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Chance Vought F4U-5N Corsair

Nightfighter from the Composite Squadron VC-3

von Michael Götz (1:48 Hasegawa)

Chance Vought F4U-5N Corsair

Zum Original

Hier möchte ich euch nach einer etwas längeren Umzugsbedingten Pause meine Nachtjäger-Corsair vorstellen. Wie immer gibt es aber noch etwas Geschichtsstoff über diese besondere Version der Corsair. Bereits gegen Ende des 2 Weltkriegs zeigte sich das die Entwicklung auf Strahlgetrieben Flugzeugen die Zukunft gehören wird. Nur für ganz wenige Muster mit Kolbenmotorantrieb bestand noch eine Zukunft neben denn Jets, die Corsair war einer der Glücklichen die dazu gehörten. Die Entwicklung wurde noch mal sehr stark nach vorne getrieben so dass die U-5 nicht mehr viel gemeinsam mit der U-4 hatte. Bei der U-5 waren nun alle Flügel und Steuerflächen aus Metall gefertigt, das Cockpit wurde höher gesetzt, der Rumpf verlängert. Neben stärkeren Motoren wurden die Feuerleitsysteme gegen viel bessere getauscht. Bei der U-5 kam nun der Pratt&Whitney R-2800-32W Twin Wasp Serie-E mit 2 Höhenturboladern zum Einsatz, als Bewaffnung stand ihr 4x20mm Kanonen zur Verfügung. Die 20mm Kanonen waren vom Typ M3 (T-31) und waren Luftgekühlt.

Nun aber zur U-5N: Diese zur Nachtjagd gebaute Version unterschied sich doch recht stark von der U-5. Hier wurde neben dem Mk.6 Mod .O Fire Control System auch das N-20 Gunsight verbaut. Weitere deutlich sichtbare Änderungen waren die Flammendämpfer an denn 20mm Kanonen und an der Auspuffanlage. Über denn seitlichen oberen Auspuffrohren waren noch Bleche montiert die einen Blendung des Piloten verhindern sollten. Das Radargerät am rechten Flügel von vorne gesehen und die zusätzlichen Antennen waren weitere Merkmale der U-5N. Soweit das Technische der U-5N.

Chance Vought F4U-5N Corsair

Durch denn Korea Krieg wurde die Fertigungsstraße der Corsair noch einmal angekurbelt so das 290 Maschinen in verschiedenen Ausführungen die Werkshallen verließen. Nebenbei wurden noch von 1952 bis 53 für die französische Marine 94 Maschinen gebaut. Von der U-5N wurden insgesamt 214 Einheiten gebaut und von der Schlechtwetter Version U-5NL noch mal 100 Stück. Die U-5NL erhielt an den Tragflächenvorderkanten Enteisermatten, sonst entsprach sie der U-5N.

Im Korea Krieg wurden die Corsairs sehr stark eingesetzt und übernahmen die Rolle des Jagdbombers. Im Weiteren verlauf des Kriegs kamen nachts langsam fliegende Doppeldecker des Typs Po-2 so genannte "bed check charlies" und griffen die Flugplätze der UN an. Neben denn ständigen Störungen der Bodentruppen gelang es diesen alten Doppeldeckern nachts geparkte F-86 und andere Typen am Boden zu zerstören. Dagegen musste schnell was getan werden aber die neue F-94 Starfire versagte hier kläglich auf Grund ihrer zu hohen Geschwindigkeit. Die alten Nachtjäger wie die F4U-5N oder aber die F7F-3N Tigercat übernahmen nun diese Rolle. Sie schafften es das Problem wenn auch nicht ganz in denn griff zu bekommen. Der einzige Nachtjägerpilot der denn Status einen Ace bekam war Lt.Guy Bordelon mit 5 Abschüssen bei Nacht, er war auch gleichzeitig das einzige Ace der Navy im Korea Krieg. Er gehört der VC-3 an.

