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Space Shuttle Atlantis

von Andreas Gordes (1:72 Revell)

Space Shuttle Atlantis

Übersicht

In Teil Zwei zu den STS Bausätzen in 1:72 wird nun das Revell Modell des Orbiters vorgestellt.

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Der Bausatz

Im Jahr 1988 brachte Revell Deutschland einen 1:72er Bausatz zum STS Orbiter heraus, der immer wieder aufgelegt wurde und mit verschiedenen Decals erschienen ist. Der Bausatz ist immerhin der beste in diesem Maßstab. Nach fast 25 Jahren allerdings mit folgender Beurteilung:

Folgende Schwächen sind vorhanden:

  • erhabene Gravuren
  • Cockpitscheiben verzogen und nicht passend, von innen einzusetzen
  • fehlende RCS Triebwerke
  • schlechte Detaillierung
  • keine Darstellung von Kacheln durch Abziehbilder

Doch was sind die Vorteile:

  • insgesamt stimmige Form
  • Ladebucht mit Radiatoren
  • Payload, bestehend aus SpaceLab, Schleusenmodul, Experimentalcontainer
  • In der aktuellen Version umfangreiche Abziehbilder für die drei restlichen Vehikel in letzter Dekoration

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Technischer Hintergrund

Zum technischen Hintergrund, Aussehen und Begriffen siehe bitte den Artikel über den Tamiya Orbiter in 1:100 (welcher der beste Bausatz über alle Maßstäbe ist).

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Zurüstteile

Für den Bausatz sind überaus wichtige Zurüstteile von Cutting Edge/Meteor erschienen, nämlich:

  • Haupttriebwerke
  • Kameragehäuse auf dem Seitenleitwerk für die Columbia
  • Kacheln als Decal
  • Liveries als Decal
  • Interior als Decal

Fisher Model hat ebenfalls die Haupttriebwerke zusammen mit den OMS Triebwerken und den hinteren RCS Triebwerken herausgebracht. Volkhard Waltermann von Aerospezial bietet den Satz auf Wunsch an. Mit 50,- € allerdings recht teuer, denn die Teile entsprechen nicht dem realen Vorbild, es ist wohl Fantasie in den Satz eingeflossen. Und die Teile passen auch gar nicht an den Revell Bausatz. Die entsprechenden Stellen müssen am Bausatz mühselig entfernt und neu verspachtelt werden.

Am auffälligsten ist hier jedoch, dass die vier hinteren Vernier Triebwerke fehlen (auch in der Totalen sichtbar als Löcher hinter den großen RCS Triebwerken), also stimmt da doch etwas nicht. Des Weiteren fehlen in den Haupttriebwerken die Löcher, aus denen der Treibstoff strömt, diese haben im Original immerhin einen Durchmesser von 1 Fuß. Bei diesen Resinteilen ist auch die Frage, ob sie am Modell kleben bleiben.

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Zusammenbau

Der Bausatz entspricht nicht mehr dem gewohnten Standard, daher Vorsicht beim Kauf, jüngere Modellbauer werden eventuell enttäuscht sein. Es gibt allerdings kein besseres Modell in diesem Maßstab.

Die vorderen RCS Triebwerke, die Cockpitscheiben und der Bugfahrwerksschacht sollten nach dem Zusammenkleben der Rumpfhälften eingeklebt werden, so wird eine symmetrische Ausrichtung ermöglich. Dies erfordert allerdings Korrekturen dahingehend, dass das Cockpit und die Ladebucht ebenfalls erst später eingesetzt werden können.

Das Plastikmaterial ist in vielen Bereichen so dick, dass die RCS Triebwerke durch passende Bohrungen verfeinert werden können. Gleiches gilt auch für die beiden Optiken des Startrack Navigationssystems.

Im Cockpit wurden die sehr guten und korrekten Sitze aus dem Monogram Bausatz verbaut. Die Piloten stammen aus der Monogram SR-71.

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Aufgrund der sehr schlechten Klarsichtteile ist davon allerdings beim fertigen Modell nichts mehr zu sehen. Trotzdem wurden die Gläser aus dem Bausatz verwendet, da bei selbst erstellten Scheiben die Gefahr sehr hoch ist, dass diese später nach innen fallen. Aufgrund der enorm aufwändigen Lackierung und Beaufschlagung mit mehreren Schichten von Abziehbildern werden die Scheiben doch stark beansprucht.

Das Seitenruder ist nicht zu öffnen. Daher wurde an einer Seite ein Viertel des Scharniers abgesägt. Nun konnten beide Hälften im 90° Winkel aneinander geklebt werden, das Scharnierstück wurde innen eingeklebt. Das Gehäuse für den Bremsschirm wurde ebenfalls ergänzt.

Die Ladebucht wurde trotz geschlossener Tore eingebaut, um dem Bausatz eine bessere Stabilität zu geben. Die Tore werden zunächst an der Mittellinie verklebt und dann von oben auf die Bucht gesetzt. Hier ist allerdings etwas Flexibilität gefordert, da die gesamte Ausrichtung doch nicht so geradlinig ist. Letztendlich wurde der Rumpf hier flach geschliffen.

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Finish

Das Modell ist erhaben graviert. Dazu zählen auch die zahlreichen Kacheln, deren Zonen zumindest richtig wiedergegeben sind. Lediglich die Kacheln selbst sind etwa doppelt zu groß. Trotzdem, später geschliffen oder mit Farbe verbürstet macht das Modell bereits einen guten Eindruck.

Im vorliegenden Fall wurden versenkte Gravuren erzeugt, die Kacheln selbst wurden mit Decals nachgeahmt. Hierzu wurde das komplette Modell weiß grundiert.

Die Triebwerke haben in der Farbgebung exakt das Original getroffen. Alclad II, Email Farben und Pigmente wurden hier verwendet. Wobei das Kupfer von Alclad II nur schwer in den Triebwerken aufzubringen war.

Schließlich wurde das gesamte Modell mit Pigmenten stark gealtert. Auf der Unterseite wurden helle Pigmente durch einen abschließenden Auftrag von Klarlack leider wieder neutralisiert.

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Fazit

Vielleicht erbarmt sich ein Hersteller nochmal und bringt einen Orbiter mit versenkten Gravuren und Kacheln, wäre schön. Um aus dem vorliegenden Bausatz ein halbwegs naturgetreues Ergebnis zu gestalten ist erheblicher finanzieller, technischer und zeitlicher Aufwand zu leisten.

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Andreas Gordes

Publiziert am 18. März 2013

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