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McDonnell Douglas F-15C Eagle

Eifel-Adler der Bitburger "Bulldogs"

von Alexander Jost (1:48 Italeri)

McDonnell Douglas F-15C Eagle

Ein wenig Geschichte - Eagles in der Eifel

Die Air Base Bitburg wurde am 1. September 1952 als militärischer Flugplatz eröffnet und war Heimat des 36. Taktischen Jagdgeschwaders (36th Tactical Fighter Wing, TFW) der US Air Force. Neben anfangs F-84 Thunderjet und F-86 Sabre waren nach und nach auch F-100 C/F, und von 1961 bis 1965 die F-105 D/F Thunderchief auf der Air Base stationiert. Ab 1966 flogen von Bitburg aus zunächst F-4 D und ab 1969 F-4 E Phantom II.

Im Jahr 1977 schlug schließlich die Stunde der F-15 Eagle: anfangs in der A/B-Version von Bitburg aus im Einsatz, wurde sie ab 1980 durch die modernere Ausführung F-15 C/D ersetzt.

In dem Eifelstädtchen waren mehrfach Flugzeugmuster stationiert, die organisatorisch nicht dem "36th" unterstanden: Anfang der 50er Jahre F-86 D Sabre Dog, 1958 bis 1969 F-102 Delta Dagger als Teil der 86th Air Division (Ramstein). Darüber hinaus war im Zeitraum 1956 bis 1961 in Bitburg die mit F-100 C Super Sabre ausgerüstete Kunstflugstaffel "Skyblazers" vor Ort.

Die Air Base Bitburg wurde 1994 von der US Airforce außer Dienst gestellt. Heutzutage dient das Gelände als Zivilflugplatz, als Sport- und Freizeitzentrum und als Standort für Erlebnisgastronomie. Es bietet Hotelanlagen und Büro- und Funktionsgebäude für Gewerbe-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen. Außerdem wird es als Bau- und Recyclingpark genutzt.

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Die Geschichte der 'Five-Two-Five'

Die 525. Jagdstaffel (525th Fighter Squadron, FS) "Bulldogs" ist eine traditionsreiche Jäger- und Jagdbombereinheit der US Air Force, deren Geschichte zurückgeht bis 1942, als sie als leichte Jagdbomberstaffel im II. Weltkrieg hauptsächlich in Südeuropa eingesetzt war. 1946 war die "525igste", "Five-Two-Five" genannt, im norddeutschen Nordholz mit P-47 Thunderbolts stationiert, und zog 1946/1947 in den Süden von Lechfeld über Bad Kissingen nach Neubiberg Air Base. Ausgestattet mit der F-84G Thunderjet wurde die 525th FS, mittlerweile in Landstuhl (später Ramstein genannt) stationiert, auf den ersten Allwetterjäger, die F-86 Sabre, umgerüstet. 1957 verlegte die Staffel nach Bitburg, wo sie mehr als 20 Jahre die einzige Luftverteidingungsstaffel vor Ort mit Alarmauftrag war. Sie wurde am 1. November 1969 Teil des 36th TFW.

Bulldog Piloten flogen am 27. April 1977 in einem historischen Non-Stop-Einsatz die ersten 23 F-15 Eagles aus der US-amerikanischen Langley Air Force Base, Virginia, nach Bitburg. Die Operation "Ready Eagle" wurde zudem ein Erfolg, als, bereits 18 Stunden nach der Ankunft in Deutschland, die Bulldog-Piloten mit zwei Eagles in 5-Minuten Alarmbereitschaft versetzt wurden. Nach etwa einem Monat wurden die Bulldogs zur ersten einsatzbereiten F-15 Staffel in Europa erklärt.

