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Panther im Winterkleid

von Rainer Michalek (1:35 Tamiya)

Panther im Winterkleid

Bausatz

Der Bausatz ist eine alte Form von Tamiya, also nichts dolles. Ich habe dieses Modell aus dem Kasten gebaut. Es kamen nur ein paar Zurüstteile von Tamiya und Friul-Modell zum Einsatz. Ansonsten habe ich versucht das Beste draus zu machen. Das Modell kann ohne große Schwierigkeiten zusammengebaut werden, da Tamiya wie immer mit einer übersichtlichen Bauanleitung keine Fragen offen lässt. Die Nacharbeit hält sich in Grenzen, sodass man das Modell recht schnell auf die Laufrollen stellen kann. Das Fahrwerk ist wie immer das Aufwendigste bei dem Modell, da auch der Panther das Schachtelradlaufwerk besitzt. Ob man dem Modell mit einem Ätzteilsatz ein paar Glanzlichter setz, bleibt jedem selbst überlassen.

Panther im Winterkleid

Bemalung

Zuerst hatte ich vor, dem Panther eine Sommertarnung zu geben. Diese ist aber nicht zu meiner Zufriedenheit gelungen, sodass ich wenn ich den Panther nicht in die Tonne schmeißen wollte, eine Wintertarnung auftragen musste. Nichts leichter als das, da es viel einfacher ist als eine richtig gut gelungene Sommertarnung.

Panther im Winterkleid

Zuerst wurde der Panther dunkelgelb gespritzt. Danach wurde das Dunkelgelb mit Weiß versetzt, um dem Modell Tiefenwirkung zu verleihen. Nach dem Auftragen der grünen Tarnflecken habe ich das Modell erst mal 24 Std. trocknen lassen. In der Zwischenzeit kann man Ausrüstungsgegenstände wie Schaufel, Axt u.s.w. bemalen. Die Trocknungsphase ist sehr wichtig, da man sonst im folgenden Schritt böse Überraschungen erleben kann.

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Die "Wintertarnung"

Man trägt auf sein Modell eine dünne Schicht weißer Farbe auf, die den Grundanstrich aber noch teilweise durchschimmern lässt. Das ist nun unser Wintertarnanstrich. Ich habe das von Revell genommen. Das ist im Grunde genommen auch egal, ob Humbrol, Modellmaster, oder Revell. Die Faustregel ist, nach dem Brushen die Pistole saubermachen. In der Zeit kann die Farbe genug trocknen. Nun gibt man seinem Modell die erste Verwitterung. Man stellt sich Terpentinersatz zur Seite und taucht einen Flachpinsel in die Verdünnung ein. Nun nimmt man mit dem Flachpinsel soviel weiß runter wie man es gerne hätte. In kleinen Abschnitten wird die Farbe jetzt beispielsweise eine Turmseite wieder entfernt, dabei beginnt man an den Kanten und arbeitet nach unten durch. Ist man mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden, wiederholt man den Arbeitsgang. Es kommt dabei auf jeden selbst an, wie gealtert sein Panzer aussehen soll.
Ich bin bei meinem Modell hart zur Sache gegangen, da ich ein Stark verwittertes Modell darstellen wollte. Wie gesagt: Immer von oben nach unten die weiße Farbe abtragen. So ist es ja auch beim Original, da dort die Farbe zuerst von der Witterung abgewaschen wird. Ich kann nur sagen, je mehr ein Panzer seine Farbe verliert, umso interessanter wirkt das Modell. Nun wird dem Modell mit dunkelblauer Ölfarbe ein Washing verpasst. Dunkelblau wirkt kälter als Schwarz. Man lässt diese Farbbrühe, die aus Verdünnung und Ölfarbe besteht, mit einem großen Haarpinsel über das Modell laufen. Einfach eintauchen und runter laufen lassen. Unten an den Kanten fängt sich dann die meiste Brühe, dass gibt einen tollen Effekt. Nachdem das Washing einige Minuten getrocknet ist, kann man mit dem Detail-Washing, das die unterschiedlichsten Verschmutzungen und Rosteinflüsse nachbildet, beginnen. Man arbeitet da sozusagen in Stereo. In beide Hände einen feinen Pinsel. Man beginnt damit das Detail, ob Schraube oder Mutter mit Ölfarbe zu betupfen, und mit dem anderen Pinsel lässt man Verdünnung auf die Schraube tropfen. Dadurch verteilt sich die Ölfarbe um die Schraube. Es folgen weitere Washings mit folgenden Ölfarben: Indian Red, Burnt Umber und Sepia. Man beginnt mit Burnt Umber. Auch hier beginnt man an den Kanten von oben nach unten. Das gleiche macht man mit Sepia und Indian Red. Damit werden Roststellen, Risse und Kanten hervorgehoben.
Zusätzliche Effekte wie Roststellen und Lackkratzer werden mit den Vallejo Acrylfarben 862 Black-Grey und 941 Burnt Umber erzeugt. Außerdem kann man noch Kratzspuren mit einem dunkelgrauen Stift auftragen, die auf das Durchfahren von Sträuchern oder ähnlichem hindeuten sollen. Mit einem Silberstift kann man noch das blanke Metal andeuten, aber Vorsicht ist geboten, da zuviel Silber das Modell unglaubwürdig macht.

