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Hawker Hurricane Mk.IIc

von Daniel Stihler (1:72 Revell)

Hawker Hurricane Mk.IIc

Das Original:

Die Hawker Hurricane Mk II unterschied sich durch den verbesserten Rolls Royce Merlin XX-Motor mit zweistufigem Turbolader unter einer etwas verlängerten Motorhaube von ihrem Vorgänger Mk I. Die Maschine absolvierte ihren Erstflug am 11. Juni 1940 und wurde ab dem Herbst des Jahres an die Einsatzgeschwader der Royal Air Force ausgeliefert. Während die erste Version (Mk IIa) noch die Bewaffnung der Mk I mit acht MGs des Kalibers .303 (7,7 × 56 mm) übernahm, hatten spätere Varianten zwölf MGs (Mk IIb), vier 2 cm-Kanonen (Mk IIc) oder zwei 40 mm-Kanonen (Mk IId). Angesichts der Überlegenheit der neueren deutschen Jäger kamen die Hurricanes kaum mehr als Tagjäger, dafür aber in anderen Funktionen wie Nachtjäger, Jagdbomber und Panzerjäger zum Einsatz, auf manchen Schauplätzen bis zum Ende des Kriegs. Mit 4.711 Exemplaren war die Mk IIc die häufigste Version der insgesamt rund 14.600 gebauten Hurricanes.

Hawker Hurricane Mk.IIc

Die Hawker Hurricane Mk IIc "ZY-S" mit der Seriennummer BD936 gehörte 1942 zu der in Predannack auf der Lizard-Halbinsel an der Südwestspitze Großbritanniens stationierten No 247 Squadron der RAF. Diese Einheit hatte den Krieg noch mit Gloster Gladiator-Doppeldeckern begonnen. Ab Dezember 1941 bekam sie zunächst Hurricanes der Version Mk I, dann ab Juni 1941 verschiedene Versionen der Mk II. Eingesetzt wurden sie zunächst zur Verteidigung von Plymouth, später als Nachtjäger. Hierbei flogen die Piloten auch Fernnachtjagdeinsätze über Nordwestfrankreich.

Hawker Hurricane Mk.IIc

Von BD936 gibt es ein schönes SW-Foto im Flug. Ihr regulärer Pilot im Sommer 1942 war Sous Lieutenant Claude Héliès. Der 1921 geborene Franzose hatte 1939 eine Pilotenausbildung begonnen und 1940 abgeschlossen, nahm aber offenbar nicht aktiv am Frankreichfeldzug teil. Da er auf eine Fortsetzung des Kriegs gegen die siegreichen Deutschen hoffte, floh er zunächst nach Casablanca (Marokko), von dort über Gibraltar nach Großbritannien. Sofort nach seiner Ankunft am 17. Juli 1940 schloss er sich den "Forces aériennes françaises libres" (FAFL) an, deren Piloten mit der britischen Royal Air Force flogen. Nach weiteren Pilotenkursen kam er im Januar 1942 zur 79 Squadron in Fairwood Common und von dort zur erwähnten 247 Squadron in Predannack. Am 22. Juli 1942 schoss er eine Junkers Ju 88 ab. Nach einem Zwischenspiel bei der 234 Squadron versetzte man ihn im September 1942 zur aus Franzosen gebildeten 340 Squadron (Groupe de Chasse 2 "Ile de France"), mit der er 88 Einsätze flog.

Hawker Hurricane Mk.IIc

Kurz nach der Verleihung des "Croix de Guerre" kehrte er am 31. Oktober 1942 von einem Einsatz über Nordfrankreich nicht mehr zurück. Wahrscheinlich wurde seine Spitfire Mk IX bei einem Angriff auf die Eisenbahnlinie Calais-St. Omer von deutscher Flak abgeschossen. Claude Héliès gilt bis heute als vermisst.

Quellen:

Martyn Chorlton: Hawker Hurricane Mk I-V (Air Vanguard 6), Oxford 2013

Informationen zu Claude Helies:

Hawker Hurricane Mk.IIc

Das Modell:

Hier handelt es sich um den bewährten und schon des Öfteren präsentierten Bausatz von Revell, der dankenswerterweise auch die Blendschutzbleche und die Abwurftanks für eine (Fern-)Nachtjägerversion enthält. Über den Bau lässt sich wenig sagen, er ging zügig und problemlos vor sich. Lediglich der dreieckige Einsatz im unteren Rumpf hinter den Flügeln führte mangels Passgenauigkeit zu etwas Mühe - sprich Spachteln und Schmirgeln. Zum Abkleben des Cockpits habe ich ein Maskenset von Eduard verwendet, das einem viel Mühe erspart. Um die Lackabplatzer zu simulieren, wurde diesmal mit Alu grundiert, auf dieses kamen dann Kleckse mit Humbrol-Flüssigmaske. Nach dem Überlackieren mit Xtracrylics-"Night Black" habe ich selbige dann wieder entfernt, bin aber mit dem Ergebnis nicht ganz zufrieden.

Hawker Hurricane Mk.IIc

Die Decals stammen von dem Xtradecals-Bogen #X72-113, der für Hurricane-Enthusiasten sehr zu empfehlen ist, und wurden mit Revell-Mattlack "versiegelt". Um etwas Abwechslung in das Schwarz zu bringen, habe ich die Oberflächen teilweise noch mit verdünntem Revell-Anthrazit und dem Pinsel nachbearbeiten. Für die vier Kanonen kam Tamiya Gun Metal zur Verwendung. Ganz zum Schluss gab es ein Washing mit verschiedenen hellen Ölfarben, das insbesondere dazu diente, die Stöße zwischen den Blechen hervorzuheben. So sieht die "Hurricane" nicht gerade fabrikneu aus, aber auch nicht zu ramponiert - "used, but cared for", würde man auf Englisch sagen.

Hawker Hurricane Mk.IIc

Hawker Hurricane Mk.IIc

Hawker Hurricane Mk.IIc

Daniel Stihler

Publiziert am 04. Juli 2018

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