Nach weiteren erlebnisreichen Jahren (die Staffel war unter anderem Star in einem Werbefilm von McDonnell Douglas) nahmen die Bulldogs in den achtziger Jahren an mehreren Übungsaufenthalten in Italien, Frankreich und Marokko teil. Im Rahmen der Intervention im Irak flogen die Bulldogs in der Nacht zum 1. Januar 1991 ihren ersten Angriff gegen den Golfstaat. Am 19. Januar schossen zwei F-15 der Bulldogs mit ihren AIM-7 Sparrows zwei irakische Mirage F-1 ab. In den nächsten Kriegsmonaten flogen die Bulldogs beachtliche 1.329 Kampfeinsätze mit insgesamt 3.550 Einsatzstunden, in denen sechs feindliche Flugzeuge abgeschossen wurden. Die Staffel kehrte am 13. März 1991 nach Bitburg zurück, um kurz darauf im Rahmen der Operation "Provide Comfort" von der Türkei aus die verwundbaren alliierten Transportflugzeuge zu sichern und um das Flugverbot über dem Irak zu überwachen. Am 1. April 1992 wurde die 525th FS in Bitburg außer Dienst gestellt.

Die "Bulldoggen" schlummerten etwa fünfzehn Jahre lang, dann kam der Weckruf: am 29. Oktober 2007 wurde die 525th Fighter Squadron in Elmendorf Air Force Base, Alaska, reaktiviert! Sie ist dort nun mit dem modernen F-22A Raptor ausgestattet.

(nach den unten angegebenen Quellen)

McDonnell Douglas F-15C Eagle

Der Bau:

Italeris F-15 Bausatz stammt aus dem Jahr 2002 und weist, zu meiner großen Überraschung, versenkte, recht akkurate Panellines und feine, erhabene Nietreihen auf. Insgesamt sind die Oberflächen des Modells gekonnt detailliert, was mich letztlich zum Bau bewegte. Ich wollte diese F-15 weitgehend aus der Schachtel bauen, aber es gelang mir nicht: filigrane Detaillierung kann man nämlich bei den Triebwerknozzles - beim besten Willen - getrost vergessen: ich ersetzte sie komplett mit den hervorragenden Resinteilen von Aires (No. 4115 bzw. 4336), die hier super passen und dem Modell das "gewisse Etwas" verleihen. Außerdem ersetzte ich den Schleudersitz und die Räder mit Resinteilen und tauschte das Reflexvisier (welches keines ist: Italeri fügte dem Bausatz lediglich ein halbrundes Klarsichtteil ohne jegliche Halterung bei) mit einem Ätzteil aus dem Hasegawa-Bausatz und transparenten Acrylteilen aus. Ansonsten sparte ich mir jegliche weitere Detaillierung des Cockpits und verwendete sogar die Bausatzdecals als Instrumente, was ein Bastelfreund mit: "Hey, sind das Ätzteile?" kommentierte. Manchmal ist weniger eben auch mehr...

Leider steht das Heck des Italerimodells in Relation zum Vorderteil sichtbar zu hoch, was dazu führte, dass ich das Hauptfahrwerk vor dem Einkleben um 3mm kürzte. Das Bugfahrwerk erhielt aus Stabilitätsgründen unterhalb des Dämpferkolbens ein Federbein aus Weißmetall. Ich empfehle diese Stabilitätsmaßnahme für jeden Eagle-Bausatz, weil das schlanke Beinchen ohne Weiteres schnell durchzubrechen droht.

McDonnell Douglas F-15C Eagle

McDonnell Douglas F-15C Eagle

Die Bemalung:

F-15A und -C Eagles trugen in den 80er bis Ende der 1990er Jahre ein "frühes" Tarnschema aus FS 36375 Light Ghost Grey (dazu mischte ich Revell Weiß 302 - 5 Teile, Rev Grau 76 - 2 Teile) und FS 36320 Dark Ghost Grey für die dunklere, wellenförmige Oberrumpf-Schattierung (Rev 302 - 3 Teile, Rev Blaugrau 57 - 2 Teile). Ich verwendete die guten Decals des Bausatzes, um die Maschine 84036 der "Bulldogs" darzustellen, ergänzt von Beschriftungen und Walkway-Stencillings des hervorragenden "Eifel Eagles"-Decalbogens von TwoBobs. Das sind wirklich fein gedruckte, hauchdünne, sehr klebestarke Abziehbilder, die toll zum dargestellten Typ passen.

McDonnell Douglas F-15C Eagle

Fazit:

Der Bau des Italeri-Modells war eine interessante Erfahrung. Die Resinteile von Aires werten das Modell dabei erheblich auf. Bei der nächsten F-15 würde ich aber eher wieder auf die 48er Hasegawa- oder späten Academy-Kits zurückgreifen, deren Erscheinung bereits "aus der Schachtel" authentischer ist .

