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Der Krieg der Welten

Das zweite Leben einer UFO-Lampe.

von Bernd Heller ( Eigenbau)

Der Krieg der Welten

Das Original:

Wer sich für Science-Fiction-Filme interessiert kommt an „Der Krieg der Welten" nicht vorbei. Der Roman ist wohl das bekannteste Buch von H.G. Wells und wurde 1898 veröffentlicht. Berühmtheit erlangte er erst am 30. Oktober 1938, als Orson Welles in den USA in einer fiktiven Radioreportage vom Angriff Außerirdischer vom Planeten Mars berichtete. Viele Radiohörer glaubten, dass dieser Angriff tatsächlich stattfand und waren entsprechend besorgt.

Von 1953 bis heute wurde der Roman mehrfach für das Kino und das TV verfilmt. Entsprechend dem Zeitgeist weichen die Handlungen mehr oder weniger von der Originalvorlage ab. Am bekanntesten dürfte die Version aus dem Jahr 2005 mit dem Schauspieler Tom Cruise und dem Regisseur Steven Spielberg sein.

Auch für den Modellbauer hat „Der Krieg der Welten" einiges zu bieten. So gibt/gab es Bausätze der dreibeinigen Kampfmaschinen von Kleinserienherstellern aus Resin oder Zinn. Diese sind heute aber kaum noch zu bekommen. Besser sieht es inzwischen bei den Spritzgussbausätzen aus. Der amerikanische Hersteller Pegasus Hobbies hat in den letzten Jahren mehrere Bausätze zu diesem Thema auf den Markt gebracht. Sowohl in der Classic-Version nach dem Film von 1953 als auch basierend auf dem Film von 2005. Darunter sind auch Figuren-Bausätze der „Marsianer". Wer sich hier einem Überblick verschaffen möchte, dem ist die Internetseite www.scalemates.com, Suchbegriff „War of the worlds", zu empfehlen.

Der Krieg der Welten

Das Modell:

Im Jahr 2006 hatte ich auf einem Flohmarkt einen ganzen Karton mit den bekannten „UFO-Lampen" für die Clubmeisterschaft des MBC Koblenz sehr günstig erstanden. Ziel des Wettbewerbes war es aus der Lampe etwas Neues zu bauen. Als SciFi-Modellbauer hatte ich bald die Idee zu dieser dreibeinigen Kampfmaschine.

Im Lampenkörper war eine Beleuchtung eingebaut und zunächst wollte ich diese auch für das spätere Modell verwenden. Während der Bauphase funktionierte die Technik noch, aber kurz nachdem das Modell fertig war, gab sie ihren „elektronischen" Geist auf. Ich verwendete die bereits vorhandenen und symetrisch angeordneten Schraubenlöcher als Befestigungspunkte für die Beine. Diese bestanden auf Polysterol-Rundprofilen mit verschiedenen Durchmessern. Holzkugeln aus dem Bastelgeschäft dienten als „Gelenke". Die „Füße" wurden aus Resten unterschiedlichster Materialien gebaut. Die diversen Antennen und Anbauten stammten ebenfalls aus Resten von H0-Häusermodellen.

Für den Wettbewerb mussten alle Materialien der Vorlage verwendet werden. Also auch die Lichtleiter. Diese wollte ich als Fangarme darstellen. Doch wie sollte ich das flexible Material dazu bringen eine bestimmte Form anzunehmen und zu behalten? Hierzu nahm ich mehrere dieser Lichtleiter und zog diese durch einen großen Tropfen Holzleim. Dann wickelte ich dünnen Kupferdraht um diese Stränge und bog dann das Ganze in eine gewünschte Form. Nachdem der Leim getrocket war entfernte ich vorsichtig den Draht. Mit Bronze-Farbe wurden die Stränge dann lackiert und mit verdünnter schwarzer Farbe die Vertiefungen betont. An den Spitzen schnitt ich V-förmige Stücke heraus, um etwas wie „Greiffinger" darzustellen.

Für die Bemalung des Rumpfes und der Beine mischte ich etwas Rot zusammen mit Metallfarbe. Diese Mischung trug ich dann mit dem Pinsel auf und achtete auf einen unregelmäßigen Verlauf. Dieser „Look" passt besser zum Thema als eine homogene Metallfläche.

Um auf der Rumpfoberseite das Batteriefach zu kaschieren (zu diesem Zeitpunkt funktionierte die Beleuchtung noch) verteilte ich Maskol um das Fach herum und bestreute dies mit einem farblich passenden „Glitzer" aus dem Karneval-Bedarf. Sollten dann einmal die Batterien gewechselt werden müssen wäre dies leicht entfernbar und leicht wieder aufzutragen gewesen. Aber das sollte sich dann als nicht notwendig erweisen...

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Das Diorama:

So eine Kampfmaschine aus „Krieg der Welten" muß auch entsprechend in Szene gesetzt werden. Im Fundus fand ich dafür eine geeigneten Bilderrahmen. Dort fügte ich eine Depafit-Platte ein und klebte darauf eine dünne Schicht grünen Blumensteckschaum. Daraus modellierte ich ein Gelände mit Fußabdrücken und dem Krater. Dann tränkte ich das Gelände mit einer Wasser/Holzleim-Mischung. Bei dieser Größe empfiehlt es sich Abschnittsweise vorzugehen da sonst der Holzleim bereits trocknet wenn man noch nicht fertig mit dem Auftrag ist. Als „Belag" verwendete ich eine Mischung aus verschiedenen Fasermaterialien, Erde, Dreck, Holz und kleinen Steinchen. Je nach Abschnitt habe ich auch die Menge und Farbe des Streumaterials variiert, um eine realistische Landschaft zu erhalten.

Um ein wenig Dramatik in das Diorama zu bekommen halbierte ich ein H0-Automodell und verwendete davon nur die Karosserie. Diese behandelte ich mit Echt-Rost aus einem 2-Komponentensystem. Der Baumstamm wurde angesengt und der Krater mit Asche und Graphit ausgekleidet. Zu Letzt fügte ich dem Diorama noch gemahlene Küchengewürze (weißer Pfeffer und Pakrika) sowie einige getrocknete, gelbe Blüten hinzu. Denn eine Wiese ist nicht nur einfach „grün".

Um diese - zugegeben - wackelige Konstruktion zu transportieren konstruierte ich eine aufwändige Verpackung. Aber das ist schon fast einen eigenen Bericht wert. Bei dem oben genannten Clubmeisterwettbewerb belegte das Modell den zweiten Platz.

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Bernd Heller

Publiziert am 08. Juli 2015

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