Chance Vought F4U-5N Corsair

Mein Vorbild war eine Maschine der VC-3 (Composite Sqdn.3) die am Anfang des Krieges auf der USS Princeton aus eingesetzt wurde. Im weiteren Verlauf wurde sie an Land versetzt und zwar nach K-6 Pgongtaek um von dort aus Jagd nach Po-2, Yak-18 bzw. andere "bed check charlies" zu fliegen. Als sie noch auf dem Träger war hatte sie noch weiße Hoheitszeichen, nach der Versetzung an Land wurde dies noch schnell geändert. Zur besseren Tarnung bei Nacht übermalte man sie mit einer Mischung aus Gloss Sea Blue und weiß. Der Spitzname der Maschine war "Yokosuka Queen", leider wurde der Schriftzug bei einer Reparatur am vorderen Ring nicht wieder voll ausgeschrieben so das bei "Yokosuka Qu" endete.

Weitere Aufgaben der U-5N waren neben der Nachtjagd auch Angriffe geben Bodenziele bei Nacht, hierfür verwendete man aber eher Maschinen ohne abgedunkelte Hoheitszeichen da diese eben für die Jagd bestimmt waren. Nachts wurden auch gerne LKWs von denn U-5N auf Korn genommen um die Nachschublinien des Nordens zu unterbrechen. In weiteren Einsätzen griffen die U-5N mit Unterstüzung von C-47 Firefly weitere Ziele bei Nacht an. Die Bodenziele wurden mit HVARS Raketen, Bomben oder aber denn 20mm Kanonen bekämpft. Teilweise standen verschiedene U-5N über 24 Stunden im Einsatz und kamen nur zum tanken, neue Munition und Pilotenwechsel zur Basis zurück.

Chance Vought F4U-5N Corsair

Auch im Kampf zeigte sich wie robust die U-5N war und so manche schwere Beschädigung überstand. Die Corsairs bleiben bis zum Waffenstillstand im Sommer 1953 in Korea im Einsatz. In denn folgenden Jahren wurden sie dann zuerst an die Reserveeinheiten abgegeben und schließlich ausgemustert, die Jets übernahmen nun ihre Rolle. Nur eine Maschine mit Kolbenmotor überlebte so manch folgenden Jet noch über Jahre und erkämpfte sich viele Jahre später in Vietnam noch einen legendären Namen ....................doch das ist eine andere Geschichte. Wollen wir uns nun dem Modell zuwenden:

Chance Vought F4U-5N Corsair

Hasegawa brachte Anfang 2000 die späte Corsair-Famile auf den Markt. Leider hat dieser Bausatz eine menge von Fehlern die ich bereits bei Bau der AU-1 bemängelt habe. Bei dieser Version stimmt folgendes nicht:

  • falsches Gunsight
  • fehlerhafters Heckfahrwerk
  • fehlende Antenne
  • viel zu schmale Reifen
  • mangelhafte Details
  • schlechte Paßgenauigkeit

Die Liste ist nicht so lang wie bei der AU-1 aber immer noch lang genug, im Cockpit muss man das Gunsight ersetzten da das Bausatzteil nur für die U-5 geeignet ist. Der Sitz bekam die nötigen Armlehnen und geätzte Gurte, die Seitenwände haben noch die nötigen Details erhalten. Neben dem Gunsight mussten noch Schaltboxen je rechts und links erstellt werden damit bei der U-5N die Raketen bzw. Bomben überhaupt abgefeuert bzw. abgeworfen werden konnte.

Chance Vought F4U-5N Corsair

Der Bau hat so seine Tücken, damit später die Motorverkleidung passt muss der Rumpf im unteren Bereich mit einem 2mm Keil gespreizt werden. Die Paßgenauigkeit ist nicht gut und macht denn Einsatz von Spachtel unerlässlich. Das Teil was einmal das Radargerät darstellen soll ist auch so ein fall für sich, baut man es so an wie es Hasegawa hergestellt hat ragt es in denn Himmel und nicht parallel zur Flugzeugachse so wie es sein sollte. Hier muss einiges angepasst werden, im hinteren Bereich des Bauteiles muss ordentlich Material weggenommen werden damit man die richte Position überhaupt hin bekommt. Das Heckfahrwerk ist in Höhe und Winkel vollständig falsch, hier muss man selber Hand anlegen. Aus Draht wurde die Schlepp und Verzug Öse am Heckfahrwerk gebastelt und ersetzt ein dickes Plastikteil. Das Hauptfahrwerk musste auch so einige Ergänzungen über sich ergehen lassen: Bremsleitungen, diverse Stangen, Ösen, usw.