Die Zeit der in der Eifel stationierten Eagles ist leider seit Jahren vorbei. In Gedanken jedoch kann ich ihr Donnern beim Take-Off immer noch hören. Zumindest in meinem Bastelzimmer...

McDonnell Douglas F-15C Eagle

Quellenverzeichnis:

  • Interessante Geschichten des 36th FW mit tollen Bildern auf skytrailer.com
  • Geschichte der 525th FS "Bulldogs" bei jber.af.mil
  • Und noch mehr Infos zur "Five Two Five" auf der eigenen Website - 525bulldogs.com
  • flugplatz-bitburg.de - aktuelle Infos zur Nutzung des Platzes Bitburg
  • etwas verwackelt, aber ein originelles Relikt der Zeit: F-15 Alarmstart in Bitburg aus den letzten Tagen der Nutzung der Air Base, 1992 (Geduld, Video beginnt nach ein paar Sekunden) bei youtube.com
  • Eifel Eagles - Decals von TwoBobs

McDonnell Douglas F-15C Eagle

Weitere Bilder und Bauschritte:

Ich schliff die Emaillefarbe mit 2000er Schleifpapier leicht herunter, was zur Freilegung des schwarzen Preshadings führte und die feinen Nietoberflächen des Modells dezent hervorstechen lässt.Auch hier zeigen sich die recht feinen Oberflächen des Italeri-Modells.Die Konturen wurden mit einem Washing aus verdünnten Ölfarben und Pastellkreide für die Alterung betont.McDonnell Douglas F-15C EagleAbgezogen! Die roten FOD-Abdeckplanen für die Triebwerknozzles entstanden aus rot bemalter Frischhaltefolie.McDonnell Douglas F-15C EagleMcDonnell Douglas F-15C Eagle
Die Boardingleiter wurde dem F-15 Hasegawa-Bausatz entnommen.Ich fügte verschiedene Remove Before Flight-Fähnchen (Ätzteile, Decals, Papier) an den üblichen RBF-Sicherheitspunkten hinzu. Die Abdeckungen der Triebwerkseinlässe sind im Bausatz enthalten. Nach dem Schleifen kommt Gravieren... Vorne ist noch das originale Bausatzbugrad zu sehen. Ich tauschte es später aus.Bondic-Kleber verschloss diese fiesen Spalten zwischen den Triebwerkeinläufen. Das Hauptfahrwerk wurde um 3mm gekürzt.Die Remove Before Flight Covers entstanden aus Alu, Plastik, Bondic-Kleber und Spachtelmasse.Hier fällt die Wahl nicht schwer: das Eduard Brassin-Bugrad (3. von links) ist akkurat, der Rest zu vergessen (vlnr: Resin/ unbekannter Hersteller, Hasegawa, ganz rechts Italeri).
Die Diobasis entstand aus zurechtgeschnittenem, dünnem Karton, den ich auf den Regalboden meiner Vitrine aufklebte.Ich benutzte Klebesticks (Uhu, Tesa), damit sich der Karton nicht wellte.Erste Bemalungsversuche mit Pinseln und Farbrolle. Die Teerfugen entstanden aus einer Weißleim-Acrylfarbenmischung.Maskenball muss sein, damit gelbe Acrylfarbe als Rollbahnmarkierung gesprüht werden kann......mit diesem Ergebnis.Verunreinigungen und Schattierungen wurden mit verdünnter Ölfarbe mit Pinsel und Airbrush aufgetragen......und zuletzt wieder abgemildert.

Ich schliff die Emaillefarbe mit 2000er Schleifpapier leicht herunter, was zur Freilegung des schwarzen Preshadings führte und die feinen Nietoberflächen des Modells dezent hervorstechen lässt.

Ich schliff die Emaillefarbe mit 2000er Schleifpapier leicht herunter, was zur Freilegung des schwarzen Preshadings führte und die feinen Nietoberflächen des Modells dezent hervorstechen lässt. 

April 2015

Alexander Jost

Publiziert am 21. April 2015

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