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Beer Wagon

von Frank Brüninghaus (1:24 Monogram)

Beer Wagon

Dieser Rod steht schon einige Zeit in der Vitrine bzw. im Regal. Der aufmerksame Betrachter wird sicherlich noch das ein oder andere Staubkörnchen oder einen Fussel finden. Das Umbauen und Neugestalten von alten Autos ist in den USA eine richtige Kunstrichtung. Zu den bekanntesten Designern gehört, neben Boyd Coddington, Tom Daniel - mit wirklich abgefahrenen Fahrzeugen. Als Designer für einschlägige Zeitschriften, später bei GM und ab 1967 zeitweise für Monogram tätig, gestaltete Daniels den Beer Wagon als erstes Modell vor dem Red Baron Rod. Beide wurden millionenfach verkauft. Was für rein toller Job.

Beer Wagon

Der Beer Wagon ist die moderne Rod Version eines Mack Bulldog aus den zwanziger Jahren. Der Wagen ist mit den damals neuesten Hot Rod Features ausgestattet. Die Form des alten Bulldog beibehaltend baute Daniels eine Fiberglaskarosse um ein V8 Cobra Triebwerk mit Kraftübertragung via Kette (!) auf die Hinteraxe. Die Vorderachse ist extrem tiefergelegt, auf der Hinterachse scheinbar Good Year-Walzen statt Reifen aufgezogen. Aus der Motorhaube gucken acht gigantische Saugrohre raus, die Abgase werden aus einem ebenso riesigem Rohr beiderseits wieder rausgeblasen. Neben jeder Menge Chromteile endet der Schaltstock in einem bavarian Beerseidel, über der Mittelkonsole ist ein Holzfass mit Zapfhahn, darunter zwei Standmulden für Bierseidel, die Sitze mit Kopfstützen sind aus abgesteppten naughahyde, ein Kunstleder oder auch „pleather" für plastic leather. Das Rückfenster ist ein ausgeschnittenes Malteserkreuz. Die Bremslichter sind in verchromten, alten Eisenbahnlaternen eingebaut. Die hölzerne Ladefläche über den verchromten Benzintanks ist mit Rungen und verchromten Ketten eingefasst. Insgesamt ein kleines Juwel unter den Automodellen. Und als Original sicherlich auch ein Zuckerstückchen.

Beer Wagon

Das Modell beinhaltet alle oben aufgeführten Features. Eigentlich einfach zu bauen, nur die zum Teil sehr filigranen Chromteile sind manchmal schwer zu händeln. Die Bauteile sind schon in gelbem Kunststoff gespritzt, so auch einige Motorenteile, die also „chromfarben" lackiert werden sollten. Damals hatte ich so eine Farbe nicht, hab ein helles Alu benutzt. Aber die einzigen Teile, die später auch sichtbar sind, waren nur die Abgasrohre, also Krümmer und Schlote. Schade ist, dass die Ansaugrohre nicht als Rohre ausgeführt sind. Sicherlich könnte man die aufbohren, aber ich wollte nicht riskieren, dass die Verchromung abplatzt. Die Ketten auf der Ladefläche werde ich sicher auch noch gegen Metallketten austauschen, sieht bestimmt besser aus.

Mit knapp neunzig Bauteilen kommt man in 25 Baustufen zum fertigen Hot Rod. Die Lackierung habe ich bei diesem Modell aus der Dose gemacht, zuerst weiß grundiert und dann mit einem Humbrol-Gelb gesprüht. Normalerweise steht der Mack auf einem kleinen Straßendiorama mit Bordsteinkante, einem Cop und einem Parkverbotsschild.

Auch dieser Rod hat eine Menge Spaß gemacht, man wünscht sich bei der Betrachtung unweigerlich, das unsere Autodesigner ein bißchen mehr Mumm - oder Phantasie - in den Knochen hätten. Den Bausatz gibt es, wie gesagt, schon seit 1967. Seitdem wird er immer mal wieder aufgelegt. Mein Kit ist aus den Neunzigern. Zur Zeit ist der Bausatz nur auf dem second hand Markt zu bekommen.

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Frank Brüninghaus

Publiziert am 22. Februar 2017

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