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SMS Markgraf

von Rainer Michalek (1:350 ICM)

SMS Markgraf

Geschichte:

In Auftrag gegeben als Ersatz WEISSENBURG. Großherzog Friedrich II von Baden vollzog die Taufe. Am 1. Oktober 1914 erfolgte die Indienststellung. Die Erprobungen dauerten bis zum 12. Dezember 1914, ab 10. Januar 1915 einsatzbereit und dem III. Geschwader zugeteilt. Dort stand Flottendienst in Nord- und Ostsee auf dem Programm, Teilnahme an einzelnen Fernsicherungs-, Vorpostenaufgaben und Vorstößen der Flotte. Während der Skagerrakschlacht bekam die MARKGRAF fünf Treffer, bei denen elf Mann der Besatzung ihr Leben verloren. Instandsetzung in Hamburg. Am 14. August 1916 wurde sie aus taktischen Gründen der I. Aufklärungsgruppe zugeteilt, ab November dann wieder beim III. Geschwader. Im September 1917 nahm sie an den Unternehmen bei den Baltischen Inseln teil. Dabei bekam sie auf dem Rückmarsch auf der Steuerbordseite einen Minentreffer. Reparatur in der Kaiserlichen Werft Wilhelmshaven. Bis zum Kriegsende und der darauf folgenden Revolution Verwendung wie zuvor. Am 19. November 1918 Marsch nach Firth of Forth, am 26. November von dort weiter nach Scapa Flow. Dort wurde die Markgraf von der Restbesatzung versenkt. Während der Selbstversenkung wurde der im Rettungsboot befindliche Kommandant von britischen Bewachern erschossen. Das Wrack wurde 1962 verkauft, aber bisher nicht gehoben.

SMS Markgraf

Technische Daten:

  • Länge: über alles 175,40, cwl 174,70 m
  • Breite: (ohne Torpedoschutznetze) 29,50 m
  • Tiefgang: Konstruktion 9,00 m, Maximal 9,19 m
  • Antriebsleistung: 41400 WPS=21 kn,
  • Fahrbereich: 8000 sm: 12,0 kn, 4000 sm: 18,0 kn
  • Deplacement: Konstruktion 25 796 t, Einsatz 28 600 t
  • Bewaffnung: 10 x 30,5-cm-Schnell-Ladekanonen L/50-C/08 In Drehscheibenlafette C/11. Aufstellung in fünf Zwillingstürmen. 14 x 15-cm- Schnell-Ladekanonen L/45-C/06 MPL. Aufstellung in Stp-und-Bb- Kasematten. 6 x 8,8-cm- Schnell-Ladekanonen L/35-C/02 in Wiegenlafette. Bald ausgebaut und ersetzt durch 2-4 x 8,8-cm-Flak L/45-C/13 in MPL. 5 x 50-cm- Unterwassertorpedorohre (1 Bug, 4 seitlich ),
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  • Besatzung: 41 Offiziere, 1095 Mann, als Geschwaderflaggschiff plus 14 Offiziere, 68 Mann

SMS Markgraf

Das Modell

Die russische Firma ICM hat da wirklich 3 schöne Bausätze der König-Klasse im Maßstab 1:350 auf den Markt gebracht. Wenn man den Karton öffnet, lachen einen 6 Spritzlinge mit insgesamt 518 Teilen an, die darauf warten, verarbeitet zu werden. Die Bauanleitung ist recht übersichtlich und ein Takelage- bzw. Farbplan runden diesen schönen Kit ab. Nicht zu vergessen, ein Decalbogen mit Fliegermarkierungen für die Schwere Artillerie (SA). Die Form ist sauber gearbeitet und recht gradfrei. Viele Teile können beweglich gestaltet werden, Scheinwerfer, SA, MA, Feuerleitsysteme. Die Nacharbeit hält sich also in Grenzen. Trotzdem ist der Bausatz mit Vorsicht zu genießen und für den Anfänger nicht geeignet. Auf jedenfall sollte man sich einen Fotoätzteilsatz zulegen, welcher dem Bausatz wirklich gut steht, da im Bausatz keine Reling vorhanden ist.

