Show RodsCarsten Haakevon Making of (1:32 Aurora)
PrologHot Rods sind meist amerikanische Autos aus den 1920 – 1940´er Jahren bei denen die Karosserie verändert wurde z.B. durch das Entfernen der Vorderkotflügel und die einen leistungsstärkeren Motor erhalten haben.
Show Rods und Rat Rods sind noch extremere Modifikationen dieser automobilen Sparte, die in Modellversium kaum vertreten sind . Zeit das zu ändern! Definition Show RodShow Rods sind eine Art Hot Rods, die jedoch noch etwas übertriebener „aufgemöbelt“ werden, mehr für Show-Zwecke, denn zum Fahren. Teilweise so extrem, dass sie zum Fahren gar nicht mehr geeignet sind! Bekannte Autodesigner für Show Rods waren Ed Roth und Tom Daniels. Die Sparte in nur einem Stichwort beschrieben: „Freaky“
Drop-out BusIch wurde gebeten zum Thema Show Rod ein „Making of“ zu schreiben. Das traf sich gut, da noch der letzte Show-Rod aus meiner AURORA 1:32 er Serie auf Fertigstellung drängte. Die Bausätze stammen aus dem Jahr 1969 und sind heutzutage nicht mehr zu bekommen. Was ist ein „Drop Out Bus“? „Drop Outs“ sind Leute, die es in der Schule nicht ganz schaffen. Vielleicht deswegen, weil sie so viel Zeit für ihre Autos verwenden. Unsere Drop Outs haben wirklich viel Zeit bei dem Umbau ihres Autos verbracht! Also ans Werk, so schwierig dürfte es ja nicht werden, andere Show Rods hatte ich ja schon auf dem Schreibtisch.
VorbereitungWir beginnen wie immer mit der Vorbereitung für unseren Werkplatz (siehe Online-Kurs Beitrag 4 „Werkplatz“), öffnen den Karton und kontrollieren mit der Bauanleitung den Bausatz auf Vollständigkeit (siehe Online-Kurs Beitrag 3 „Vorbereitung“). Der Bausatz:Die Teilezahl ist bei diesen Modellen überschaubar, der Chromrahmen mit schönen Bauteilen bestückt.
Also erst mal die Kunststoffteile waschen und zum Lackieren teilweise zusammenkleben.
Leider fehlen die Figuren, da bietet sich der Hersteller „3drifter-miniatures“ an. Dort gibt es Figuren in lockerer Haltung und ausgefallene Darstellungen - da findet jeder was in seinem Maßstab.
Die Karosserieteile bekommen eine hellgraue Grundierung, da das Gelb der Plastikteile bei gelber Lackierung durchscheinen würde. Das sehe dann sehr nach Spielzeug aus. Wir wollen ja schließlich authentische Modelle bauen!
Alle Bauteile inkl. Räder, Chassis und Karosserie werden Grau grundiert. MotorIn der Zwischenzeit setze ich den Motor zusammen und überlege mir die Lackierung und Verdrahtung.
Hier hilft ein Blick in Unterlagen oder ins Internet. Die alten Ford A wurden oft mit getunten Chevrolet-Motoren nachgerüstet. Diese waren dann rot lackiert. Ford hingegen verwendete gern blau lackierte Triebwerke. Eine Verkabelung des Motors ist in diesem Maßstab machbar. Alle acht Zylinder bekommen Zündkabel. Im Maßstab 1:24 habe ich Kupferdraht oder Vinylkabel verwendet. Hier bei 1:32 kam schwarzer Zwirn zum Einsatz.
Hilfreich sind Bohrungen an besagten Stellen oder auch am Anlasser, Lichtmaschine, Vergaser. Dann lassen sich die (farbigen) Kabel besser einkleben. Schön lang lassen, um sie später an der Karosserie anzubinden.
