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Junkers Ju 88 G-7

von Enrico Friedel-Treptow (1:72 Verschiedene Hersteller)

Junkers Ju 88 G-7

Geschichte

Da gegen Ende des Krieges immer mehr alliierte Bomber in Deutschland einflogen, verschoben sich die Prioritäten: weniger Bomber - mehr Jäger wurden benötigt. Vor allem den nachts einfliegenden Bombern musste ein Nachtjäger mit entsprechender Ausrüstung entgegengestellt werden. Die Dornier Do217 war zu schwer und schwerfällig, die He219 nicht in ausreichendem Maß verfügbar, also griff man wieder auf die Ju88 zurück. Nach der C-6 und den R-Versionen kamen dann die G-1 und schließlich die G-6 aus der Fertigung. Die G-10 erreichte nie die Nachtjäger-Reife (siehe meinen Beitrag zur Ju88 G-10). Dem Jägerdruck wichen die neuen Bomber in immer größere Höhen aus. Also musste ein höhentauglicher Nachtjäger her. Eine Vielzahl von Typen und Versionen entstanden, die jedoch meist nicht über das Projektstadium hinauskamen. Bei Junkers kam man auf die Idee, die G-6 entsprechend zu modifizieren und sie damit für größere Höhen tauglich zu machen. Aber auch das blieb nur eine Zwischenlösung, denn eine Druckkabine war für die G-7 noch nicht vorgesehen.

Junkers Ju 88 G-7

Das Flugzeug

Die G-7 sollte die verlängerten Tragflächen der Ju188 / Ju388 (letztere sollte mit der Version Ju388 J eigentlich die Aufgabe des Nacht-Höhenjägers übernehmen, erreichte jedoch nicht mehr die Serienfertigung) erhalten. Um die gesamte Leistung des Jumo 213E-1 mit MW50 (Wasser-Methanol-Einspritzung) umsetzen zu können, sollte die Vierblatt-LuftschraubeVS-19 Verwendung finden. Als Radarausrüstung sollte das FuG220 SN-2 mit der verkleideten Morgensternantenne oder das FuG240 Berlin eingebaut werden. Bekannt ist, dass es vier Maschinen gegeben haben soll: Ju88 V-112 (Werk-Nummer 621045), V-113 (621044), V-114 (62?) und V-115 (62?). Die ersten beiden Prototypen wurden im November 1944 bestellt. Sie sollen im März 1945 durch einen alliierten Bomberangriff zerstört worden sein (1). Andere Quellen (2) sprechen von Beschädigungen durch Splitterwirkung. Trotzdem sollen die beiden Maschinen aufgrund technischer Probleme am Boden geblieben sein. Schließlich soll doch die erste Maschine am 29. März 1945 an den Versuchsverband des OKL ausgeliefert worden sein. Jedoch sind keinerlei Einsatzdaten vorhanden. Die beiden anderen Maschinen befanden sich noch in der Fertigung in Dessau, als sie am 31. März 1945 das Schicksal der Zerstörung (1) bzw. Beschädigung durch Splitterwirkung ereilte. Bilder scheint es von diesen Maschinen nicht zu geben. Zwar tauchen immer mal Bilder auf, unter denen G-7 steht, es ist jedoch immer nur eine Serien-G-6 mit verkleideter Morgensternantenne. Ein Ju88-Nachtjäger mit verlängerten Flächen und Vierblatt-Propeller war bisher noch nicht dabei.

Junkers Ju 88 G-7

Das Modell

Kora hat einen Resin-Bausatz einer Ju88 G-7 mit verkleideter Morgensternantenne im Angebot. Jedoch ist das Modell sehr kostenintensiv. Außerdem hatte ich noch zwei Tragflächenenden der Italeri-Ju188 von meinem Bau der Ju88 V-27 herumliegen. Also habe ich mir einen alten AMtech-Bausatz der Ju88 G-6 gegriffen und ihn zur G-7 umgebaut. Das Problem dabei war: der AMtech-Bausatz besitzt versenkte Gravuren, die Tragflächen der Ju188 von Italeri haben erhabene Strukturen. Damit es zusammenpasst, mussten die Flächenenden abgeschliffen und neu graviert werden. Einfacher und detailgetreuer wäre es gewesen, wenn man die Hasegawa-Bausätze der Ju88 G-6 und Ju188 kombiniert hätte. Es wäre aber auch wieder mit höheren Kosten verbunden gewesen und außerdem hatte ich den AMtech-Bausatz da, zum Wegwerfen ist er dann doch zu schade. Die Maschine wurde durch verschiedene Kleinteile, die bei den verschiedenen Hasegawa-Bausätzen nicht benötigt werden, verfeinert. Da gab es noch das Problem der Vierblatt-Propeller. Problemlöser war H. Dähne, der mir dankenswerter Weise die Propeller fertigte. Da die G-7 die letzte und modernste Ausführung der Ju88-Nachtjäger darstellen sollte, entschied ich mich für die modernste Radar-Ausrüstung - FuG240 Berlin. Die Radar-Verkleidung fertigte nach der Zeichnung von A. Jogisch die Firma DWA Barleben.

Die Bewaffnung in der Rumpfwanne wurde aus Kanülen gefertigt.

Junkers Ju 88 G-7

Gespritzt wurde die Maschine mit Aqua Color von Revell in den Standard-Nachtjäger-Farben RLM76 Lichtblau auf allen Flächen mit unregelmäßigen Flecken RLM75 (Grauviolett) auf allen Oberseiten, Propellerblätter schwarzgrün, Spinner grün. Kennungen sind keine bekannt, also wurden nur Hoheitszeichen angebracht. Diese wurden alle mittels Schablonen gespritzt. Da während der Fertigung oft die V-Nummer am Bug und manchmal auch am Leitwerk vermerkt waren, habe ich selbst gedruckte Decals V-115 angebracht (reine Fiktion), um das Gesamtbild etwas aufzuwerten.

Literatur

(1) Brian Filley, Junkers Ju88 in action Part2, Aircraft Number 113, squadron/signal publikations 1991

(2) Manfred Griehl, Luftwaffe '45 - letzte Flüge und Projekte, Motorbuch Verlag 2005

(3) Janusz Ledwoch, Junkers Ju88, Monografie Lotnicze 4, Agencja A.J-Press 1992

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Enrico Friedel-Treptow

Publiziert am 08. November 2011

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