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Grundplatte

Für das Diorama gibt es keine Vorgeschichte. Ich fing einfach an zu bauen weil mir das halt spaß macht. Die Figuren und alles andere waren schon fertig, ich hatte nur noch eines zu tun. Wie setze ich gekonnt ein Modell in kurzer Zeit in ein Diorama ein, sodass es trotzdem noch gut zur Wirkung kommt? Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich das Diorama nachts gebaut habe. Ich fing damit morgens um 3.00 Uhr an, und mittags um 12.00 Uhr waren die ersten Bilder auf meiner Homepage. Mir fallen nachts die besten Ideen ein. Da ist alles ruhig, kein Kind will was von dir, man hat den Kopf halt frei für den Modellbau.

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Zuerst rührt man sich einen flüssigen Gipsbrei an. Diesen lässt man schon mal auf die Platte laufen. Vor dem Aushärten muss man schnell die Kettenspuren in den Gips drücken. Das muss wirklich rasch von statten gehen da man sehr schlecht Panzerspuren reinritzen kann. Nachdem Trocknen der Modelliermasse werden die Spuren mit Schlammfarben bemalt. Dazu werden die wasserlöslichen Ölfarben benutzt. Diese Farben haben die Eigenschaft geruchsfrei zu sein und schnell zu trocken. Den kleinen provisorischen Unterstand habe ich aus Rundhölzern und einigen Resten einer Apfelsinenkiste gebaut. Das ist wirklich nichts dolles, es soll ja auch nur ein kleines Depot darstellen. Das Dach besteht aus einem Tarnnetz von Verlinden das wiederum mit Grashalmen bedeckt. So entstand ein Depot, das die Benzinfässer vor Umwelteinflüssen schützt und einigermaßen Deckung gegen Flieger bot.

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Vegetation

Die Vegetation entstand aus Meerschaumästchen und Gräsern. Ich arbeite mit den Gräsern sehr gerne, da sie einfach noch filigraner sind als das Meerschaum selbst. Der Schnee entstand aus Puderzucker und Soda, das ich mit Holzleim fixierte. Der Puderzucker ist immer dann gut, wenn man verharschten Schnee darstellen möchte, wobei man eine Lage Pulverschnee immer gut mit Soda darstellen kann. So kann man also beides auf einem Diorama verwirklichen. Jetzt noch ein Tipp für alle die sich für Winterdioramen interessieren. Wenn man Puderzucker mit Haarlack einsprüht bekommt man Eis in die Panzerspuren, da sich der Puderzucker zu einer Glasur in den Spuren verteilt. Wenn diese fest geworden ist, sieht es aus, wie auf einem Kuchen. Anschließend wieder mit Soda drüber, und schon liegt wieder Schnee.

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Nun noch ein Wort zum Fotografieren eines Dioramas. Ich würde immer Perspektiven suchen, als wenn man mitten im Geschehen wäre. Deshalb fotografiere ich immer von unten nach oben, und nicht andersrum. Auch sollte ein passender Hintergrund nicht fehlen. Den hat man schnell ausgedruckt und hinter das Modell gestellt. Allerdings sollte er schon mit dem Modell übereinstimmen, sodass das Diorama mit dem Hintergrund eins wird.

Rainer Michalek

Publiziert am 04. Februar 2005

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