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Dassault Mirage 2000D

133-XK, No. 671, Escadron de Chasse 03.003 "Ardennes"

von Alexander Jost (1:48 Italeri)

Dassault Mirage 2000D

Fliegen ohne Slats?

Die Mirage 2000 sieht einfach klasse aus, wenn sie die Vorflügel/Slats an der Vorderkante ihrer großen Delta-Tragflächen ausgefahren hat, so, wie man es auf zahlreichen Originalfotos bestaunen kann. Da meine "D"-Variante im Fluge dargestellt werden sollte, wollte ich diesen Zustand entsprechend zeigen. Das ist beim Kinetic-Bausatz kein einfaches Unterfangen, weil diese Klappenstellung nicht out of the box vorgesehen ist. 

Daher habe ich die Slats an den Stößen der zusammengefügten Flügelhälften (Ober- und Unterseiten der Tragflächen verklebt und bereits an den Rumpf angepasst) entlang der Gravuren des Bausatzes ausgesägt und von innen dünner geschliffen.

Dassault Mirage 2000D

Dassault Mirage 2000D

Danach wurden die Führungen der Slats-Triebstangen an den Flügelvorderkanten entlang der Gravuren herausgefeilt. Dann wurde die Wölbung der vorderen Flügelkante modelliert, geschliffen, mit Spachtelmasse ausgebessert, markiert, geschliffen, ausgebessert, markiert, geschliffen, und so fort, bis das Ergebnis einigermaßen akzeptabel schien.

Dassault Mirage 2000D

Dassault Mirage 2000D

Die mächtigen Zusatztanks an den Mirages 2000 gefallen mir sehr gut. Leider hat Kinetic deren Form verhunzt, sie sind im gewölbten Vorderteil zu schmal, so dass ich sie mit sehr gut ausgeformten Teilen des Heller/Eduard-Bausatzes ersetzte, auf der Oberseite verfeinert mit ein paar Ätzteilen als Verschlüssen.

Kinetic hat die korrekte Neigung der Tragflächen missachtet, sie müsten mit -3 Grad nach unten abfallen. Ich finde, dass dieses Manko am fertigen Modell wegen der aktivierten Vorflügel gar nicht auffällt. Also beließ ich es dabei.

Dassault Mirage 2000D

Dassault Mirage 2000D

Auf der Unterseite der 2000D müssen natürlich für die Darstellung im Fluge die Fahrwerksklappen geschlossen werden. Beim Hauptfahrwerk passt das nicht so gut, die Bausatzteile (längliche Klappen) sind viel zu klein geraten, um die Öffnung zu verschließen. Also kam je Seite ein Stückchen Plastikkarte als Ersatzklappe zum Einsatz.

Außerdem ersetzte ich die Kinetic-Schubdüse mit Resinteilen von Aires. Diese haben korrekter Weise erhabene Niete und sind auch von innen fein modelliert. Sehen wirklich gut aus!

Dassault Mirage 2000D

Dassault Mirage 2000D

Lackierung, Decals und Diobasis

Ich habe die Maschine größtenteils mit den Acrylfarben von MiG aus dem Set UK Aircraft Colours from 50's to present (Link über migjiminez.com) lackiert. Sie lassen sich prima mit Simple Green-Reinigungsmittel-/Wassermischung verdünnen und fein aufsprühen. 

Ich benutzte die Cartograf-Decals out of the box von Italeri. Sie bieten eine hervorragende Qualität hinsichtlich Verarbeitung, Druckqualität und Brillianz, leider ist die Kennung am Bug zwei Drittel zu klein geraten, was mir allerdings erst nach dem Versiegeln mit einer Schicht Glanzlack aufgefallen ist. Und außerdem sind die Markierungen der Bombenabwürfe (stilisierte Bombendarstellungen unter dem linken Cockpit) zu groß geraten.

Dassault Mirage 2000D

Die kleine Vignette aus Styrodur dient als Standfuß, in den das mit einem schwarzen Holzstiel aufgespickte Flugzeug hineingesteckt und mit Weißleim und Spachtelmasse aus der Tube eingeklebt wurde. Zuvor hatte ich die Diobasis mit hellblauen Farbtönen als "Himmel" besprüht, darüber weiße Watte als "dünne Wolkenschicht" flockig ausgedünnt und mit Weißleim und gesprühtem Transparent-Mattlack fixiert, um die Mirage gen Himmel über die Wolken zu schicken...

Einige Baustufen im Überblick

Hier ist die ausgefräste Unterseite der 2 Slats (je Flügelseite) zu sehen. Ich habe sie bis auf 0,4 mm Stärke dünngeschliffen, damit die Kanten nicht zu plump wirken.Dabei musste ich die ein oder andere weggebrochene Ecke mit dünnem Sheet und Spachtelmasse neu modellieren...Hier sind die einzelnen Klappen, Scharniere und Schneckengewinde der Slats erkennbar. Ebenso auf dieser Seite. Beachte auch die angepasste Hauptfahrwerksklappe; das Originalbauteil ist zu klein. Platz nehmen! Ich berief zwei F-4 PhantomII-Piloten zur Wehrübung im Mirage-Cockpit ein...Die Schleudersitze ergänzte ich mit Ätzteilen von Eduard.Markante Unterschiede: oben der zu dünne und zu gerade geformte Kinetic-Zusatztank, unten der schöne, bauchige von Heller.

Hier ist die ausgefräste Unterseite der 2 Slats (je Flügelseite) zu sehen. Ich habe sie bis auf 0,4 mm Stärke dünngeschliffen, damit die Kanten nicht zu plump wirken.

Hier ist die ausgefräste Unterseite der 2 Slats (je Flügelseite) zu sehen. Ich habe sie bis auf 0,4 mm Stärke dünngeschliffen, damit die Kanten nicht zu plump wirken. 

von li nach re: 1.Aires Resin- super, erste Wahl. 2.Kinetic out of the box (offene Stellung), zu grob, ab in die Grabbelkiste. 3.Kinetic ootb (geschlossene Stellung), zu grob. 4.Heller ootb, vergessen... 5.Eduard-Ätzteile m. Hellerdüse (für Hellerbausatz)
von li nach re: 1.Aires Resin- super, erste Wahl. 2.Kinetic out of the box (offene Stellung), zu grob, ab in die Grabbelkiste. 3.Kinetic ootb (geschlossene Stellung), zu grob. 4.Heller ootb, vergessen... 5.Eduard-Ätzteile m. Hellerdüse (für Hellerbausatz)

Fazit

Seit dem Jahr 2017 hatte ich an diesem Modell herumgebastelt und auch bereits eine erste Lackierung aufgebracht. Dann stellte ich den Flieger jedoch erst einmal zur Seite und mottetete ihn mit allen meinen damaligen Modellbauprojekten fast ein Jahr lang ein. Es war ein wenig die Luft raus aus der Bastelei.

Aber dies sollte kein Dauerzustand bleiben! Vor wenigen Wochen wurde ich wohl ganz unmerklich von der "Muse geküsst", und der Bastelspaß kehrte zurück, so dass ich das Projekt nun zu Ende führen konnte. In diesem Sinne: keep on modelling!

Januar 2020

Alexander Jost

Publiziert am 25. Januar 2020

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