Ein Hinweis aus eigenen Erfahrungen: Die Chromteile, meist Ventildeckel, nach der Montage nicht mehr berühren! Die Schicht ist dünn und schleift schnell runter. Die Auspuffanlage montiere ich ganz zum Schluss, dann kann man noch anpassen. Die Kühlerfläche auf dem Chrom-Ast wurde erst mit schwarzer Emailfarbe bestrichen,
dann nach leichtem Antrocknen wieder abgewischt.
Räder und ReifenDie Reifen von Aurora sind ebenfalls aus dem gelben Kunststoff und bestehen aus je zwei Hälften. Also zusammenkleben und die Naht schleifen. Danach Schwarz lackieren und die weißen Ringe aufbringen. Dazu weiße oder rote Farbe auf ein Blatt Papier dünn streichen und die Reifen kurz darauf tupfen.
Nicht drehen oder schieben! Die Chromfelgen streiche ich mit dünnem schwarzen Wash ein und wische mit einem Tuch nach. Das gibt den Felgen mehr Tiefe und verstärkt Kontraste. Abschließend, nach Geschmack, noch per Decal eine Reifenbeschriftung hinzufügen.
Karosserie und LackierungNach der Grundierung erfolgte die Lackierung der Karosserieteile. Manchmal verwende ich Farben aus der Sprühdose, hier wurde mit der eigenen Airbrush und Revell Email Farben gelb lackiert. Mehrere Schichten waren nötig, es wollte nicht so recht decken. Vorsicht vor Läufern! Abschließend noch einmal Klarlack darüber legen.
Dem Bausatz waren einige Scheiben beigelegt, die von innen mit Contacta Clear eingesetzt wurden. Der Innenraum bestand aus wenigen Teilen, die in unterschiedlichen Rot-Tönungen farblich abgesetzt wurden.
Die Sitze erhielten noch ein leichtes Washing mit dunklem Rot aus dem Tuschekasten.
Der Aufbau der Karosserie bekam ebenfalls mit Tusche eine Akzentuierung mit Braun.
So ein Tuschekasten ist sehr nützlich, wenn es um Washing geht. Eine große Auswahl an Farben steht zur Verfügung und mit Wasser lässt sich nach dem Trocknen gut korrigieren.
Die Trittbretter bekamen aus Chromfolie eine Abdeckung aufgeklebt. Jetzt ist Zeit für die Decals, die nach 55 Jahren zum Einsatz kommen. Erstaunlicherweise ließen sie sich einwandfrei verarbeiten und sind farbecht geblieben.
EndmontageAbschließend nochmal das gesamte Modell anschauen und überlegen, welche Details noch hinzuzufügen wären. Hier sind das: Rücklichter, Außenspiegel und Streben zum Kühler. Da kann jeder in der Grabbelkiste noch Teile finden. FotoshootingEin Modell in seiner „natürlichen“ Umgebung zu zeigen ist nicht schwer, ich verwende gern Kalenderblätter und eine straßenähnliche Fläche. Dazu ein oder zwei Figuren, die ganz zufällig daneben stehen und die „Show kann beginnen!“.
Zum Thema „Modelle fotografieren“ findet sich in der Rubrik „Tips und Tricks“ die Kategorie „Modell-Fotografie“ in der wirklich Alles verständlich erklärt wird. EpilogShow Rods sind Geschmackssache: Mancher liebt Autos im Serienzustand, Andere getunt oder auf „Show“ getrimmt. Der unbedarfte Betrachter meint es hier mit Fantasie-Autos oder Spielzeug zu tun zu haben. Schaut euch mal bei amerikanischen Tunern wie George Barris um, da findet man Fahrzeuge die schon nah am „Drop Out Bus“ liegen! Happy Modeling!
Photo-Collagen:
Bausatz und Material:Bausatz:
Weitergehende Informationen und Bausatzvorstellungen zu diesen, aber auch weiteren Bausätzen finden sich u.a. in der Kit-Ecke von Modellversium. Coming soon ...
Making of Publiziert am 05. Juli 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |