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M1A2 SEP Abrams

von Bert Andermann (1:72 FlyHawk)

M1A2 SEP Abrams

Zum Bau dieses Modelles wurde ich sozusagen durch den Blick in die Schachtel animiert, der Inhalt des noch recht neuen Bausatzes aus China sah nämlich äußerst vielversprechend aus. Zudem war die Bausatzausstattung recht umfangreich, wodurch sich ein relativ unkomplizierter Bau "aus dem Kasten" anbot.

M1A2 SEP Abrams

Der Bausatz...

...ist mit Abziehbildern, Klarsichtteilen für die Optiken, Ätzteilen und einer Lackierschablone für die Laufrollen überdurchschnittlich gut ausgestattet. Auch die Spritzgussqualität ist auf den ersten Blick sehr gut. Minimaler Formversatz und Grat zeigen aber, dass nicht die beste bzw. teuerste Qualität bei den Formen zur Anwendung kam. Vermutlich liegen die Stückzahlen nur im mittleren Bereich und das erreichte Niveau ist daher um so beachtlicher.  

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Beim Detaillierungsgrad und der Feinheit der Details sind die Bauteile Spitze, viel besser geht es im Spritzguss kaum. Die Originaltreue scheint ebenfalls auf sehr hohem Niveau zu liegen. Etwaige Abstriche dürften eher auf Kompromisse beim Formenbau zurückzuführen sein. Die Bauanleitung ist dagegen nicht der große Wurf. Zwar modern gestaltet, ist sie in einigen Details wenig aussagekräftig.

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Der Bau

Ernste Problme bei der Passgenauigkeit gibt es nicht. Man sollte dennoch den korrekten Sitz der Teile vor dem Kleben prüfen und gegebenenfalls nacharbeiten. Bei der Menge der Teile und Komplexität der Baugruppen sollte man sich auch überlegen, was man lieber vor dem Montieren bemalt.

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Klarsichtteile für die Optiken sind für meinen Geschmack ein schönes Ausstattungsdetail. Allerdings sind bei den Winkelspiegeln die Sichtblöcke und ihre Abdeckungen als getrennte Bauteile ausgeführt, und diese müssen leider allesamt eingepasst werden, damit keine allzu großen Spalten entstehen. Die beiden äußeren Winkelspiegel in der Fahrerluke sehen zudem seltsam aus, ich ersetzte sie durch Eigenbauten. Ich finde, dass in diesem Maßstab Winkelspiegel und ihre Abdeckungen jeweils in einem Klarsichtteil zusammengefasst sein sollten, sieht besser aus und montiert sich besser.

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Unter den Ätzteilen finden sich Gitter/Roste für die Turmkörbe - das ist vorbildlich. Warum dagegen die Gitter der Triebwerksabdeckung nur als Ätztteile ausgeführt und nicht aufmodelliert sind, erschließt sich mir nicht, zumal eines der Gitter sehr kompliziert zu biegen ist. Die restlichen Ätzteile sind mehr oder weniger sinnvoll. Den Spaß der einzeln aufzubringenden Ziffern der Seriennummern an den Turmflanken habe ich mir allerdings erspart.

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Eine interessante konstruktive Lösung gibt es für das Fahrwerk. Beide Ketten sind jeweils in eine linke und rechte Hälfte unterteilt, dadurch wird die Montage recht einfach und führt zu einem ansprechenden Ergebnis. Dennoch fügten sich bei mir nicht alle Laufrollen spaltfrei an die Kette, obwohl der korrekte Sitz der Bauteile konstruktiv vorgegeben ist. Allerdings fallen solche Probleme bei anderen Bausätzen gravierender aus. Als einziges Extra habe ich dem Modell Antennen aus Draht spendiert.

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Die Farbgebung

Ich wählte das Dreifarbschema. Weil sich aber kein Vorbildfoto für die angegebene Einheit fand, entschied ich mich für eine Darstellung ohne Markierungen, quasi wie frisch aus dem Depot. Leider bietet die Bauanleitung nur eine Dreiseitenansicht und übergeht manche Details, wie z. B. die Farbgebung der MG's. Außerdem sind die Farbverläufe des Tarnschemas falsch dargestellt. Man sollte sich daher Fotos oder Bauanleitungen anderer Hersteller zu Rate ziehen. Passende Farbtöne fand ich bei Vallejo unter der Bezeichnung "NATO Colors" bzw. "USA Modern Colors", allerdings sollte man diese etwas aufhellen.

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Beim Abrams sind übrigens die Optiken nicht einfach rot eingefärbt, wie es die Bauanleitung angibt. Die Visiere wirken recht dunkel und bei den Winkelspiegeln reicht der Farbeindruck von rot bis violett, je nach Blickwinkel. Diese "Mehrfarbigkeit" lässt sich freilich mit üblichen Mitteln am Modell nicht nachahmen. Ich habe die Klarsichtteile übrigens nur auf ihrer Rückseite mit nicht deckendem Farbauftrag versehen, so wirken sie einigermaßen transparent.

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Schlusswort

Auch wenn ich in meinem Bericht die Problemstellen thematisiert habe, handelt es sich um einen sehr guten Bausatz, vielleicht sogar um den aktuell besten seiner Sparte. Qualität, Ausstattung und die recht ordentliche Kettenkonstruktion mindern zudem den Wunsch nach Zubehörteilen deutlich. Flyhawk's Abrams ist aufgrund seiner Komplexität aber weniger für das schnelle Bauprojekt geeignet.

Bert Andermann

Publiziert am 05. November 2020

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