Chance Vought F4U-5N Corsair

Da die Bausatzreifen vollkommen unbrauchbar waren habe ich welche von True Details verbaut, die sind genau so wie ich sie brauchte. Der Motor aus dem Kasten ist recht gut gelungen, mit etwas Draht für die Zündleitungen und einer guten Bemalung und Alterung bekommt man ein sehr schönes Ergebnis. Leider sind die Lufteinläufe für die Höhenturbolader nicht bis zum Stern durchgeführt, sie hören kurz hinter dem Ring auf und müssen aufwendig verlängert werden. Die Auspuffanlage musste ebenfalls überarbeitet werden, da sie im Original eckig war musste man das Bausatzteil erst aufbohren und dann mit dem Skalpell in eine eckige Form bringen. Nachdem alle Änderungen soweit abgeschlossen waren ging es an spachteln und schleifen. Dadurch ging viele Details verloren die dann wieder Graviert werden mussten.

Chance Vought F4U-5N Corsair

Eine Grundierung und letztes anpassen von Teilen machte das Modell langsam Lackierfertig. Nach den letzten ausbessern von Macken wurde das Modell mit xtracylic Gloss Sea Blue lackiert, danach folgte der schwarze Blendschutz usw..... Da die Farbe nicht gut mit Mr Mark Softer und Setter klar kommt habe ich noch eine glänzende Schutzschicht aus Humbrol Klarlack gespritzt. Nachdem diese trocken war konnte ich die Decals aufbringen. Die Decals sind von Eagle Strike und bis auf die Farbe der Hoheitszeichen ganz ok. Die Wartungsmarkierungen sind von Hasegawa.  Das Blau für die Markierungen war soweit daneben das man es nicht lassen konnte, also musste hier was getan werden. Eine Mischung aus Klarlack und weiß schaffte hier Abhilfe, nun stimmt der Farbton. Nach einer weiteren Schicht Klarlack ging es an die Alterung, hierfür nutzte ich die Airbrush, Ölfarbe, Pastelkreide sowie diverse Farben wie z.B. Smoke. Die Ölfarbe kam für Fahrwerk, Cockpit, Deckel, Leitungen zum Einsatz während die Pastelkreide nur außen Verwendung fand. die Pastelkreide wird aus verschiedenen Tönen gemischt und großzügig auf das Modell aufgetragen. Dann folgt eine schicht Klarlack die den Effekt stark wieder vermindert, man kann das ganze also sehr gut steuern. Man macht das so lange bis man mit dem Ergebnis zufrieden ist. Weitere Effekte erzielt man mit verschiedenen Klarlacken.

Chance Vought F4U-5N Corsair

Die Tanks wurden zusätzlich noch verbeult da mit ihnen nicht wirklich pfleglich umgegangen wurde. Dies macht man einfach in dem man ein paar Stellen vom Plastik erwärmt und dann verformt. Bei denn Tanks kann man die Alterung ruhig viel gröber machen als wie beim Flieger selber. Der Antennendraht ist aus einer dünnen Angelschnur, die im Bausatz fehlenden T-Antennen wurden aus Plastik und Draht hergestellt, sonstige Teile wurden aus der Grabbelkiste genommen. Die Rückspiegel an der Schiebehaube sind aus dünnen Plastikplatten zu Recht geschnitten .Die Endmontage schloss dann die Arbeiten an der Hasegawa Corsair ab, wenn man alle Änderungen erledigt hat bekommt man doch eine sehr schönes Modell. Im Vergleich mit einer oob gebauten Corsair fallen diese Änderungen doch sehr stark auf, vor allem das aus dem Kasten falsche Heckfahrwerk macht sich am meisten negativ bemerkbar. Das Fazit ist wie bei der AU-1, viel Arbeit aber das Endergebnis schaut dann sehr gut aus.

Weitere Bilder

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Chance Vought F4U-5N Corsair

 

Michael Götz

Publiziert am 04. April 2009

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