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Hawker Tempest Mk.V

von Steffen Erwerth (1:72 Academy)

Hawker Tempest Mk.V

Etwas Geschichte:

Die Hawker Tempest war die Nachfolgerin der Typhoon. Die Hauptunterschiede bestanden in einem geänderten und verstärkten Rumpfheck, dünnen elliptischen Tragflächen und einem leistungsgesteigerten Napier Sabre IIB Motor.

Der Erstflug der Mk.V war am 2. September 1942, von ihr wurden 805 Stück produziert. Nach dem Krieg kamen noch 450 Mk.II mit Bristol Centaurus Sternmotor und 142 Mk.VI mit Sabre VA Motor hinzu.

Hawker Tempest Mk.V

Die Tempest wurde anfänglich als schneller Abfangjäger zur Abwehr der V1 Angriffe und auf dem europäischen Kontinent zur Bekämpfung der Me 262 verwendet. Auf das Konto der Tempest gehen 648 abgeschossene V1 und mindestens 20 Me 262. Weiterhin wurde sie auch als Jagdbomber zur Bekämpfung von Eisenbahnzügen und zur Unterstützung der Bodenoffensive eingesetzt.

Hawker Tempest Mk.V

Die SN254 kam kurz nach Kriegsende zur No.56 Squadron, dort erhielt sie das Staffelkennzeichen US-T und war die Maschine von SqnLdr M.P. Kilburn, dem CO der No.56 Sqn. Sie diente dort bis die Tempest Mk.V im August 1946 durch Mk.II ersetzt wurden. Danach wurde die SN254 bei der No.33 Sqn, beim Royal Air Force Gatow station flight, beim Aeroplane and Armament Experimental Establishment (A&AEE) und bei der No.80 Sqn eingesetzt. Im Februar 1948 wurde sie von der No.6 Maintenance Unit in Brize Norton eingelagert und 1950 zum Verschrotten verkauft.

Quellen: Kenneth Munson „Die Weltkrieg II-Flugzeuge"; Osprey Combat Aircraft 117 „Tempest Squadrons of the RAF"

Hawker Tempest Mk.V

Das Modell:

Den Bausatz der Tempest habe ich 2002 auf der Modell und Hobby in Leipzig erstanden. Der war also zum Baubeginn nun schon ganz gut „abgelagert". Obwohl der Academy Bausatz eigentlich recht einfach aufgebaut und sauber verarbeitet ist, hat sich das Projekt bis zu seiner Fertigstellung im Januar diesen Jahres fast drei Jahre hingezogen. Längere Baupausen, andere Modelle und das eine kleinere oder größere Missgeschick sorgten letztendlich dafür.

Hawker Tempest Mk.V

Cockpit, Rumpf und Flügel waren relativ schnell zusammen gebaut. Im Cockpit ergänzte ich die Gurte, die machte ich einfach aus Tamiya Tape, das geht recht einfach und sieht doch recht gut aus. Am Kinnkühler kam es zu größeren Passproblemen. Hier und an den Rumpf-Flügel Übergängen musste ich spachteln. Ob das mit den Passproblemen des Kinnkühlers am Bausatz selbst lag, oder daran, dass ich das Innenleben des Modells vielleicht nicht ganz korrekt verbaut habe, kann ich jetzt nicht mehr sagen. Academy verwendet außerdem eine ziemlich harte, fast schon etwas glasartige Kunststoffmischung, das liegt mir nicht so, ich mag eher die weicheren.

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Hawker Tempest Mk.V

 

Die Tarnung besteht ausschließlich aus Humbrol Acryl Farben und ist noch mit dem Pinsel gemacht. Zwischenzeitlich habe ich mir nun doch mal eine einfache Airbrush zugelegt, sodass bei diesem Modell zumindest die gelben Flügelvorderkannten und sämtliche Klarlackschichten gesprüht sind. Nach der Tarnung habe ich eine Schicht Humbrol Clear auflackiert, um die Markierungen anzubringen, das hat auch noch sehr gut funktioniert.

Hawker Tempest Mk.V

Die Markierungen sind von Xtradecal, die Wartungshinweise aus dem Bausatz. Die großen Kennnummern, die über einen großen Teil der Flügelunterseite und auch über die Fahrwerksklappen reichen, sind im Decalsatz nicht vorgeteilt. Zur Anbringung habe ich die Fahrwerksklappen in den Schacht eingelegt und mit untergelegten Pappstreifen auf die richtige Höhe gebracht. Nun habe ich die Kennnummern im ganzen aufgebracht, nochmal mit einer Schicht Humbrol Clear überlackiert und anschließend die Fahrwerksklappen mit einem Skalpell wieder ausgeschnitten.

Hawker Tempest Mk.V

Mit der anschließenden Schicht matten Klarlack, die eigentlich die finale sein sollte, habe ich die Tempest dann fast geschrottet. Diesmal wollte ich auch einen matten Acrylklarlack verwenden und kaufte mir dafür Humbrol Clear in der matten Ausführung. Dieser Lack bildete nach dem Trocknen, in den Bereichen in denen ich etwas reichlicher lackiert hatte, weiße Flecken aus. In den Bereichen wo die Lackschicht dünner war blieb zumindest noch ein leichter Grauschleier zurück. Solche Effekte kannte ich von den bisher verwendeten kunstharzbasierten Lacken nicht. Danach versuchte ich mit den unterschiedlichsten Methoden die Lackierung zu retten. Beim Versuch, die weißen Stellen mit 800er Schleifpapier zu entfernen, habe ich dann zur Krönung auch noch ein paar Decals beschädigt. Im Endeffekt habe ich die betroffenen Modellbereiche dann neu bemalt und die beschädigten Decals konnte ich glücklicherweise aus der Ersatzteilkiste ersetzen.

Hawker Tempest Mk.V

Zum endgültigen Abschluss habe ich die Tempest dann mit Humbrol Mate Cote, dem matten Klarlack, den ich sonst immer verwendet hatte, lackiert. Das hat auch mit der Airbrush problemlos funktioniert, allerdings hatte ich mich anfangs davor etwas gescheut, da ich dafür nun nochmal eine andere Verdünnung und einen anderen Reiniger benötigen würde. Nach der Findungsphase, was ich nun wirklich brauchen würde, musste ich aber feststellen, dass ich alles schon irgendwo rumstehen hatte und es nur vorkramen musste.

Hawker Tempest Mk.V

Jetzt musste ich nur noch das Fahrwerk und einige Kleinteile einschließlich einer kleinen aus Gussast gezogenen Antenne anbauen. Hierfür habe ich diesmal Sekundenkleber verwendet, der war bis jetzt nicht mein Mittel der ersten Wahl, da ich Bedenken bezüglich der Langzeitstabilität der kleinen Klebestellen habe. Aber es lässt sich damit sehr präzise arbeiten. Schauen wir mal, ob das Ganze auf längere Sicht hält.

Steffen Erwerth

Publiziert am 20. März 2017

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