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1998 Chevrolet Monte Carlo

#24 „DuPont“, Jeff Gordon

von Thomas Lutz (1:24 Revell)

1998 Chevrolet Monte Carlo

Der 1998 Chevrolet Monte Carlo #24 „DuPont“ aus dem Revell Pro Finish Snap-Tite Bausatz No. 85-1310 wurde nicht von mir out-of-box gebaut. Ich erhielt das Modell zusammen mit einigen noch original verpackten Bausätzen von einem Motorsportsammler über die Kleinanzeigen aus der E-Bucht. Wissenswertes über Jeff Gordon und auch über den Zusammenbau (Neubau) von Revell Pro Finish Bausätzen wurde bereits in Modellversium veröffentlicht.

1998 Chevrolet Monte Carlo

Der 98´er DuPont Monte Carlo wurde demontiert, in Baugruppen zerlegt und dann mit puristischem Aufwand „ausstellungsfähig“ gepimpt. Der Scheibeneinsatz wurde mit Edding Lackstiften 751 in Gloss Black und 750 Silber komplettiert, die Rahmenpolster, das Fensternetz und das Dashboard in Revell 6 Mattschwarz bemalt. Die Felgen erhielten rote Rim Lines (Bassett Wheels) und die Felgenschrauben wurden Silber. Dem angekauften Modell fehlten die Scheinwerferdecals und die kleine Startnummer im Scheinwerfer. Diese Decalteile fanden sich aber in der Grabbelkiste. Scheibeneinsatz einsetzen, Räder auf die Steckachsen, Karosserie über das Chassis, verschrauben – fertig.

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Mit dieser kurzen Baubeschreibung läuft die Überleitung in ein neues Thema einwandfrei durch: Gebrauchtmodelle.

Plastikmodellbauer lieben es, die Bauteile aus Polystyrol von den Gießästen abzutrennen, Trenngrate zu verschleifen, Vergußüberstände zu verputzen, Kleber zu riechen, Teile zusammen zu setzen, das Grundieren, Nassschleifen und Lackieren, Decals aufzubringen, zu klarlacken, Patina (Alterung) auftragen, Drybrushing und Supering mit Zusatzteilen. Zuvor bezahlt man auch noch richtig viele Euronen, Mehrwertsteuer, Zoll, Einfuhrumsatzsteuer und Versandkosten, um sich die Kits selbst zu schenken und man winkt sich gegenseitig klebrige Grüße mit farbigen Fingern zu.

1998 Chevrolet Monte Carlo

Dieser Spaß ist aber noch zu toppen. Manchmal vielleicht, manchmal eher weniger und manchmal mit Grrrr-endlich. Die Rede ist von Gebrauchtmodellen, d.h. fertig gebaute, angefangene, mißlungene oder unvollständige. Solche „Schätzchen“ gibt es schon mal beim Tausch am Clubabend, in der E-Bucht, in Internet-Foren, auf dem Flohmarkt oder Bekannte schenken einem die Dinger, weil sie es gut meinen.

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Gebrauchte, gebaute oder teilgebaute Modelle sind im Normalfall günstiger zu haben als neue Bausätze, es sei denn, das Modell wäre eine gesuchte Rarität. Falls der Verkäufer auch selbst der Modellbauer war, sollte man ein paar Informationen nachfragen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Sogenannte „Kellerfunde“ (die Hälfte davon sind gar keine) werden meistens von Nicht-Modellbauern angeboten und dazu gibt es meist auch keine Angaben. Angebote in der E-Bucht, die gerne mal als Raritäten oder Vintage zu wahnsinnig überhöhten Preisen angepriesen werden, sind manchmal weder das eine noch das andere. Hier ist Vorsicht geboten und Recherche z.B. auf Scalemates oder nachfragen bei Modellbaufreunden angeraten.

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Hat man nun ein fertig gebautes Modell ergattert, stellt sich zunächst die Frage: entweder nur restaurieren, wenn es sehr gut gebaut wurde oder aufarbeiten, demontieren, unter Umständen neu aufbauen oder als Ersatzteilspender verwenden, wenn es eher greußlich gemacht wurde. Man sollte sich jedoch von Anfang an darüber im Klaren sein, dass beide Alternativen mehr Aufwand und Arbeit bedeuten als ein normaler Neubau.

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Bereits die Frage der Verklebung kann ungeahnte Überraschungen bereithalten z.B. beim Zusammenbau mit vollgesupptem Tubenkleber, gelblichem Pattex, stahlhartem 2K-Kleber oder festem Sekundenkleber. Modelle, die ordentlich mit Polystyrolkleber (es gab auch Modelle aus Polycarbonat) geklebt wurden, lassen sich einfacher trennen.

1998 Chevrolet Monte Carlo

Mit welcher Grundierung und welchen Lacken wurde gearbeitet? Automodelle aus den 1970ern wurden zum Teil noch mit Nitrolacken (auf Grundierung) lackiert, deren Lack schwerer abzulösen ist als Acryl- oder Kunstharzlacke.

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Scheiben und filigrane Teile brechen selbst bei größter Vorsicht schon mal durch. Völlig kleberverschmierte Bauteile, angelaufene Chromteile, ausblühender Kleber auf Scheiben oder abgebrochene Teile erfordern eine gut sortierte Grabbelkiste, um solche Gebrauchtmodelle wieder auf Vordermann zu bringen.

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Im Falle meines Spezialgebietes NASCAR sind bei Dachboden- oder Kellerfunden bzw. alten, schlecht gelagerten, oft verstaubten Modellen die Decals im wahrsten Sinne des Wortes „im A....“ (Mhhhh: peripher) und nur die Decals abzulösen gelingt meistens nicht. Der persönlichen Kreativität mancher Modellbaukollegen entspringen auch mal Ford Stoßstangen am Chevy, NASCAR Autos aus den 1990ern auf Firestone-Reifen oder Zahnstocher als Ersatzachsen.

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Gebrauchtmodelle von Grund auf wieder neu aufzubauen, erfordert oft auch ein Vielfaches an Spachtelarbeiten, Schleifen, Füllen und Klebestellen sauber verputzen sowie ein gesundes Maß an Geduld und Konzentration.

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Letztendlich sollte jeder für sich entscheiden, ob auch mal ein gebrauchtes Modell in die Sammlung kommt oder nicht. Der meistens günstigere Einstandspreis egalisiert sich wieder durch höheren Arbeitsaufwand beim Restaurieren oder neu Aufbauen. Seltene Modelle oder Raritäten auseinander zu nehmen und neu zu machen kann sich unter Umständen lohnen, aber im Vordergrund muss der Spaß am Hobby bleiben. 

1998 Chevrolet Monte Carlo

Thomas Lutz,
stockcarmodels.weebly.com

Publiziert am 03. Dezember 2019

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