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Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

von Stefan Szymanski (1:48 Hasegawa)

Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

Geschichtliches

Die Zero war zu Anfang des Pazifikkrieges eine böse Überraschung für die Alliierten. Dieses klassische japanische Jagdflugzeug war zu diesem Zeitpunkt allen alliierten Jägern in Sachen Geschwindigkeit, Steigfähigkeit und Wendigkeit haushoch überlegen. So konnten die japanischen Jagdflieger jeden Luftkampf nach Belieben beginnen oder beenden, was ein großer taktischer Vorteil war. Die Amerikaner fanden aber schnell die Ursache für diesen Klassenunterschied heraus. So waren für die Japaner Panzerung für den Piloten, oder wichtigen Bauteilen und selbstabdichtende Tanks ein Fremdwort. Dies hatte zu Folge, daß oft nur wenige Treffer ausreichten, um eine Zero zum Absturz zu bringen. Als die Alliierten im Laufe des Krieges immer bessere Flugzeugtypen (Hellcat, Corsair) zum Einsatz brachten, sahen sich auch die Japaner gezwungen, die Technik ihrer Jagdflugzeuge zu verbessern. Die A6M5 Zero Typ 52 war dementsprechend eine logische Weiterentwicklung der älteren Zerotypen. Die A6M5 war im Besitz von stärkeren Tragflächenbeplankungen, abgerundeten Flächenenden und den Vortrieb erhöhenden Auspuffrohren. Außerdem waren die Bewaffnung und die Panzerung für den Piloten verbessert worden. Da dies alles negative Auswirkungen auf das Gewicht des Flugzeuges hatte, wurde zuzüglich eine verbesserte Serienversion des Sakae21-Motors mit 832kW (1130PS) verwendet.

Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

Im Laufe des Krieges setzte sich immer mehr die Materialüberlegenheit der Alliierten durch. Durch das „Inselspringen“ verloren die Japaner einen Stützpunkt nach dem anderen im Pazifik und standen daher bald mit dem „Rücken an der Wand“. Bei Okinawa kam es dann auch zu den ersten berühmt-berüchtigten „Kamikaze-Einsätzen“. Dabei stürzten sich die japanischen Piloten selbstmörderisch mit ihren Flugzeugen auf wichtige Schiffe der Alliierten, um diese zu versenken. Kamikaze heißt sinnlich übersetzt „Göttlicher Wind“ und bezog sich auf einen schweren Sturm, der die Invasionsflotte von Kublai Khan im 13. Jahrhundert vom Meer fegte.

Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

Verehrt für seine Reinheit wurde der Selbstmord in Feierlichkeit und Mystik eingehüllt und griff so den Geist der Samuraikrieger auf, der eng mit dem „Bushido“ verbunden war. Auch wenn diese Einsätze viel Schrecken und Angst unter den Alliierten verbreitete, so konnte jedoch damit der Verlauf des Krieges und der Sieg der Alliierten nicht verhindert werden. Viele Jahre nach dem Krieg kam dann auch heraus, daß diese „Massenselbstmordeinsätze“ nicht immer mit lautem „Hurra- und Banzairufen“ stattfanden. Viel mehr wurden die Piloten einem kollektiven Massenzwang unterworfen und manche Veteranen die sich verweigerten, oder bei diesen Einsätzen versagten, wurden noch Jahre nach dem Krieg von der japanischen Gesellschaft geschnitten und verachtet.

Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

Der Bausatz

Bei dem Modell der A6M5 Zero handelt es sich um ein Modell in typischer Hasegawaqualität. Feinste Gravuren, eine große Detailfülle und gute Paßgenauigkeit zeichnen dieses Bausatzes aus. Trotzdem verwendete ich zu weiteren Detaillierung den Photoätzteilbogen von Eduard. Der Bau des Modells bereitete keinerlei Probleme und zur Lackierung benutzte ich Farben von Xtracolor. Der abgeblätterte Lack wurde mit kleinem Pinsel und wenig Alufarbe, die Schmauch- und Abgasspuren mit Pastellkreide dargestellt. Das Washing erfolgte mit schwarzer Wasserfarbe nach vorheriger Vollversiegelung mit glänzendem Klarlack.

Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

Als Grundplatte dienten eine unbeschichtete Preßspanplatte und Holzleisten. Das Wort „Kamikaze“ wurde mit Dremel und runden Kugelfräser eingefräst. Büsche, Sträucher und Gras stammen aus dem Eisenbahnzubehör. Die Palmen ersteigerte ich vor Jahren auf der Intermodellbaumesse in Dortmund. Diese sahen zu Anfangs zwar spielzeug- haft aus und waren eher für den Einsatz im Maßstab 1:35 geeignet, aber nach passender Bemalung und Mattierung konnten diese auch in meinem Diorama Verwendung finden.

Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

Bei den Piloten an der Zero handelt es sich um Figuren von Jaguar und die drei Figuren beim „Sake-Ritual“ stammen von Dynastie. Beide Figurensätze haben zwar einen stolzen Preis, sind aber von vorzüglicher Qualität. Die Feinheiten und Faltenwürfe sind so realistisch, daß sich die Figuren fast von alleine bemalen. Die beiden anderen Figuren beim „Ritual“ sind von Reheat, ebenfalls von guter Qualität, wobei der Offizier mit Mütze von mir ein bißchen unmodelliert worden ist. Bei dem jubelnden Bodenpersonal handelt es sich um Figuren, die in einigen japanischen Flugzeugbausätzen von Tamiya enthalten sind. Dabei wurden auch einige von mir unmodelliert, damit alle eine individuelle Haltung vorweisen. Da man auch zu dieser Zeit die Haare sehr kurz trug (fast Glatze), konnte man zur Bemalung keine Farbe benutzen, da ja immer die Kopfhaut hervorschimmern sollte. Dementsprechend bot sich die Verwendung schwarzer Pastellkreide an, mit der ein absolut realistischer Effekt erzielt werden konnte. Der Bombenkarren ist Eigenbau und eine Mischung aus dünnen Hölzchen (erhältlich bei Mc Donalds) und Rädern aus der „Grabbelkiste“, die früher zu einem alten Doppeldeckerbausatz gehörten.

Mitsubishi A6M5, Model 52, "Zero"

Fazit

Während die Zero wegen ihrer sehr guten Qualität auch für Anfänger geeignet ist, sollte man bei den Figuren schon über eine gewisse Erfahrung in Figurenbemalerei verfügen. Schließlich sind die Figurensätze wegen ihres hohen Preises (ich habe damals schon für den Dynasty-Bausatz fast 50,- DM bezahlt) viel zu schade, um diese für „Übungszwecken“ zu verwenden. Ich habe vor Jahren genau diesen Fehler gemacht und damit „Perlen vor die Säue geworfen“. Zum Glück konnte ich manche Figuren (aber nur die aus Resin und Weichmetall) mit Hilfe einer Feinsandstrahlanlage (Dank an den Arbeitgeber) vom dicken Farbüberzug befreien. Man sollte also erst ein bißchen üben und Erfahrung bei billigen Figuren sammeln, bevor man sich mit den sehr guten und damit auch sehr teuren Figuren befaßt.

Stefan Szymanski

Publiziert am 06. September 2004

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