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MiG-19S Farmer-C

von Roland Sachsenhofer (1:48 Trumpeter)

MiG-19S Farmer-C

Ein erster Blick auf das generelle Layout der MiG-19 in all ihren Varianten macht die nahe Verwandtschaft mit der erfolgreichen MiG-15 schnell deutlich. Allerdings stellt die MiG-19, verglichen mit ihren Vorgängern, einen wahren „heißen Ofen“ dar: von Beginn ihrer Entwicklung an war sie als überschallschneller Allwetterjäger konzipiert, was nicht nur den Einbau von zwei der leistungsstärksten Triebwerken verlangte sondern auch die Verwendung moderner Radaranlagen nötig machte.

MiG-19S Farmer-C

Zwei Tumanski RD-9 Axialturbinen lieferten den notwendigen Schub, um die MiG-19 auf bis zu 1.454 km/h (in 10.000 m Höhe) zu beschleunigen.

Im Jahr 1954 zum ersten Mal geflogen traten allerdings rasch einige strukturelle Schwierigkeiten ein, die das Baumuster zum Teil bis zum Ende der Produktion begleiten sollten. Besonders folgenschwer machten sich Kühlprobleme der Triebwerksanlage bemerkbar, die zur Explosion der Treibstofftanks führen konnten. Nachbesserungen linderten die Gefahr zwar, konnten das Problem aber nicht zur Gänze lösen.

Eine andere Schwachstelle wurde erfolgreich abgeändert. Stabilitätsprobleme im Hochgeschwindigkeitsbereich führten zur Umgestaltung des Höhenruders als Pendelruder, eine Entwicklung, die sich übrigens zeitgleich in den USA bei der Entwicklung der F-100 wiederholte. Die so umgestaltete MiG-19S war die erste in größerer Stückzahl gelieferte Variante.

MiG-19S Farmer-C

Mit diesem fulminanten Kampfflugzeug hatte die UDSSR in Zeiten des Kalten Kriegs die Nase vorne. Nicht nur, dass sie damit das weltweit erste Überschallkampfflugzeug in Dienst stellen konnte, war die MiG-19 ihrer Konkurrentin, der F-100 „Super Sabre“, in fast allen Parametern überlegen.

Von den etwa 2.500 allein in der Sowjetunion produzierten Flugzeugen gingen eine nicht geringe Anzahl in befreundete Staaten wie die CSSR, Polen, Rumänien oder auch Nordvietnam. In China wie in Polen wurde der Entwurf unter eigenem Namen gebaut und weiterentwickelt.

MiG-19S Farmer-C

Gerade der Einsatz im Vietnamkrieg begründete den Ruf der MiG-19 als „Phantom-Killer“ und potentes Allwetterkampfflugzeug. In der UDSSR wurde das Muster Anfang/ Mitte der 60erJahre zugunsten der neuen MiG-21 außer Dienst gestellt, die diversen Warschauer-Pakt Staaten folgten in den Jahren danach. Anscheinend setzt Nordkorea bis heute leistungsgesteigerte MiG-19 als Allwetter-Abfangjäger ein.

MiG-19S Farmer-C

Der Bausatz scheint mir durchaus gediegen und sauber gemacht, der Zusammenbau hätte eigentlich ohne größere Schwierigkeiten verlaufen können.

Hätte? Nun ja, ein kleines Passproblem am Bug hat dem Projekt für ein paar Wochen den Wind aus den Segeln genommen und mir die Freude daran beinahe vergällt.

Der Rumpfaufbau ist für meinen Geschmack ohnehin etwas zu kompliziert ausgefallen. Beim Ineinanderschachteln von Radkasten, Avionikbay, Lufteinlauf, Bordkanonenabdeckung…. dürfte etwas grundlegend schief gelaufen sein. Als Ergebnis hatte ich nicht einen schönen, geschlossenen Bug, an dem alles seinen Platz gefunden hatte, vor mir, sondern einen um Schleifpapier und Spachtelmasse bettelnden Plastikklumpen.

Nachfolgend wurde fleißig und mit allen dazugehörigen Stimmungsschwankungen gefillert und geschnitzt…

MiG-19S Farmer-C

Zu guter Letzt hat das Ganze doch noch seine Form gefunden - und die nachfolgende Arbeit mit verschiedenen Metallfarben aus dem Hause Alclad hat auch wieder richtig Spaß gemacht.

Nachdem ich in keinem publizierten Baubericht über diese Schwierigkeiten gelesen habe, nehme ich an, dass sie auf meine Kappe gehen. Als Fazit rate ich daher zu einer gewissen Vorsicht bei der Montage der Bugsektion; ansonsten kann man Trumpeters MiG-19S als feinen und eben eher anspruchsvoll durchkomponierten Bausatz genießen.

Bis auf das Improvisieren von Hydraulikleitungen an den Fahrwerken und ein wenig Verfeinerung im Cockpit - hier vor allem die Anfertigung des Gurtzeugs - ist das Modell „aus der Schachtel“ gebaut worden.

Einen Baubericht sowie eine Übersicht über die Bausatzteile gibt es hier im JAM Forum.

Wie immer stehe ich für Anregungen und Fragen offen:

ro.sachsenhofer@gmx.at

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Roland Sachsenhofer

Publiziert am 19. März 2015

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