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Junkers Ju 88 H-3 Mistel

von Enrico Friedel-Treptow (1:72 AMtech)

Junkers Ju 88 H-3 Mistel

Geschichte

Als im Verlauf des zweiten Weltkrieges die Flugplätze der deutschen Luftwaffe immer weiter auf deutsches Gebiet zurück verlegt werden mussten, waren Flugzeuge mit größerer Reichweite gefragt. Außerdem wollte man weit ins feindliche Hinterland vordringen und Nachschublinien, Verkehrsknotenpunkte u.ä. zerstören. Auch die Bombardierung von Städten, um die Moral der Zivilbevölkerung zu schwächen, waren Ziele der deutschen Führungsebene. Die Mitführung von externen Zusatztanks war die einfachste, aber nicht effektivste Lösung. Zum einen verschwand die Möglichkeit der Mitnahme von Bomben an den Außenaufhängungen, zum anderen wurde der Widerstand deutlich vergrößert und die Flugleistungen verringert. Die Konstruktion neuer weitreichender Flugzeuge war langwierig, teuer und scheiterte oft an den knappen Rohstoffressourcen. Bei Junkers hatte man die Idee der Rumpfverlängerung der in Serie befindlichen Ju 88.

Junkers Ju 88 H-3 Mistel

Das Flugzeug

Die Junkers-Werke hatten schon Erfahrungen mit der Rumpfverlängerung der Ju 88 zwecks Tankeinbau gesammelt, daraus entstand die G-10. Nach ähnlichem Muster wurden auch die Ju 88 H-Versionen entwickelt. So unter anderem die H-3, die in das Mistelprogramm eingegliedert werden sollte. Bei der H-3 wurde der Rumpf vor den Tragflächen um 2,97m verlängert und hinter den Tragflächen um rund 2,30m. Damit war sie genauso lang wie die H-4 Führungsmaschine. Doch im Gegensatz zu dieser wurde der Mistelsprengkopf statt eines Cockpits eingebaut. Meines Wissens ist es aber nie zum Bau geschweige denn zu einem Einsatz einer H-3 gekommen.

Das Flugzeug Ju 88 H-3 war aufgrund der in die Verlängerungen eingebauten Zusatztanks, der Zusatztanks im Bombenschacht und dem aufgesetzten Jäger Fw190 so schwer geworden, dass ein zusätzliches Fahrwerkbein unter dem Rumpf einen Bruch verhindern sollte. Die Ironie des Schicksals ist wohl, dass bei der Maschine die internen Zusatztanks als noch nicht ausreichend angesehen wurden und man zusätzlich auch wieder zu den externen Zusatztanks griff. Somit sollte sich die Kraftstoffzuladung auf insgesamt etwa 9400 Liter erhöhen. Das ungünstige Verhältnis von Länge zu Spannweite und das hohe Startgewicht dürften die Maschine zu einem langsamen und schwer steuerbaren Flugzeug gemacht haben, das sicher ein leichtes Ziel für gegnerische Abfangjäger gewesen wäre. Ohne Begleitschutz dürften Missionen der H-3 zum Scheitern verurteilt gewesen sein. Doch wie sollten die Jäger so weit und wieder zurück kommen?

Junkers Ju 88 H-3 Mistel

Das Modell

Grundlage für das Modell bildete der Bausatz der Ju 88 H-3 Mistel 4 / Ju 88 H-4 Führungsmaschine von AMtech. Die Bezeichnung Ju 88 H-3 Mistel 4 ist wohl von AMtech erfunden, denn die Bezeichnung Mistel 4 wird in der Literatur immer im Zusammenhang mit Me 262-Misteln genannt. Gebaut habe ich den Bausatz aus der Schachtel, auch wenn der Bausatz nicht perfekt ist.

Junkers Ju 88 H-3 Mistel

Da die Maschine nie wirklich existiert hat, ist die Bemalung auch fiktiv. Sie entspricht aber den Maschinen der letzten Kriegswochen: RLM 76 mit RLM 75 – Fleckung. Eine Kennung wurde nicht angebracht. Es existierte keine Maschine, also müsste man eine Kennung frei erfinden und außerdem trugen viele Maschinen in den letzten Kriegsmonaten ebenfalls keine Kennung mehr. Bei der Fw190 orientierte ich mich an Bemalungsvarianten tatsächlich existierter Maschinen, dabei suchte ich mir extra eine recht auffällige Bemalung, die aber in den Grundfarben der Ju 88 entsprach. Die Bemalung beider Modell erfolgt noch per Hand, was leider zu einem unregelmäßigen Farbauftrag führte.

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Weitere Bilder

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Enrico Friedel-Treptow

Publiziert am 29. November 2010

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