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Mercury

von Peter Lepold (1:25 AMT/Ertl)

Mercury

Der Park Lane ist einer der wenigen Full Size Vertreter von Mercury, das als Modell erhältlich ist. Es gibt einige Mercurys aus diesen Jahren wie z.B. den 1967 Cyclone oder die 1969 Cougars, doch sind das keine Full Size Modelle. Schon alleine deshalb lohnt es sich, den Kit in seiner Sammlung zu haben. Vor allem jetzt ist er wieder erschwinglich, da AMT unter RC II dieses Modell wieder auflegte.
Der auf dem 1966’er Promo (Promotional Model) basierende Bausatz des Mercury war zum letzten mal 1978 in der „Countdown“ Serie von AMT erhältlich. Aufgrund der Tatsache, dass das Modell auf dem Promo basiert, sind in der Detaillierung natürlich einige Abstriche zu machen, so wie z.B. am Wagenboden (u.a. Stahlachsen statt detaillierter Radaufhängung) und im Innenraum. Dennoch sind 105 sauber gegossene Teile in dem Bausatz vorhanden, aus denen man entweder die Serien- oder Customversion bauen kann.

Mercury

Die Karosserie ist absolut stimmig, deren Schriftzüge sind alle äußerst perfekt dargestellt und der Chrom ist ohne jeden Zweifel sehr gut gemacht. Leider beinhaltet der Bauplan keine Farbangaben, da auch dieser eine kopierte „Wiederauflage“ des originalen Bauplans ist.
Wie eingangs schon erwähnt, ist die Detaillierung nicht mit heutigen Standards zu vergleichen, wie etwa dem AMT 1960 Ford Starliner der völlig neu entwickelt wurde und demnach eine sehr reichhaltige Detaillierung aufweist. Z.B. der Motorraum hat nicht viel zu bieten, aber das liegt daran, dass das Modell des Park Lanes vom Promo abstammt. Der 427 cui Super Marauder Motor ist soweit okay, ein paar Zündkabel, Benzin- und andere Schläuche werten ihn ein wenig auf. Um den Motorraum soweit wie möglich ans Original heranzuführen, müsste man anfangen die Innenverkleidungen komplett neu aufzubauen. Aber das sparte ich mir an dem Modell, da ich diesen soweit wie möglich aus der Schachtel bauen wollte.
Lediglich das Interieur sollte ein paar zusätzliche Detaillierungen erhalten wie Fensterkurbeln, Armlehnen, Türgriffe, Chromleisten und fehlender Blinkerhebel, da man durch die großzügig ausgelegten Fenster gut hineinsehen konnte. Alles wurde komplett aus Plastik-Sheet und Profilen hergestellt. Bemalt wurde das Interieur in zwei Farben, Beige und Olivebraun, die Chromleisten wurden mit Bare Metal Folie beklebt, wobei ein teilweise benötigter Aluminiumeffekt damit erreicht wurde (z.B. an der Mittelkonsole), dass ich über die Bare Metal Folie einfach matten Klarlack zog. Weiterhin legte ich Teppichboden mittels selbstklebender, schwarzer Veloursfolie von Alcor Deco Design aus, den ich nur noch mit stark verdünntem Olivebraun tränkte.

