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Lippisch P.01-116

Hybrid-Jäger - 2. Entwurf / Juni 1941

von Thomas Brückelt (1:72 Bird Models)

Lippisch P.01-116

Zu den vielen Entwürfen auf dem Weg zur Me 163 Komet gehörte die Lippisch P.01-116. Unter dieser Bezeichnung wurden drei komplett unterschiedliche Entwürfe geführt. Das gezeigte Modell stellt den zweiten Entwurf, datiert auf den 12. Juni 1941, dar. Der Jäger sollte eine Strahlturbine unten am Rumpf haben und einen Raketenmotor im Heck. Als Bewaffnung waren zwei MG 17 7.92 mm und zwei MG 151 15 mm im Vorderrumpf vorgesehen.

Lippisch P.01-116

Bird Models hat einen einfachen Resin-Bausatz des Typs im Programm, der als Basis für mein Modell herhalten sollte. Um den verfügbaren Zeichnungen gerecht zu werden, mussten jedoch einige grundlegende Modifikationen vorgenommen werden.

Charakteristisch für die "116" sind die stark ausgeprägten Verrundungen an den Übergängen zwischen Tragflächen und Rumpf. Auch der Lufteinlass und die Düse verschmelzen durch große Radien mit dem Rumpf. Die Pfeilung muss reduziert werden und die Ruder arbeitete ich ebenfalls neu ein, gemäß der auffindbaren Ansichten. Der Rumpfrücken liegt im Strak mit der Kabinenhaube, die Unterseite des Rumpfes ist nicht gerade, sondern leicht geschwungen. Der Cockpitbereich wirkt deutlich gedrungener, als es der Bausatz vorgibt.

Lippisch P.01-116

Ich fing mit dem Umbau der Tragflächen an. Ich sägte die vorhandenen Flügelwurzeln ab und baute mir aus Polystyrol (PS) neue, mit denen auch die Pfeilung korrigiert wurde. Die vorhandenen Gravuren der Steuerflächen schloss ich mit Spachtelmasse, schliff die Tragflächen ab und gravierte sie der Vorlage entsprechend hinein.

Lippisch P.01-116

Um den Rumpfrücken zu korrigieren, feilte ich den vorhandenen Rumpfrücken flach ab und klebte einen dicken PS-Streifen auf, der entsprechend in Form geschliffen wurde. Die Rückwand des Cockpits wanderte um 3 mm nach vorne, was das Tiefziehen einer stärker gekrümmten Haube erforderlich machte. Die Form dafür schliff ich aus Balsaholz und versiegelte die Oberfläche mit Sekundenkleber.

Lippisch P.01-116

Danach schliff ich das Holzklötzchen erneut mit feinem Schleifpapier ab. Die Nase wurde gekürzt und nach oben gezogen, indem ich eine 4 mm starke PS-Platte aufklebte. Dieser klebte ich von unten her das Instrumentenbrett an. Den Nasenrücken brachte ich damit und mit etwas Spachtelmasse in Form. Die Kontur der Haube arbeitete ich vorsichtig mit einem Schleifstift und einer kleinen Feile ein.

Lippisch P.01-116

Bevor die Haube aufgeklebt wurde, ergänzte ich im Cockpit noch Steuerknüppel, Visier und die Pilotenfigur. Eine Kopfstütze brachte ich an der Rückwand an. Lufteinlass und Düse entstanden gleichermaßen zweiteilig. Grundlage für die Oberteile waren 5 mm starke PS-Stücke, denen konkave Wölbungen mit der Feile verpasst wurden. Die Unterteile entstanden durch Tiefziehen. Die Übergänge glich ich mit Spachtelmasse an.

Lippisch P.01-116

Bevor ich den Lufteinlass anklebte, lackierte ich die innen liegenden Stellen. Ich druckte mir das vordere Verdichterrad als Decal aus und brachte es an.

Lufteinlauf und Düse wurden an ihren Enden deutlich mehr eingeschnürt. So passte es dann auch mit der leichten Krümmung des Bauchs und ich konnte die Krümmung hinein schleifen. Das Auftragen von Material war hier nicht nötig.

Das Seitenleitwerk bekam auch noch die Gravuren gemäß der Vorlage und einen verrundeten Ansatz.

Lippisch P.01-116

Eine weitere Besonderheit des Entwurfs sind die beiden Kufen. Hier verwendete ich die Teile aus dem Bausatz unverändert und ergänzte noch einen kleinen Sporn vor dem Auslass.

Nachdem der "Rohbau" fertiggestellt war, kamen noch ein paar Details hinzu: Ich bohrte die Mündungskanäle auf und setzte die Läufe der Bewaffnung ein, die ich aus gezogenen Gießästen herstellte. Auch das Staurohr und die Antenne entstanden auf diese Weise. Ein Stahldraht mit 1 mm Durchmesser und eine 4 mm starke PS-Platte bilden das Display, auf das das Modell aufgesteckt wird.

Lippisch P.01-116

Da es in meiner Luftwaffenecke ziemlich olivgrün und grau hergeht, sollte die P.01-116 eine Wüstentarnung bekommen. Ich lackierte das Modell mit dem Pinsel und Revellfarben. Die weichen Übergänge zur Unterseite tupfte ich mit einem Schwamm auf. Die Decals suchte ich mir aus meiner Restekiste zusammen. Einige stammen von einem Peddinghaus-Bogen (Me 163 Komet). Seidenmatter Klarlack versiegelt den kleinen Reißbrett-Jäger.

Die Verbesserungen an dem Modell haben den Bau zu einem interessanten Projekt gemacht. Die Lippisch P.01-116 gesellt sich zu ihren Familienmitgliedern im Regal und ergänzt die Reihe vor allem durch ihre markanten Verrundungen.

Lippisch P.01-116

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Lippisch P.01-116

Thomas Brückelt,
www.acrokit.com

Publiziert am 09. August 2016

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