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Messerschmitt Bf 109 F-4/Trop

von Roland Sachsenhofer (1:48 Revell)

Messerschmitt Bf 109 F-4/Trop

Revells neu herausgebrachte Bf-109F trop und der Kagero-Band Nr-21 „Messerschmitt Bf 109 in North Africa“ ergänzen sich schon aus folgendem Grund ganz wunderbar: Revell bietet als einzige „Afrika-Maschine“ die auf dem Deckelbild dargestellte „Gelbe 14“ Hans Joachim Marseilles an… nun, das ist kein einfallsreicher Wurf!

Messerschmitt Bf 109 F-4/Trop

Meine Variante zeigt eine F-4 trop des 6./JG 3 in Martuba, geflogen von Uffz. Franz Schwaiger im April 1942. Einen gewissen Bekanntheitsgrad genießt die Maschine durch den prominenten Schriftzug „Gisela“ auf der linken Motorhaube, ansonsten entspricht ihre Lackierung einer üblichen Variante der verbreiteten Afrika-Tarnung RLM79 über RLM78. Die Trennlinie der beiden Farbtöne ist relativ hoch angesetzt und verläuft weder völlig gerade noch ist sie von gleicher Kontrastschärfe. Für mich ein recht ansprechendes Vorbild! Der seine Flugzeuge kennzeichnende Namenszug brachte Franz Schwaiger noch zwei Jahre Glück: im April 1944 ist er nach 58 eigenen Abschüssen im Luftkampf gefallen.

Messerschmitt Bf 109 F-4/Trop

In der Revell-Schachtel stecken die Formen der bekannten - oder sollte man sagen: berüchtigten? - Bf 109-Reihe des Herstellers ICM. Das hat vor allem zwei Auswirkungen: zum Einen erwarten den Modellbauer beeindruckend detailliert wirkende Teile für ein voll geöffnetes Triebwerk und angenehm präzise Formen. Das macht sich besonders bei Flächen und Rudern an den scharfkantigen hinteren Randbögen positiv bemerkbar. Zum Anderen erbt die Revell-Ausgabe aber auch den ICM-eigenen Hang zu Passungenauigkeiten und einer übertriebenen Komplexität im Aufbau. Vor allem im Zusammentreffen von Motorhaube und Tragflügel, eigentlich aber beim gesamten Rumpfvorderteil ab der Kabinenhaube, ergeben sich auf diese Weise starke Verwerfungen, die mit einigem Spachtel- und Schleifaufwand ausgebügelt werden müssen. Schon von dem den Bau ständig begleitenden Korrigier-Aufwand her ist dieser Bausatz als aufwendig und etwas mühsam zu bezeichnen. 

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Mehr an Aufwand haben in meinem Fall zusätzlich die Form der beigelegten Propellerblätter und die Antennenhalterung am Heck gebracht. Die Form der Blattspitzen hat meines Erachtens einfach wenig mit dem Vorbild zu tun. Um sie nicht verwenden zu müssen, wurde ein nicht mehr gebrauchter Hasegawa-Kit geplündert und dessen Propeller an den Bausatzspinner montiert. Die Antennenhalterung am Leitwerk hat in meiner Ausgabe leider komplett gefehlt, entsprechend wurde das Teil aus einem zurechtgeschnittenen Ätzteilblech geformt.

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Das durchschnittlich detaillierte Cockpit fand durch einen Eduard Ätzteilesatz Verbesserung, außerdem habe ich noch Bremsleitungen gescratcht, den Propellerspinner in Form geschnitzt und die Motorkanonenmündung ausgebohrt. Die Isolatoren-Becher entstanden mit Revell-Putty, den ich mit Fingerspitzen und Messerrücken während seiner Trocknungszeit einigermaßen in Form gebracht habe.

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Als Fazit bleibt einerseits der Gedanke, ob man sich diesen Aufwand für ein Modell einer Bf 109F - noch dazu eines mit geschlossener Motorhaube! - wirklich noch einmal antun würde. Gleichzeitig hat dieses preisgünstige Modell aber auch viele neue Erfahrungen und Einsichten und schlussendlich auch wirklich Modellbauspaß gebracht.

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Ein endgültiges Urteil erspare ich mir, aber vielleicht hat der Bericht ja neugierig gemacht! Wenn ihr die Bauschritte ansehen oder die fehlgeformten Propellerblätter begutachten möchtet, könnt ihr das gerne hier im JAM Forum tun.

Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen: ro punkt sachsenhofer at gmx punkt at

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Roland Sachsenhofer

Publiziert am 02. Oktober 2013

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