Mercury

Am Unterboden wurden die letzten zwei Zentimeter der Auspuffrohrenden angeschnitten und durch passende Aluminiumrohre ersetzt, denn somit sieht dies realistischer aus.
Die Bereifung wurde ausgetauscht gegen übriggebliebene Reifen aus einem anderen Bausatz, da diese schon einen aufgedruckten Weißwandstreifen hatten. Die Felgen bzw. Radkappen kann man bedenkenlos verwenden, lediglich sollte man ein wenig stark verdünntes Glanzschwarz hineinlaufen lassen, um die Strukturen besser hervorzuheben.
Auf die Heckstoßstange sollte man jedoch ein wenig mehr Augenmerk werfen, denn AMT hat die Rückfahrscheinwerfer vergessen. Diese sind gleich selbst gemacht.
Man nimmt im Durchmesser ca. 3mm runden Klarsichtgußast (Gußast von Scheiben z.B.) und schneidet davon zwei Stücke (etwa 3mm lang) ab. Dann bohrt man an die entsprechenden Stellen in der Stoßstange zwei Löcher hinein, setzt dahinein die abgelängten Klarsichtstücke und zum Schluss noch einen Rahmen obendrauf.
Wo ich aber nicht drum herum kam, waren die vorderen Blinker in den Kotflügelecken scratch zu bauen. Die sind an der Karosserie angedeutet und sollen mit weißer bzw. Aluminiumfarbe angemalt werden. Aber das gefällt mir nun gar nicht. Die Blinkergläser wurden daraufhin mit etwas stabilerer Klarsichtfolie zuerst tiefgezogen, danach die an der Karosserie herausgefeilt und die zurechtgeschnittenen, tiefgezogenen Teile angepasst.

Mercury

Ebenso fräste ich die Chromscheinwerfer aus dem Kühlergrill heraus und ersetzte sie durch richtige, klare Scheinwerfergläser. Die Vertiefungen des Kühlergrills wurden noch mit Glanzschwarz hinterlegt um mehr plastische Tiefe zu erzeugen.
Bei der Farbwahl der Karosserie tat ich mich zuerst etwas schwer. Rot, Schwarz oder einige Blautöne standen bei mir persönlich zur Debatte, denn das Interieur war schon fertig bemalt und die Interieurfarben mussten zur lieferbaren Palette damals passen. Als ich mir etliche Originalbilder ansah kam ich auf das „Iceblue“ von Ford/Mercury (beides ein Konzern). Eine etwas biedere Farbe, aber das steht dem Wagen sehr gut.
Vor der Lackierung wurden sämtliche Embleme und Schriftzüge vorverchromt (Artikel dazu erschien im Modell Fan Ausgabe September 2004) und wieder freipoliert. Anschließend kam die Lackierung in der vom Lackierer dazu angemischten Farbe.
Ein Hinweis noch zur Lackierung mit Autolacken: Diesen Farbarten gegenüber reagiert der Kunststoff etwas empfindlich, daher ist es ratsam bei der Verwendung von Autolacken die Teile zu grundieren. Der seit geraumer Zeit von AMT verwendete Kunststoff ist nicht das Gelbe vom Ei, er ist zu weich und zu empfindlich.

Mercury

Die gesamten Zierleisten rund um den Wagen wurden mit Bare Metal Folie verchromt, ein Mittel welches im Automobilmodellbau nicht mehr wegzudenken ist. Die Scheibenrahmen bekamen noch mittels Edding Stift die Gummidichtungen bemalt, dies vermittelt einen noch realistischeren Eindruck. Was immer wieder an Automodellen vergessen wird sind die Vertiefungen/Sicken z.B. von Türen und Kofferraumdeckeln. Um diesen Sicken mehr Tiefe zu verleihen und manchmal auch die Dichtungsgummis anzudeuten, lässt man schwarze Plakafarbe hineinlaufen. Plakafarbe deshalb, weil diese wasserlösliche Farbe den Grundlack nicht angreift und übergelaufene Farbe sich nach dem Trocknen einfach mit einem feuchten Wattestäbchen wieder abwischen lässt. So wurden auch die Gravuren des Lufteinlasses vor der Windschutzscheibe und an den vorderen Kotflügeln betont.
Abschließend, nachdem Interior, Scheiben, Chassis, Karosserie und die Stoßstangen angepasst und montiert wurden, kamen noch Nummernschilder dran, welche das Fahrzeug auf das Jahr 1967 in Pennsylvania datieren. Also ein Jahreswagen...!

Als Fazit kann man sagen, dass dies wie Eingangs erwähnt nicht ein Modell der Spitzenklasse ist, aber mit ein wenig sorgfältiger Arbeit und einigen selbstgebauten Detaillierungen erhält man am Schluss dennoch ein sehr gutes Modell, was in der Sammlung von US-Cars nicht fehlen darf.

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Peter Lepold

Publiziert am 07. Februar 2006

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