderen Teil einer Italeri-Haube einigermaßen passend einkleben. Die beiden anderen Segmente kamen aus dem Bausatz, da nichts anderes passte. Ein geschlossenes Cockpit wäre angesichts der fast komplett fehlenden Details und glatter Seitenwände natürlich besser gewesen, aber ich konnte keine passende Haube finden. Die Seitenwände habe ich gelassen, wie sie sind, ich ergänzte lediglich ein mit Farbe angedeutetes Armaturenbrett und Gurte aus Tamiya-Tape.

Supermarine Spitfire Mk.Vb

Die britische Standard-Tropentarnung habe ich mit den Xtracrylix-Farben "Dark Earth" und "Middle Stone" über "Azure Blue" mit dem Airbrush aufgebracht. Das "Pre-Shading" mit Revell-Schwarz ist leider kaum noch erkennbar. Mit einem Washing (Vallejo Model Wash Dunkelgrau) habe ich die schön gravierten Stöße (wenn sie denn da waren...) hervorgehoben. Die Decals kamen vom Tamiya-Bausatz der Spitfire Vb, der natürlich in einer komplett anderen Liga spielt. Sie ermöglichen den Bau einer ebenfalls der 417 Squadron angehörenden Mk Vb, die 1943 in Tunesien eingesetzt wurde. Auf Wartungshinweise habe ich bis auf ein paar recht prominente auf den Flügeln weitgehend verzichtet. Das ganze wurde noch mit Vallejo-Mattlack überzogen, mit per Zahnstocher großzügig aufgebrachten Lackabplatzern (Revell Aluminium) garniert und schließlich mit Ruß und Ölspuren sowie Sand aus den Tamiya Weathering Master Sets verschmutzt. Das Endergebnis ist immerhin kein Fall für den Mülleimer und für die zweite Reihe im Schrank völlig in Ordnung. Pilot und Mechaniker diskutieren gerade, ob es ratsam ist, sich solch einem dubiosen Vogel anzuvertrauen...

Supermarine Spitfire Mk.Vb

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Daniel Stihler

Publiziert am 07. Dezember 2015

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