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Spitfire Mk.IA

von Daniel Stihler (1:72 Airfix)

Spitfire Mk.IA

Zum Vorbild

Zum Bau dieser Spitfire haben mich die unter dem Titel "First Light" veröffentlichten Erinnerungen Geoffrey Wellums an seine Erlebnisse im Zweiten Weltkrieg veranlasst, bei denen es sich meiner Meinung nach um eine der lesenswertesten Flieger-Memoiren überhaupt handelt. 

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Der 1921 geborene Wellum meldete sich 1939 im Alter von 17 Jahren als Freiwilliger zur Royal Air Force, nahm 1940 mit der 92 Squadron an der Luftschlacht um England und später an "Fighter Sweeps" über dem besetzten Frankreich teil, kam 1942 nach Malta und wurde dort aus gesundheitlichen Gründen nach Hause geschickt. Später flog er als Testpilot bei Gloster die Hawker Typhoon. Seine Erinnerungen an den Krieg schrieb er in den 1980er Jahren auf, ohne an eine Veröffentlichung zu denken. Viele Jahre später lieh sich der Sachbuch- und Romanautor James Holland das Manuskript aus. Er war dann so davon beeindruckt, dass er eine Veröffentlichung in die Wege leitete. Das 2002 publizierte Buch fand in Großbritannien großen Anklang und wurde von der BBC als Vorlage für einen gleichnamigen, 2010 gesendeten Fernsehfilm verwendet, in dem  "Outlander"-Star Sam Heughan die Hauptrolle spielte. Geoffrey Wellum starb 2018 im Alter von 96 Jahren.

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In seinem Buch schildert er auf sehr persönliche Weise seine Erlebnisse vom Beginn der Pilotenausbildung 1939 bis zu seiner Rückkehr nach England 1942. Aufgrund damals geführter Tagebücher konnte er viele Jahre später genaue Einblicke in seine Gedanken und Gefühle geben. Auf diese Weise wird deutlich, wie faszinierend das Fliegen war. Ebenso ehrlich schildert er aber auch, welche Schwierigkeiten und Selbstzweifel ihn bei der Ausbildung und danach plagten, was für intensive und furchterregende Erfahrungen Kampfeinsätze mit sich brachten und wie ihn chronische Erschöpfung und die Trauer um tote Freunde zermürbten. 

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Ein dramatischer Höhepunkt ist die Schilderung eines Flugs über der Nordsee, bei dem Wellum eine einen Konvoi beschattende Ju 88 vertreiben sollte. Da sich das miserable Wetter weiter verschlechterte und sein Funkgerät ausfiel, gelang ihm die Rückkehr nach Biggin Hill nur durch eine Kombination von fliegerischem Können und glücklichen Umständen. Die Schilderung dieses gefährlichen Abenteuers ist so intensiv, dass man das Gefühl hat, dabei zu sein.

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Leider gibt es meines Wissens keine Markierungen für eine von Geoffrey Wellum geflogene Spitfire. Der Xtradecals-Bogen X72-075 bietet immerhin die einer Mk Ia, die während seiner Zeit bei der 92 Squadron eingesetzt wurde. Die Spitfire N3249 wurde im Dezember 1939 in Woolston bei Portsmouth gebaut und kam im März 1940 zur 92 Squadron. Am 23. Mai 1940 - direkt nach der Ankunft Geoffrey Wellums - wurde sie von Robert Stanford Tuck während eines Einsatzes über Dünkirchen geflogen, bei dem dieser drei deutsche Jäger abschoss. Im August 1940 erlitt sie bei einer Bruchlandung erhebliche Beschädigungen. Am 5. Februar 1941 wurde die inzwischen zur 610 Squadron gehörende Maschine bei einem Angriff auf den Flughafen St. Omer von einer von Major Walter Oesau geflogenen Bf 109 der I/JG3 abgeschossen. Der Pilot, Sergeant Herbert David Denchfield, konnte sich mit dem Fallschirm retten und geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft. Wrackteile des Flugzeugs wurden 1991 an der D212 bei Wizernes in der Nähe von St. Omer ausgegraben.

Quellen:

  • Geoffrey Wellum: First Light, London (Penguin Books) 2003, ISBN 978-0-141-04275-6
  • Nachruf des Guardian auf Geoffrey Wellum
  • Quellen zum Absturz der Spitfire N3249 und zum Schicksal des Piloten H. D. Denchfield

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Mein Modell

Die Spitfire Mk Ia von Airfix habe ich parallel zur neuen Mk II von Revell gebaut. Diese beiden Varianten unterscheiden sich im Original nur minimal. Beide sind für mein Empfinden gelungene Bausätze, die sich aber in ihrer Art deutlich unterscheiden. Während die Revell-Spitifre die feineren Oberflächendetails aufweist, ist die Mk Ia von Airfix etwas einfacher zu bauen und aufgrund der tieferen und breiteren Gravierungen der Blechstöße fallen Washing, Alterung usw. leichter. Das einzige kleine Problem ist das etwas zu große Armaturenbrett, bei dem man vorsichtig etwas Material abfeilen muss, damit die beiden Rumpfhälften ohne Fuge zusammenpassen. Ewas Spachtelmasse habe ich nur auf der Motorhaube gebraucht. Ein kleiner Luxus war die Aufbesserung des Pilotensitzes mit Eduard-Gurten.  

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Nach einer Grundierung mit einem hellgrauen Vallejo-Primer und einem Pre-Shading erfolgte die Lackierung mit "Sky", "Dark Green" und "Dark Earth" von Vallejo. An den Flügelwurzeln habe ich "Aluminium" aufgebracht, um mit der "Salzmethode" Abnutzungsspuren am Lack zu simulieren. Das Ergebnis ist diesmal deutlich besser geworden als beim ersten Versuch, wohl auch, weil ich die Salzkristalle zuvor noch etwas zerkleinert habe.  

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Die Lackierung wurde durch einen Masken- bzw. Schablonensatz von AML deutlich erleichtert. Auf die Grundlackierung kam eine Schicht gänzender Klarlack. Für das Washing fanden diesmal in Wasser gelöste schwarze Pigmente aus dem Revell-Alterungsset Verwendung - sehr praktisch, da man ohne Probleme mit einem feuchten Tuch korrigieren und nacharbeiten kann. Weitere Lackabplatzer kamen mit einem sehr feinen Pinsel hinzu. Die Decals für N3249 stammen vom oben erwähnten Bogen X72-075 von Xtradecals. Weitere Verschmutzungen wie die Abgas-Ablagerungen entstanden mit Hilfe verschiedener "Weathering Sets" von Tamiya. Schließlich habe ich alles mit einer Schicht klarem Mattlack von Revell überzogen.

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Dann kamen noch die Ölspuren auf der Rumpfunterseite mit einem Mix aus schwarzen und braunen Ölfarben hinzu. Das Ergebnis wirkt übertrieben, entspricht aber dem, was man auf Fotos von Einsatzmaschinen sehen kann. Die "Merlin"-Motoren verloren offenbar ziemlich viel Öl, das sich hinter dem Motor sammelte und durch einen bestimmten Blechstoß austrat. Dann kamen noch die Kleinteile wie Propeller, Pitotrohr, Fahrwerk, der Antennenmast und die Antenne (aus EZ Line, einer Gummischnur) hinzu. Wie die meisten neueren Airfix-Modelle ist auch dieser Bausatz sehr gelungen, auch wenn die Blechstöße für meinen Geschmack etwas zu betont sind.

Spitfire Mk.IA

Daniel Stihler

Publiziert am 22. Februar 2019

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