SMS Markgraf

Der Zusammenbau

Ich habe mich entschlossen, ein Waterline- Modell zu bauen. Deshalb musste ich den Schiffsrumpf unterhalb der Wasserlinie abtrennen. Leider ist wie bei anderen Herstellern keine Sollbruchstelle vorhanden. Dieses würde den Bau um einiges erleichtern, stellt aber kein großes Problem dar. Also markierte ich den Rumpf mit einem Fineliner und schnitt diesen unterhalb an der angezeichneten Stelle ab. Ob man dafür nun eine Dekupiersäge oder eine Trennscheibe benutzt, bleibt jedem selber überlassen. Nachdem ich nun den Schiffsrumpf getrennt hatte, wurde dieser von Grat befreit, der beim Schneiden entstanden ist. Nun konnte das untere Batteriedeck mit dem Rumpf verklebt werden. Während der Trocknungsphase wurde schon mal angefangen, die Schwere und Mittelartillerie zusammenzubauen. Ich habe die Rohre der SA mit einem dünnen Bohrer aufgebohrt. Man muss dabei sehr vorsichtig sein. Außer beim Verkleben des unteren und oberen Batteriedecks geht der Bau eigentlich recht zügig voran, aber zurück zum Rumpf. Als nächstes wurde der Rohbau mit Prielwasser von Fettresten befreit, so dass man keine böse Überraschung beim Lackieren bekommt. Ich bevorzuge, das Deck immer mit einem großen Pinsel und verdünnter Farbe zu lackieren. So bekomme ich gleich von Anfang an ein etwas verwittertes Aussehen auf das Deck. Das Überwasserschiff habe ich mit der Airbrush lackiert. Wasserlinie und die Reste des Unterwasserschiffs wurden abgeklebt und mit dem Pinsel lackiert. Wenn man recht zügig arbeitet, bekommt man auch keinen Pinselansatz. Vorraussetzung ist viel Feuerzeugbenzin in der Farbe. Ich arbeite nur mit Feuerzeugbenzin, da dieses keinen Ölanteil besitzt, welches die Farben recht matt aussehen lässt. Außerdem trocknen die Farben wesentlich schneller. Nun widmen wir uns der Baustufe 12. Hier muss man viel Geduld an den Tag legen, um die Bauteile C1 und C2 einigermaßen dicht mit dem Deck zu verkleben. Die Teile C1 und C2 nehmen auch noch die Mittelartillerie auf. Es ist darauf zu achten, dass es an der hinteren Barbette des Turms D und am Bug richtig passt. Am besten man fixiert die Teile mit Revell-Kleber, indem man Tesafilm und Wäscheklammern zur Hilfe nimmt. Man darf auch die Passgenauigkeit des oberen Batteriedecks außer Acht lassen. Wenn man diese Teile alle einigermaßen gemeistert hat, ist der Rest eigentlich Routine, solange man das Modell aus der Schachtel baut.

SMS Markgraf

Die Bemalung

Jedes Teil wurde, bevor es ins Modell eingebracht wurde mit der Airbrush oder Pinsel coloriert. Ich habe Farben von verschiedenen Herstellern benutzt. Schiffseitenwände: Modelmaster1728E LIGHT GHOST GRAY, Batteriedecks: Humbrol MATT 63 SANDBRAUN, Turmdecken: Revell MATT 77 MITTELGRAU, Brückendecks, Scheinwerferplattformen, Rettungsboote: Modelmaster MILITARYBROWN FS 30117 MATT. Zum Altern benutzte ich Künstlerölfarben. Dazu entstand eine Mixtur ca. 90% Verdünnung und 10% Schminke ELFENBEINSCHWARZ, die mit einem großen Haarpinsel der Gr.10 über das ganze Schiff verteilt wurde. Nachdem die Verdünnung verflogen war, konnte damit begonnen werden, mit der Modellmaster 1728E LIGHT GHOST GRAY vereinzelt etwas hellere Farbnuancen aufzutragen. Dieses erreicht man, indem man die Farbe mit Feuerzeugbenzin stark verdünnt und mit einem Haarpinsel Gr.00 kleine unegale Streifen und Flecken aufträgt. Rostspuren habe ich mit Schminke BURNT SIENNA dargestellt. Zum Schluss wurde das Schiff noch mit hellgrauer Ölfarbe trockengemalt.

SMS Markgraf

Die Ätzteile

Da keine Reling im Bausatz vorhanden ist, habe ich mich entschlossen einen Ätzteilsatz von GOLD MEDAL MODELS (GMM) zu verbauen. Man muss allerdings schon 50 € auf den Tisch legen, wenn man diese Platinen erwerben möchte, aber es lohnt sich wirklich. Da ist wirklich alles dabei. Angefangen bei der Reling, Ankerketten, Kettenstopper, Niedergänge, sämtliche Luken sind offen darstellbar, Ruder für die Boote, Schrauben und Steuerruder, Beschläge für die Kräne u.s.w. Der Splitterschutz am vorderen Brückenkomplex wurde von mir mit einer Trennscheibe entfernt, plan geschliffen und durch die Reling von GMM ersetzt. So vollzog sich nun der ganze Bau des Schiffes, indem Niedergänge, Reling, Splitterschutz durch Teile aus dem Ätzteil-Set von GMM mit eingebracht wurden.

SMS Markgraf

Fazit:

Die Firma ICM hat da einen sehr schönen Bausatz der Markgraf aufgelegt, der sich im Preisleistungsverhältnis durchaus sehen lassen kann. Man bekommt diesen schönen Kit für ca. 35 €. Allerdings sind manche Teile sehr fein gearbeitet und dadurch auch mit Vorsicht zu genießen. Aber je filigraner die Teile ausfallen, umso schöner das Modell.

Das Aufmacherfoto wurde digital bearbeitet von Dirk Dühlmann-Valdeig, Team www.schlachtschiff.com

Rainer Michalek

Publiziert am 26. Januar 2006

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